Suchen

Datenschutz Smartphone-App überwacht Zugriffe auf persönliche Daten

| Redakteur: Rebecca Vogt

Ein Wissenschaftler der Frankfurter Goethe-Universität hat eine App entwickelt, die den Datenschutz auf dem Smartphone verbessern soll. Die App erkennt Risiken und zeigt unter anderem an, von welchen Apps auf welche Daten zugegriffen wird und aus welchem Grund.

Firmen zum Thema

Links ist die Liste der Apps zu sehen, die von der Datensicherheitsapp auf Risiken überprüft wurden. Auf dem mittleren Bildschirm kann der Nutzer das Icon einer App anklicken und sieht dann, auf welche Daten diese wie häufig zugegriffen hat. Rechts wird ersichtlich, warum der Zugriff erfolgte.
Links ist die Liste der Apps zu sehen, die von der Datensicherheitsapp auf Risiken überprüft wurden. Auf dem mittleren Bildschirm kann der Nutzer das Icon einer App anklicken und sieht dann, auf welche Daten diese wie häufig zugegriffen hat. Rechts wird ersichtlich, warum der Zugriff erfolgte.
(Bild: Goethe-Universität)

Das Smartphone ist zu unserem ständigen Begleiter geworden. Mit dem mobilen Endgerät planen wir unsere Termine, schreiben Nachrichten, surfen oder telefonieren. Die schnelle Verbreitung der Technik bringt eine zunehmende Anzahl von Anwendungen (Apps) mit sich. Diese sind zwar für den Nutzer meist äußert bequem und nützlich, aber für den Datenschutz riskant – etwa im Bereich der Mobilität oder der elektronischen Gesundheit.

Wegen der starken Vernetzung ist inzwischen auch von „Smartphone Ökosystemen“ die Rede. Da die Nutzer für viele Apps persönliche Daten preisgeben müssen, wird der Schutz dieser Daten zu einer der größten Herausforderungen in dem rasch wachsenden Feld.

Ausmaß der Datenweitergabe erschreckend

„Es gibt Unternehmen, die persönliche Daten von Smartphone-Nutzern an Werbeagenturen verkaufen. Wer blindlings Fotos, Videos, Email-Adressen, den Standort oder Kreditkarten-Informationen über unsichere Apps teilt, wird außerdem anfällig für Erpressung“, erklärt der Informatiker Majid Hatamian, Doktorand an der „Deutsche Telekom Stiftungsprofessur für Mobile Business & Multilateral Security“ der Goethe-Universität.

Hatamian hat nach eigenen Angaben die Erfahrung gemacht, dass die meisten Nutzer erschrecken, wenn sie realisieren, wie viele Daten ohne ihr Wissen und ihre Zustimmung weitergegeben werden.

Zugriffe der Apps werden protokolliert

Daher hat der Informatiker eine App für Android-Nutzer entwickelt. Diese zeigt dem Anwender, auf welche persönlichen Daten die auf dem Smartphone installierten Apps zugreifen, zu welchen Zeiten, wie häufig und aus welchem Grund dies geschieht. Dabei würden von der Behaviour-Analyser-(A3)-App vor allem die Apps aufgespürt, die persönliche Daten missbrauchen könnten.

Nach Angaben der Universität konnte Hatamian durch ausgiebige experimentelle Analysen zeigen, dass eine beträchtliche Zahl an installierten Apps – auch wenn sie vom Nutzer gar nicht verwendet werden – sensible persönliche Daten weitergibt.

Die Forschungsarbeit wurde wissenschaftlich durch die Goethe-Universität Frankfurt und die Hochschule Rhein-Main koordiniert. Finanzielle Unterstützung kam vom Marie-Skłodowska-Curie-EU-Projekt „Privacy-&-Us“.

(ID:45178231)