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Supply Chain Management

So schaffen Sie die Digitalisierung Ihrer Supply Chain

| Autor / Redakteur: Nils Herzberg / Nico Litzel

Der Autor: Nils Herzberg ist Senior Vice President, Global Head of Discrete Industries bei SAP
Der Autor: Nils Herzberg ist Senior Vice President, Global Head of Discrete Industries bei SAP (Bild: SAP)

Die Digitalisierung in der Supply Chain und damit deren grundlegende Veränderung sind seit einiger Zeit Thema in der Logistikbranche. Während die beteiligten Entscheider sich der anstehenden Aufgaben wohl bewusst sind, zeigt sich jetzt, dass die praktische Umsetzung in den Unternehmen nur zögerlich vorangeht.

Das behauptet zumindest das „8. Hermes Barometer“. Demnach sind 42 % der Befragten in der Branche von der Notwendigkeit zur Digitalisierung in der Lieferkette überzeugt, über eine konkrete Strategie verfügt jedoch erst ein Viertel der Logistikentscheider. Die Digitalisierung erfolgreich umgesetzt haben erst acht Prozent.

Woran liegt die zögerliche Umsetzung in der Praxis? Der Hamburger Beratungsspezialist IoT Analytics kam zum Schluss, dass sechs Schlüsselfaktoren über den Erfolg oder Misserfolg von IoT-Projekten entscheiden:

  • Mensch: Die nötigen organisatorischen und unternehmenskulturellen Maßnahmen werden meist unterschätzt. Die Einstellung der beteiligten Menschen muss durch Workshops und Schulungen verändert werden
  • Zeit: IoT-Projekte dauern oft länger als erwartet. Im Schnitt gehen Projekte über 18 Monate und länger.
  • Wissen: Das notwendige Wissen ist meist betriebsintern noch nicht vorhanden. Eine neue Kombination von Wissen rund um Hard- und Software und Daten-Expertise wird benötigt.
  • Konnektivität: Probleme der Interkonnektivität zwischen den Systemen sind ein Hauptgrund für die Komplexität von solchen Projekten.
  • Wachstum: Die Skalierbarkeit kommt bei manchen Lösungen unerwartet an ihre Grenzen, wenn plötzlich Tausende von Geräten eingebunden werden sollen. Dabei hapert es an der Hardware und Datenmodellen, die alles zu sehr verlangsamen.

Erfolgreich starten

Wie lässt sich also ein IoT-Projekt erfolgreich starten und auf einen soliden Weg bringen? Was Wissen, Konnektivität und Wachstum anbetrifft, so hilft die sorgfältige Auswahl eines oder mehrerer Projektpartner mit solider Erfahrung, diese Problemfaktoren auszumerzen. Beim Faktor Zeit nimmt eine realistische Abschätzung der Dauer zusammen mit den Partnern den Druck aus dem Projekt. Wenn man sich mit der Laufzeit komplett verschätzt hat, dann ist Folgendes passiert: Das Team hat dem Projekt ein Bein gestellt. Wichtige Stakeholder wollen oder können nicht bei der Umsetzung helfen. Nicht umsonst steht also der Schlüsselfaktor „Mensch“ an erster Stelle.

IoT-Mitstreiter sollten mit einem kleinen (Pilot-)Projekt beginnen und einen psychologischen Trick anwenden: Das oftmals sehr abstrakte und immaterielle – weil softwaregestützte – IoT-Projekt sollte konkret mit einem physischen Gegenstand verknüpft werden. Ein Tablet, auf dem ein Business-Intelligence-Dashboard Daten visualisiert wird, kann beispielsweise den Vorstand überzeugen. Bei Logistikern könnte dies eine „Biene“ von Roambee sein.

Sie ist etwa so groß wie ein externes Datenlaufwerk und dient dazu, einzelne Gegenstände oder kleine bis große Container zu markieren und über ein Dashboard in Echtzeit verfolgbar zu machen. Der cloudfähige Sensor kann seine Daten via SIM und GSM Quadband in über 170 Ländern senden.

Lieferzeiten optimieren

Ein Einsatzszenario für derartige IoT-Anwendungen findet sich bei Postdienstleistern und Versorgern, die daran arbeiten, Lieferzeiten mithilfe von „dynamischem Routing“ zu optimieren. Das ermöglicht Änderungen bis zu dem Zeitpunkt, an dem der Lkw beladen wird – und sogar während der Fahrt. Wenn eine Bestellung dem Plan hinzugefügt oder aus dem Plan gelöscht werden muss, wird bei der Routenplanung die kostengünstigste Methode zur Zustellung der Bestellung und zum erneuten Abfahren von Stopps entlang der Route ausgewertet.

Weitere Verbesserungen können erzielt werden, indem die beste Zeit für den Empfang von Bestellungen für Kunden einbezogen wird. Sogar externe Daten wie Wetter, Ereignisberichte, Straßensperrungen und Verkehr können verwendet werden, um die Leistung des dynamischen Routings zu verbessern. Bei SAP gibt es eine Reihe von innovativen Tools, die den effizienten Einsatz von Flotten für ausgehende Erst- und Last-Mile-Zustellungsvorgänge erhöhen. SAP Vehicle Insights führt im Rahmen von SAP Leonardo vorbeugende Wartungsalgorithmen durch, um Fahrzeugausfallzeiten zu reduzieren, indem Fahrzeugzustände, Fahrzeugpositionierung und Fahrerverhalten überwacht werden. Diese Daten werden dann verwendet, um neue Prozesse für die Abrechnung und Versicherung zu erstellen.

Viele Unternehmen beginnen zunächst in der Intralogistik oder mit Flotten, die innerhalb eines Lagers, einer Werft oder einer Fabrik operieren. Genau wie die Straßenlogistik hat auch die Intralogistik eigene Herausforderungen und Verbesserungspotenziale. Aus der Perspektive von Konnektivität und Geräten erfordert die Verschiebung von Assets in einem Warehouse einen höheren Grad an Standortgenauigkeit und Verbindungsfrequenz.

Die richtige Flotte für den richtigen Auftragstyp

Das Grundbedürfnis, zur richtigen Zeit die richtige Flotte für den richtigen Auftragstyp zu finden, hat große Auswirkungen auf Effizienz, Betriebskosten und Lieferfähigkeit. Zum Beispiel müssen batteriebetriebene Gabelstapler basierend darauf gesteuert werden, wo und wie oft sie geladen werden müssen. Die Optimierung von Ausführungsaufträgen innerhalb eines Lagers oder einer Werft ist ebenfalls ein wichtiger Faktor, um die zurückgelegte Strecke mit Leerladungen zu reduzieren, indem man Intralogistikoperationen durch dynamische Planung „überbereinigt“.

Track and Trace spielt eine wichtige Rolle bei der Erweiterung der Lieferkettentransparenz für Anbieter von Supply-Chain-Netzwerkoperationen, wie zum Beispiel bei Logistikanbietern von Drittanbietern. Durch die Verfolgung von Containern, Paletten und Produktbestellungen kann die Sichtbarkeit des Versorgungsnetzes über den Kernbetrieb und die Flotte hinaus erweitert werden.

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Dieser Beitrag erschien zuerst in unserem Partnerportal BigData Insider und wurde von Nico Litzel betreut.

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