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Hannover Messe 2018 – Arburg Smarte Kunststoffproduktion

Redakteur: Simone Käfer

Bei Arburg dreht sich auf der Hannover Messe 2018 alles um Konnektivität. Deswegen zeigt das Unternehmen unter anderem wie individuell Spritzgießen sein kann.

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Als zentraler Baustein von Industrie 4.0 sorgt das Arburg Leitrechnersystem ALS für eine durchgängige informationstechnische Vernetzung der Spritzteilproduktion. Für das MES-System gibt es auch das Modul „Mobile Maintenance“ für mobile Endgeräte.
Als zentraler Baustein von Industrie 4.0 sorgt das Arburg Leitrechnersystem ALS für eine durchgängige informationstechnische Vernetzung der Spritzteilproduktion. Für das MES-System gibt es auch das Modul „Mobile Maintenance“ für mobile Endgeräte.
(Bild: © ARBURG)

Arburg bietet in Halle 6 an Stand J10ein breites Spektrum für den „smarten“ Kunststoffverarbeiter, um in der vernetzten und flexibel Produktion die Wertschöpfung, Produktionseffizienz und Prozesssicherheit zu steigern. So ermöglicht das Leitrechnersystem ALS eine durchgängige Rückverfolgbarkeit von Aufträgen und Chargen. Maschinen lassen sich über Schnittstellen, die auf dem Kommunikationsprotokoll OPC UA basieren, einfach und standardisiert vernetzen. Auf seinem Messestand in Halle 6 zeigt das Unternehmen Lösungsansätze für die Smart Factory, seinen Remote Service (ARS), kombinierbare Industrie-4.0-Bausteinen und wie die Individualisierung von Großserienteilen in Losgröße 1 durch Kombination von Spritzgießen und Additiver Fertigung möglich wird.

Eine Turnkey-Anlage produziert elastische Spannseile nach Kundenwunsch – von Schuss zu Schuss flexibel.
Eine Turnkey-Anlage produziert elastische Spannseile nach Kundenwunsch – von Schuss zu Schuss flexibel.
(Bild: © ARBURG)

Spritzgießen in der digitalen Fabrik – Spannseile „on demand“

Wie sich mit cleverem Produkt- und Werkzeugdesign individuelle Kundenwünsche online in den laufenden Spritzgießprozess einbinden lassen, zeigt das Praxisbeispiel „Spannseile“. Eine Turnkey-Anlage rund um die vertikale Spritzgießmaschine Allrounder 375 V produziert die elastischen Spannseile „on demand“ und dennoch wirtschaftlich in verschiedenen Varianten – ohne Umrüsten der Maschine. Am Arburg-Stand können Messebesucher ihren Auftrag für ein 40, 60 oder 80 cm langes Spannseilen aufgeben, zwischen drei Farben sowie drei Endstück-Kombinationen wählen und die gewünschte Variante direkt am Terminal eingeben.

Die Anforderungen werden über das Kommunikationsprotokoll OPC UA an die zentrale Selogica-Steuerung übertragen. Das Seil wird von der Rolle auf die gewählte Länge geschnitten und die Enden mittels Plasmabehandlung gespleißt. Die Handhabung der biegeschlaffen Einlegeteile übernimmt ein Sechs-Achs-Roboter. Das 4-fach-Werkzeug der Spritzgießmaschine verfügt über je zwei Kavitäten für Öse und Haken. Beim Umspritzen werden die zwei entsprechenden Kavitäten über Heißkanal-Düsen angesteuert. Auf diese Weise lassen sich in einer Zykluszeit von rund 40 s die Kombinationen Haken/Haken, Haken/Öse oder Öse/Öse herstellen. Das fertige Spannseil wird schließlich vom Roboter entnommen.

Bei Arburg gibt es 3D-gedruckte Funktionsbauteile aus dem Freeformer zum Anfassen.
Bei Arburg gibt es 3D-gedruckte Funktionsbauteile aus dem Freeformer zum Anfassen.
(Bild: © ARBURG)

Additive Fertigung mit dem Freeformer – 3D-gedruckte Funktionsbauteile

Außerdem können Standbesucher an einer interaktiven Station „Erlebnisbauteile“ selbst in die Hand nehmen und sich von deren Funktionalität und Qualität überzeugen. Dazu zählen Kabelklemmen aus zertifiziertem Standard-PP (Braskem PP CP 393). Die filigranen und dennoch belastbaren Strukturen verfügen über ein Filmscharnier und den spritzgießtypischen Klick-Effekt.

Arburgs 3D-Drucker, der Freeformer, ist ein offenes System und macht Anwender damit unabhängig: Sie können im AKF-Verfahren ihre eigenen Werkstoffe qualifizieren und die frei programmierbaren Prozessparameter gezielt auf ihre jeweilige Anwendung auslegen. Ein enormer Vorteil in diesem Zusammenhang ist, dass sich beispielsweise für die Medizintechnik oder Luftfahrt zertifizierte Originalmaterialien einsetzen lassen. Neben amorphen Standardgranulaten wie ABS, PA und PC umfasst das von Arburg kontinuierlich erweiterte Spektrum qualifizierter Materialien zum Beispiel elastisches TPE, medizinisches PLLA, für die Luftfahrt zugelassenes PC und teilkristallines PP.

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