Ortung

So funktioniert Omlox

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Omlox – eine logische Ergänzung

Im Juni haben Trumpf und seine Partner Omlox an die Profibus Nutzerorganisation (PNO) übergeben. Matthias Jöst leitet das Omlox-Komitee der PNO. Der MM wollte von ihm wissen, was sich die PNO von Omlox verspricht und wo es Überschneidungen zu anderen Protokollen gibt.

Matthias Jöst leitet das Omlox-Komitee der PNO.
Matthias Jöst leitet das Omlox-Komitee der PNO.
(Bild: Heidelberg Mobil)

Was war der Anreiz für die PNO, Omlox unter ihre Fittiche zu nehmen?

Mit ihren Standards Profibus, Profinet und IO-Link hat sich die PNO schon in den vergangenen Jahren sehr intensiv um Informationsmodelle im Umfeld der Machine-to-Machine-Kommunikation gekümmert. Von daher ist die Beschäftigung mit ortsbezogenen Daten eine logische Ergänzung.

Omlox ist ein internationaler Standard – was heißt das?

Die Omlox-Community besteht aus vielen aktiven Mitgliedern und Unterstützern, die weltweit aufgestellt sind oder ihren Hauptsitz in Amerika oder Asien haben. Als offener Standard für alle industriellen Anwendungsfälle mit Ortsbezug hat Omlox natürlich den Anspruch, auf der ganzen Welt Gültigkeit zu erlangen. Durch die verschiedenen Landesgruppen der PNO kann sich Omlox nun auch regional verankern und die Mitglieder weltweit können sich in naher Zukunft an lokale Ansprechpartner wenden.

Auf welchem Entwicklungsstand ist Omlox derzeit?

Omlox ist bereits auf einem sehr gereiften Entwicklungsstand. Da sich die Omlox-Community aus Unternehmen unterschiedlicher Domänen von Hardware bis Software zusammensetzt, wurde – und wird – bei der Entwicklung des Standards ein agiler Ansatz gewählt.

Was heißt „agiler Ansatz” in diesem Fall?

Das bedeutet, dass die Partner schon sehr früh erste kompatible Produkte entwickelt und diese in kurzen Zyklen verbessert haben. Erst zu einem späteren Zeitpunkt wurde dann die erste Version des Omlox Standards – in den entsprechenden Formalismen – zu Papier gebracht.

Bis wann wird Omlox Einzug in die Fertigungshallen halten?

Omlox ist bereit für den industriellen Einsatz und wird schon in ersten Testfabriken erprobt.

An was arbeiten Sie derzeit am intensivsten?

Aufgrund der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Omlox, liegt der Fokus aktuell auf verschiedenen Elementen.

Erzählen Sie von den wichtigsten drei.

Hersteller von Produktionsmaschinen beispielsweise können mit Omlox ihre Wertschöpfung um digitale Dienstleistungen verlängern. Hier steht die Fragestellung im Vordergrund, wie einfach man bereits vorhandene Ortungssysteme bei den Kunden der Hersteller in ein Omlox-System integrieren kann. Das zweite Element wurde durch Corona verstärkt. Denn durch die Krise suchen Unternehmen nach mehr Transparenz in den Lieferketten und nach einer effizienteren Nutzung von vorhandenen Assets. Die Integration von Omlox in mobile Assets und das Zusammenspiel verschiedener Indoor- und Outdoor Ortungstechnologien steht hier im Vordergrund.

Und die dritte Entwicklung, an der Sie gerade arbeiten?

Auf der Hardware-Ebene konzentriert sich Omlox sehr stark auf ein offenes Ultra-Wide-Band-(UWB-)Ortungssystem. Die UWB-Technik erfährt eine massive Verbreitung, durch die derzeit stattfindende Integration in Smartphones. Omlox definiert hier den Standard für den robusten und sicheren Einsatz im industriellen Umfeld.

Omlox ist nicht das einzige Kommunikationsprotokoll – auch nicht, wenn es um Ortung geht. Wo gibt es Überschneidungen zu anderen Protokollen?

Wir sehen Omlox als komplementäres Element und möchten ein möglichst nahtloses Zusammenspiel der verschiedenen Protokolle gewährleisten. Daher stehen wir mit den verschiedenen Initiativen im Austausch, um gemeinsam an der Vision einer vernetzten und intelligenten Produktion zu arbeiten.

* Weitere Informationen: Profibus Nutzerorganisation e. V. (PNO) in 76131 Karlsruhe: Dr. Matthias Jöst ist Komitee-Leiter Omlox, Matthias.Joest[at]heidelberg-mobil.com

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