Druckluft-Armaturen Sicherheitsventile erobern mit Qualität den internationalen Markt

Redakteur: Annedore Munde

Der Trend in der Drucklufterzeugung geht auf breiter Front zu höheren Drücken. Wo vor wenigen Jahren noch 25 bar ausreichten, wird heute das Doppelte gefordert. Mit Individualität und Präzision reagieren die Hersteller von Hochleistungsarmaturen auf diese Forderungen der Anwender.

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Bild 1: Hochleistungs-Sicherheitsventile für Pressluft, die speziell für den Einsatz in Kompressoren konzipiert wurden. (Bild: Goetze)
Bild 1: Hochleistungs-Sicherheitsventile für Pressluft, die speziell für den Einsatz in Kompressoren konzipiert wurden. (Bild: Goetze)

Hochleistungsarmaturen und -ventile wirken auf den ersten Blick wenig spektakulär. Hinter der rein funktionalen Fassade verbergen sich jedoch hochbelastbare Präzisionsprodukte, die in zahlreichen und unterschiedlichen maschinenbaulichen Endprodukten zu finden sind. PET-Flaschen zum Beispiel erhalten ihre Form durch einen Luftdruck von 30 bis 50 bar, Schiffsmotoren werden mit dem gleichen Druck gestartet.

Druckluft-Hochleistungsarmaturen für immer höhere Drücke

Die Entladung von Silofahrzeugen zum Transport von Zement, Mehl oder Getreide erfolgt ebenfalls per Luftdruck, ein eventueller Überdruck wird durch ein Sicherheitsventil mit der TÜV-Zulassung F/K/S abgesichert. Die Goetze KG Armaturen in Ludwigsburg fertigt seit mehr als 60 Jahren Hochleistungsarmaturen für Medien aller Art und hat sich auf diesen Trend zu höheren Drücken eingestellt.

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Die zunehmend hohen Arbeitsdrücke bedeuten in der industriellen Praxis eine erhebliche Auswirkung auf die Technik der Sicherheitsventile. Nach den zwischenzeitlich üblichen 50 bar wird das künftige Serienventil 100 bar und mehr verkraften müssen, selbst 500 bar Luftdruck gehören heute nicht mehr in das Reich der Utopie. Auch bei Temperaturen von -200 bis 400°C müssen die Bauteile zuverlässig ihre Funktion garantieren.

Sicherheitsventile für 500 bar Luftdruck ohne Hilfsantriebe

Gesteuert werden die Sicherheitsventile ausschließlich über den Druck des Mediums und die Federkraft als Gegendruck. Der Verzicht auf elektrische oder pneumatische Hilfsantriebe macht das geforderte Maß an Präzision umso deutlicher.

Glatte Oberflächen und möglichst kleine Abmessungen, um Reibung und Verwirbelungen zu reduzieren, sind deshalb ebenso gefragt wie hochbelastbare Materialien. Bevorzugt werden dabei je nach Belastung und Medium Armaturen in Messing, Edelstahl oder korrosionsfreiem Rotguss. Insgesamt geht der Trend in Richtung Edelstahl, in der Chemie- und Lebensmittelindustrie zunehmend in V-4A-Qualität.

Hochdruck-Sicherheitsventile reagieren präzise

Zu finden sind die kleinen Sicherheitswächter überall: in Atomkraftanlagen und im Schiffbau, in der chemischen Industrie und in Sprinkleranlagen, in der Biogasaufbereitung und in Raffinerien, in der Lebensmittelherstellung, in der Wasseraufbereitung und im klassischen Heizungsbau. Diese immer noch nicht vollständige Aufzählung legt nahe: Kein Ventil ist wie das andere.

Die Fertigung dieser kleinen Bauteile lässt sich deshalb auch nur im Komponentenbereich automatisieren. Montage- und Einstellarbeiten sind Handarbeit und erfordern außerdem ausgewiesene Spezialisten, Containerware gibt es bei Goetze nicht.

Außerst präzise Sicherheitsventile für Kompressoren

Vor allem bei Ventilen für Kompressoren ist höchste Präzision gefragt, kombiniert mit einer hohen Leistungsfähigkeit bei möglichst geringer Bauhöhe, denn die Produktion von Druckluft ist aufgrund des maschinenbaulichen Aufwands sehr kostspielig. Das Öffnungs- und Schließverhalten der Ventile beeinflusst die Wirtschaftlichkeit entscheidend, sodass bei Goetze jedes Produkt einzeln zusammengebaut und justiert, dann geprüft und wieder eingestellt wird, bis das Ventil auf ein Zehntelbar exakt reagiert (Bild 1).

