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Massivumformung Servoantriebe machen Gesenkschmiedepressen Dampf

| Autor/ Redakteur: Annedore Munde / Stefanie Michel

Kürzere Druckberührzeiten, höhere Werkzeugstandzeiten durch den geringeren Wärmeeintrag in die Gesenke und höhere Ausbringungsleistung – damit kann eine Servo-Gesenkschmiedepresse punkten. Davon soll der Anwender profitieren, denn die Servotechnik ist jetzt auch für die Massivumformung nutzbar.

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Ulrich Kienle weiß, dass für den Kunden der geeignete Antrieb ein wichtiger Punkt für die Entwicklung der Gesamtfunktionalität war: „Natürlich war die Frage der Ausbringung ein Knackpunkt.“
Ulrich Kienle weiß, dass für den Kunden der geeignete Antrieb ein wichtiger Punkt für die Entwicklung der Gesamtfunktionalität war: „Natürlich war die Frage der Ausbringung ein Knackpunkt.“
(Bild: Munde)

Was in der Blechumformung längst Standard ist, hält nun Einzug in der Massivumformung: die Servo-Direkt-Technologie. Das Ziel ist klar: Es sollen möglichst viele Teile mit einer möglichst hohen Qualität und möglichst geringen Kosten produziert werden.

Hochdynamische Direktantriebe arbeiten direkt auf die Kurbelwelle

Bereits in den 1960er-Jahren wurden automatisierte Schmiedepressen genutzt – entweder als getaktete oder als durchlaufende Maschinen. Dabei sind die Produktionsleistungen abhängig von den Druckberührzeiten und den entsprechenden Wärmekapazitäten, denen die Werkzeuge ausgesetzt sind. Jetzt sollen die Vorteile des Servoantriebs, der seit Jahren erfolgreich in der Blechumformung eingesetzt wird, auch in der Massivumformung genutzt werden.

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Bei den Servo-Schmiedepressen wird der bisherige, gleichmäßig durchlaufende Antriebsmotor durch einen oder mehrere Torquemotoren ersetzt, die entweder direkt oder über ein Planetengetriebe an die Antriebswelle angeflanscht werden. Die Maschine vom Typ PK 1600 SDT, die der Pressenbauer Schuler entwickelte und bei der Präsentation in Erfurt vorstellte, verfügt über zwei Torquemotoren der Firma Oswald mit jeweils 377 kW Leistung.

Die Torquemotoren haben keine Rotorverluste

„Die Motoren arbeiten geräuscharm, haben keine Rotorverluste, sind wartungsfrei und haben eine sehr hohe Lebensdauer“, unterstreicht Schuler-Vertriebsmanager Klaus Berglar-Bartsch die Vorteile dieser hochdynamischen Direktantriebe, die direkt auf die Kurbelwelle arbeiten. Schwungrad, Kupplung, Bremse und Antriebsriemen entfallen und somit reduzieren sich auch die mechanischen und elektrischen Verluste. „Dadurch ist die Gesamtenergiebilanz günstiger und der Aufwand für Wartung und Service sinkt“, fasst Jochen Früh, Geschäftsführer bei Schuler Pressen und Leiter des Technologiefelds Massivumformung, die Vorteile zusammen.

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