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Lapp Kabeltechnik

Servoleitung für den weltweiten Einsatz

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Manchmal ist eine neue Isolierung nötig

Nicht minder kompliziert ist die Lage bei der Isolierung. Gelistete Leitungen für die Verlegung auf der Kabelpritsche oder Verwendung in der Industriemaschine haben in den USA oft eine Isolierung aus PVC, die mit einer dünnen Schicht aus Nylon überzogen ist, um die Ölbeständigkeit zu erhöhen. PVC ist im Brandfall zwar selbstverlöschend, bildet aber wegen seines hohen Chlorgehalts ätzende Dämpfe und in Verbindung mit Löschwasser korrosive Salzsäure. Zudem hat PVC nicht die besten Isolationseigenschaften. Dies führt dazu, dass solche Leitungen keine zu großen Distanzen verlustfrei überbrücken können. In größeren Anlagen in den USA kommt es mitunter vor, dass eine PVC-Nylon-isolierte Leitung, die aus der Kabelpritsche kommt, auf ihrem weiteren Weg zum Antrieb etwa über eine Energiekette auf eine kapazitätsärmere AWM-­Leitung mit entsprechender Ader­isolation umgesteckt werden muss – obwohl die eigentlich nicht für die Vor-Ort-Verkabelung zugelassen ist.

Bei Leitungen mit einer Isolierung aus Polypropylen (PP), wie sie in Europa üblich sind, ist die Verlegung vom Schaltschrank bis zum Antrieb einfacher. PP hat wesentlich bessere elektrische Eigenschaften und überbrückt aufgrund niedriger Kapazitätswerte größere Distanzen. Doch auch dort spielt die US-Normung nicht mit: PP ist nach nordamerikanischem Regelwerk nicht ohne Weiteres als gelistetes Adermaterial für die Verlegung im offenen Kabelkanal vorgesehen. Auch setzt das oft für die Verkabelung von Indus­triemaschinen geforderte MTW Listing (Machine Tool Wire) der Verwendung von Polypropylen normative Grenzen. Lapp USA verwendet deshalb ein Sondermaterial aus XLPE für die Isolierung der festverlegbaren Ölflex Servo FD 7TCE. Bei der neuen schleppkettentauglichen Variante mit feinstdrähtigem Leiter, der Ölflex Servo FD 7TCE, besteht die Isolierung aus vernetztem Ethylenpropylen (EPR) für eine höhere Flexibilität. Beide Kunststoffe sind laut US-Regelwerk gelistet und ermöglichen Leitungslängen, die bis zu 40 % über der von US-Kabeln mit herkömmlicher PVC-Nylon-Isolierung liegen. Die Wahl des Adermaterials ist also keineswegs ein fauler Kompromiss, sondern garantiert auch für den nordamerikanischen Markt beste elektrische Eigenschaften, wie man es von Kabeln für den europäischen Markt gewohnt ist.

Regelwirrwarr der US-Bundesstaaten

Kompliziert sind nicht nur die US-Normen, sondern auch ihre Anwendung. Die Bundesstaaten entscheiden, wann sie neue Normen in geltendes Recht überführen.

Das gilt zum Beispiel für die relevanten Fachnormen für die Verkabelung von Industriemaschinen in den USA, die Editionen 2012 und 2015 der NFPA 79 (National Fire Protection Association), die in enger Wechselwirkung mit dem National Electric Code (NEC) stehen, dem wohl bedeutendsten Regelwerk für exportierende Maschinen- und Anlagenbauer. So kann es vorkommen, dass manche Bundesstaaten noch auf ältere Versionen des NEC zurückgreifen, die sich wiederum auf ältere NFPA Editionen beziehen.

Darüber hinaus kann jeder Bundesstaat weitere Anforderungen und Richtlinien als verbindlich erklären. Im kalifornischen San Francisco zum Beispiel gelten aufgrund verheerender Feuer und Brände nach dem Erdbeben von 1906 deutlich höhere Anforderungen an den Brandschutz als in anderen Städten selbst innerhalb des Staates Kalifornien.

Produziert in den USA für die USA

Mit der Ölflex Servo FD 7TCE können die Anwender beruhigt sein. Sie wurde bei Lapp in New Jersey entwickelt und wird dort auch hergestellt. Die Experten haben langjährige Erfahrung mit US-amerikanischen Normen, waren zum Teil auch für die UL-Behörde tätig. Günstig ist die Leitung nicht, denn die Fertigung ist aufwendiger, besonders wegen der Vernetzung des Aderkunststoffs, wie das Unternehmen mitteilt.

Dennoch erfreuen sich solche Universalleitungen im Portfolio von Lapp wachsender Beliebtheit, denn unterm Strich sparen sie dem Anwender nicht nur bares Geld, weil die Verlegung einfacher ist und statt mehrerer Kabeltypen nur noch ein Typ im Lager liegen muss, sondern auch Zeit und vor allem Nerven, weil eine Vielzahl von anerkannten UL & CSA Listings eine breite Verwendung abdeckt.

Dies ermöglicht dem Anwender den problemlosen Einsatz der Leitung, ohne den langen Arm des Gesetzes, den Sheriff, fürchten zu müssen.

* Frank Hörtnagl ist Produktmanager für Ölflex Servo bei der U. I. Lapp GmbH in 70565 Stuttgart, Tel. (07 11) 78 38-01, info@lappkabel.de

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