Vor dem Hintergrund dieser Präzision ist auch der Materialaufwand zu sehen. Da die in einem Kompressor verdichtete Luft stets einen Ölnebel enthält, bestehen die Dichtungen serienmäßig aus Viton und sind dadurch chemisch wie thermisch beständig.

Aufgrund der spezifischen Anforderungen im Kompressorenbau hat Goetze zwei Baureihen entwickelt, die gezielt auf diese Arbeits- und Einbaubedingungen der Anwender zugeschnitten sind. Sie bestehen aus Messing oder Edelstahl und sind lieferbar als 1/4-, 3/8-, 1/2- oder 1-Zoll-Ausführung.

Qualität bei Hochdruck-Sicherheitsventilen entscheidend

Aber auch für noch so hochwertige Präzisionsteile gilt immer: Wer rastet, rostet. In diesem Fall zwar nicht wörtlich, doch wenn ein Ventil jahrelang nicht beansprucht wird, kann es verkleben beziehungsweise sind Ablagerungen am Ventilkegel möglich. Pflege ist also angebracht, indem es anlagebedingt in bestimmten Zeitabständen angelüftet wird.

Die hohe Fertigungs- und Materialqualität ist ein generelles Merkmal des Ludwigsburger Ventilspezialisten, der sich als Partner seiner Kunden versteht und seine Produkte auch als OEM-Teile direkt ans Band liefert. Durch seine Produktion in Deutschland kann er Direktlieferung und Individualität miteinander verbinden sowie den notwendigen Kundenservice sicherstellen.

Beratung ergänzt Angebot an Hochdruck-Sicherheitsventilen

Die Dienstleistungskomponente mit ihrer technischen Beratung spielt eine ebenso tragende Rolle wie die Fertigung selbst – sowohl in Bezug auf den Kundenservice als auch hinsichtlich der Entwicklungsarbeit, um grundlegende, neue Anforderungen rechtzeitig in die Konstruktionen einfließen zu lassen (Bild 2).

Das Produktprogramm ist sehr umfangreich: Zu den Einstellwerten und Komponenten kommen zahlreiche Anschlussvarianten als Gewinde- oder Flanschanschlüsse in jeweils unterschiedlichen Abmessungen. Aus einem auf den ersten Blick überschaubaren Produktprogramm mit gut 20 Grundversionen wird dadurch leicht das Zehnfache, zuzüglich der individuellen Einstellungen (Bild 3).

Industriearmaturenbranche blickt nach Asien

Die gesamte Armaturenbranche erlebt derzeit eine zunehmende Produktionsverlagerung von Europa nach Asien, der sich auch der schwäbische Anbieter durch sein Engagement im Schiffbau nicht vollständig entziehen kann. Die steigende Nachfrage asiatischer Werften erfordert eine Fertigung vor Ort, deren Produkte auch ausschließlich in den betreffenden Ländern verbaut werden. Sowohl die Produkte als auch das Unternehmen sind für die internationale Vielfalt gerüstet: Beide sind durch Zulassungsstellen wie Bureau Veritas oder Lloyd's Register für die einzelnen Länder und Anwenderbranchen zertifiziert, die Produkte tragen zusätzlich alle benötigten Prüfzeichen.

Eine Stärke mit langfristiger Wirkung im globalen Wettbewerb ist das Prädikat „made in Germany“. Weil es im Ausland mit hoher Leistung und Qualität verbunden wird, gilt es, diese Erwartungen auch uneingeschränkt zu erfüllen (Bild 4).

Es ist jedoch zu beobachten, dass sich immer mehr traditionsreiche Armaturenhersteller zunehmend zu Handelshäusern entwickeln, die ihre Ware zukaufen und ihre Produktionsstätten früher oder später schließen werden. Die Packung enthält dann nicht mehr das, was darauf steht, und der Inhalt ist nicht mehr zwangsläufig „made in Germany“.

* Detlef Weimann ist geschäftsführender Gesellschafter der Goetze KG Armaturen in 71636 Ludwigsburg

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