Internationales Singapur punktet als Standort für den Einstieg in die Asean-Region

Autor: Stéphane Itasse

Zwar gehen immer noch die meisten deutschen Ausfuhren in die Eurozone, doch ihr Anteil nimmt seit den 90er Jahren stetig ab. So ist es auch nicht erstaunlich, dass sich die Aufmerksamkeit der Exportunternehmen hin zu den Wachstumsmärkten, beispielsweise nach Südostasien in die Asean-Staaten, verlagert. Hier fällt der Stadtstaat Singapur als geeigneter Standort auf, wie auf einem Pressegespräch der HSBC in Frankfurt am Main deutlich wurde.

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In Singapur haben viele internationale Konzerne die Zentralen für ihre Aktivitäten in der Asean-Region gebündelt.
In Singapur haben viele internationale Konzerne die Zentralen für ihre Aktivitäten in der Asean-Region gebündelt.
(Bild: Siemens)

„Deutsche Unternehmen sind nicht nur an China, sondern auch immer mehr an den Asean-Staaten interessiert. Sie möchten von der günstigen demografischen Entwicklung und der stark wachsenden Mittelschicht profitieren“, beobachtet Gabriele Schnell, Head of Payments and Cash Management von HSBC in Deutschland. Dabei hätten sie durchaus etwas aufzuholen: „Deutschland steht heute für 3 % der ausländischen Direktinvestitionen in den Asean-Ländern, die USA für 13 %“, erläuterte sie. Bis 2030 sei eine hohe Nachfrage nach deutschen Produkten zu erwarten, Direktinvestitionen und Exporte dürften stark wachsen.

Deutsche Unternehmen können Nachfrage in den Asean-Ländern nicht nur durch Exporte befriedigen

Diese Nachfrage könnten die Unternehmen nicht unbedingt durch Exporte optimal bedienen. Laut Schnell bauen sie entweder Produktionsstandorte in Südostasien auf, um näher bei den Kunden zu sein, oder richteten regionale Treasury-Einheiten ein.Singapur sei aufgrund seiner wirtschaftlichen Stärke und der vorteilhaften Handelsbedingungen ein empfehlenswerter Zugang zur Asean-Region.

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Allerdings hinkt das Wirtschaftswachstum in den Staaten der südostasiatischen Gemeinschaft derzeit hinter dem in China und Indien hinterher, wie Joseph Incalcanterra, HSBC-Volkswirt für Asien in Hongkong, einräumte. Die Leistungsbilanzen und Staatshaushalte vieler Länder seien in den vergangenen Jahren stärker ins Minus gerutscht, was sie anfälliger gegenüber externen Schocks mache, wenn auch nicht mehr so stark wie zu Zeiten der Asienkrise 1997/98. Auch belaste das schwächere Wachstum in China die Region, einige Länder litten zudem unter schwachen Rohstoffpreisen.

Asean-Region verspricht längerfristig deutliche Wirtschaftsimpulse

Längerfristig erwartet Incalcanterra allerdings deutliche Impulse: Die Einwohnerzahl der Region werde von heute 625 Millionen bis zum Jahr 2050 auf 825 Millionen wachsen. Außerdem werde die Integration der Asean-Staaten das Wirtschaftswachstum voranbringen.

„Singapur ist aus deutscher Sicht interessant, da wichtigste Branchen denen in Deutschland entsprechen“, erläuterte Incalcanterra weiter. Für einen Stadtstaat sei die Wirtschaft sehr diversifiziert, 20 % des BIP erwirtschafte die Industrie. Zwar wandere durch die fortschreitende Integration der Region nach und nach Produktion aus Singapur in billigere Asean-Länder ab, Forschung und Entwicklung würden aber viele Unternehmen in dem Stadtstaat belassen.

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