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Sicherheitsaspekte in der Industrie 4.0 Sichere digitale Identitäten als Vertrauensanker

| Redakteur: Andrea Gillhuber

Wie lässt sich die Fabrik der Zukunft sicher gestalten? Dies ist eine zentrale Frage auf dem Weg in eine umfassend vernetzte Produktion. Auf der Hannover Messe 2017 zeigt Wibu Systems, wie es geht.

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Oliver Winzenried, Wibu Systems: „'Security' muss von Anfang an integriert werden, zum einen aus Safety-Sicherheitsgedanken, also zum Schutz von Umwelt und Mensch, und auch aus Security-Gedanken, also um Cyberattacken, Manipulation und auch Fehlbedienung auszuschließen.
Oliver Winzenried, Wibu Systems: „'Security' muss von Anfang an integriert werden, zum einen aus Safety-Sicherheitsgedanken, also zum Schutz von Umwelt und Mensch, und auch aus Security-Gedanken, also um Cyberattacken, Manipulation und auch Fehlbedienung auszuschließen. "
(Bild: Wibu Systems)

Auf der Hannover Messe trifft sich die Welt, um sich über aktuelle Trends und Entwicklungen der Industrie auszutauschen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Industrie 4.0 und Unternehmer, Arbeiter und Forscher kommen nach Hannover, um ein Bild von ihrer persönlichen Industrie 4.0 zu erlangen.

Bedenken bei der Umsetzung von Industrie 4.0

Dass das Interesse an Industrie 4.0 steigt, bemerkt Oliver Winzenried, Geschäftsführer bei Wibu Systems und Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft „Protect-Ing“ im VDMA. Größere Bedenken bestehen bei der Umsetzung von Industrie 4.0 laut Winzenried bei Sicherheitsthemen. „Sicherheitsbedenken und Know-how-Schutz werden oft als Einwand gegen die Umsetzung genannt. Mehr und mehr ,Produkt‘ steckt in den Produktionsdaten und Prozessen. Hier kommen Fragen, ob digitalisierte offenere Produktionsprozesse überhaupt sicher zu beherrschen sind“, so Winzenried.

Eine der meistgestellten Fragen auf dem Weg zur Smart Factory ist die, wie sich Industrie 4.0 und auch Sicherheit in bestehende Anlagen integrieren lässt. Winzenried: „Hier wird es ganz alte Maschinen geben, die sowohl mechanisch als steuerungstechnisch nicht integrierbar sind, alle anderen können entweder über Gateways und Firewalls abgeschottet in offene Netzwerke integriert werden oder bei neueren Maschinen direkt mit eingebauten sicheren Netzwerken ausgerüstet sein. Jedes vernetzte Gateway oder jede direkt vernetzte Maschine benötigt eine sichere eindeutige Identität.“

Wibu Systems beschäftigt sich mit Software- und Datensicherheit für die Industrie. Im Fokus stehen spezielle Schutzmechanismen wie kryptografische Verschlüsselungsverfahren. Dabei können Sender und Empfänger beim Datenaustausch nachprüfen, dass sie auch wirklich mit dem Richtigen kommunizieren.

Schutz- und Lizenzierungsmöglichkeiten

Namhafte Industrieunternehmen zählen zu den Kunden des Mittelständlers, doch auf den ersten Blick zu sehen ist die Sicherheitstechnologie der Karlsruher nicht; sie schützt unsichtbar in der Maschine vor unberechtigten Zugriffen auf sicherheitskritische Daten.

Die Karlsruher zeigen mit dem Code Meter eine Lösung für Unternehmen, die Standard- oder Embedded-Software für Maschinen, Anlagen oder intelligente Geräte entwickeln, welche Schutz vor Reverse Engineering und Umsetzung neuer Geschäftsmodelle durch Lizenzierung bietet. „Die Schutz- und Lizenzierungslösung Code Meter lässt sich auch sehr gut nachrüsten, denn die ,Vertrauensanker‘ gibt es in Form kleiner Cm-Sticks für USB oder als Cm-Cards, die zum Beispiel eine normale Industrie-SD-Speicherkarte durch eine mit zusätzlichem Code-Meter-Chip ersetzt. Hier können dann sichere Berechtigungen und auch Zertifikate und Schlüssel, zum Beispiel für OPC UA, über unsichere Kommunikationswege mit der Code Meter License Central ausgerollt werden“, erklärt Winzenried das Konzept.

Podiumsdiskussion auf dem Forum Industrie 4.0

Über Sicherheit spricht Winzenried 26. April 2017 um 13 Uhr im Rahmen der Podiumsdiskussion „Sichere digitale Identitäten als Vertrauensanker für Industrie 4.0“ im Forum Industrie 4.0 in Halle 8, Stand D19. Weitere Teilnehmer sind: Michael Jochem (Robert Bosch), Ernst Esslinger (Homag) und Dr. Martin Holland (Prostep). Moderiert wird die Diskussion vom Leiter des Competence Center Industrial Security des VDMA, Steffen Zimmermann.

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