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Virtual Prototyping Simulierter Composite-Leichtbau

| Redakteur: Peter Königsreuther

Bei einem Automobilhersteller wurde mithilfe einer Software zur Erstellung von virtuellen Prototypen die Anzahl physischer Prototypen reduziert und teils wurden sie vermieden. Die neue Version der Software macht auch im Leichtbau noch genauere Vorhersagen des Bauteilverhaltens möglich.

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Die Virtual-Prototyping-Software soll durch genauere Vorhersagen auch die Nachhaltigkeit im Fahrzeugbau fördern und dadurch entscheidende Wettbewerbsvorteile bieten.
Die Virtual-Prototyping-Software soll durch genauere Vorhersagen auch die Nachhaltigkeit im Fahrzeugbau fördern und dadurch entscheidende Wettbewerbsvorteile bieten.
(Bild: ESI)

Die französische ESI Group hat eine neue Version der Software Virtual Performance Solution herausgebracht. Das Virtual-Prototyping-Entwicklungssystem liefere schnellere Ergebnisse bei der Crash-Simulation und biete neue Ansätze für die Modellierung in der Fertigung und für die Beurteilung des NVH-Verhaltens (Noise, Vibration & Harshness), heißt es. Durch diese Vorzüge soll die Software entscheidende Wettbewerbsvorteile gewähren – besonders im Hinblick auf die Herausforderungen im Leichtbau mit faserverstärkten Kunststoffen und die zahlreicher gewordenen Design-Iterationen, sowie weitere Vorteile angesichts des zunehmenden Austausches zwischen unterschiedlichen Entwicklungsbereichen und weniger konservativer Sicherheitsmargen.

Insassenschutz ohne Zeitverzug

Virtual Performance Solution könne die Insassensicherheit erhöhen, ohne die Entwicklung neuer Fahrzeuge zu verlangsamen, betont die ESI Group. Die Abteilung zur Simulation der Fahrzeugsicherheit bei Audi habe bereits gezeigt, dass physische Prototypen in ihrer Anzahl drastisch reduziert oder sogar vollständig vermieden werden könnten.

Schneller am Markt mit gemeinsamem Core-Modell

Wie das Unternehmen mitteilt, ist es Engineering-Teams aus unterschiedlichen Bereichen möglich, durch den Zugriff auf ein gemeinsames Core-Modell effizient an der Erstellung virtueller Prototypen zusammenzuarbeiten. Dadurch lasse sich die Prozesseffizienz steigern und die Zeit bis zur Markteinführung senken, heißt es. Virtual Performance Solution wurde vor allem entwickelt, um die bereichsübergreifende Produktoptimierung zu vereinfachen und zu beschleunigen. Die zentralen Anwendungsgebiete sind Struktursteifigkeit und Festigkeit, Crash, Insassensicherheit, NVH-&-Innenraum-Akustik, Komfort, Lebensdauer und Hochgeschwindigkeitsaufprall.

Optimierte Klebeverbindungen

Ein neu entwickeltes Verfahren dient zur Kopplung von mehreren Modellen und soll auch die Handhabung von Virtual Performance Solution vereinfachen sowie Berechnungen dafür beschleunigen. Ein neuer Ansatz zur Modellierung von Klebverbindungen ermögliche die genauere Modellierung gefügter Teile, sodass sich das Produktverhalten in allen Bereichen – einschließlich Crash, NVH, Steifigkeit und Festigkeit – besser vorhersagen lasse.

Zur neuen Version gehört auch ein erweitertes Finite-Pointset-Method-Modul, das Turbulenzmodelle für Gasströmungen zur Verfügung stellt. Dadurch erhöht sich die Genauigkeit bei der Simulation auch sehr komplexer Airbag-Systeme, wie etwa sogenannter Vorhang-Airbags (Curtain Airbags).

Neues Berechnungsschema erleichtert Vorhersagen

Außerdem bietet die Software Erweiterungen für NVH-Untersuchungen, die unterschiedliche Fahrlasten berücksichtigen und durch genauere Vorhersagen die Entwicklung nachhaltiger Fahrzeuge unterstützen. Ein neues Schema für nichtlineare transiente implizite Berechnungen hilft, die Genauigkeit von Lebensdaueruntersuchungen und Festigkeitsvorhersagen zu verbessern. ■

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