Suchen

Industriestrom So senken Unternehmen die Stromkosten flugs um 30 %

| Redakteur: Stéphane Itasse

Der Strompreis enthält 2014 für Industrieverbraucher acht unterschiedliche Kostenfaktoren, die den reinen Energiepreis um mehr als 10 Ct/kWh, also um bis zu 60 %, zusätzlich belasten. Wer weiß, wie sich Unternehmen davon befreien lassen können, kann deutliche Kostenvorteile verbuchen.

Firmen zum Thema

Verschiedene Nebenkosten machen den Strompreis für Unternehmen deutlich teurer, wenn man sich nicht davon befreien lässt.
Verschiedene Nebenkosten machen den Strompreis für Unternehmen deutlich teurer, wenn man sich nicht davon befreien lässt.
(Bild: EnBW)

Die EEG-Umlage hat mit 6,24 Ct/kWh den größten Anteil an den Zusatzkosten, wie das Energieberatungsunternehmen ECG GmbH in Kehl mitteilt. Es folgten die Stromsteuer (2,05 Ct/kWh), vier verschiedene Umlagen sowie die Konzessionsabgabe und das Netznutzungsentgelt. Beim Erdgas fielen nur vier Zusatzkostenarten an, die den Einkaufspreis um bis zu 35 % erhöhten.

Richtiges Ausnutzen der Bestimmungen senkt hohe Stromkosten

Ein komplexes Regelwerk definiert in Deutschland, wer sich unter welchen Umständen von welcher dieser Abgaben befreien oder sie reduzieren lassen kann, wie es weiter heißt. Kompliziert werde das Erstattungsverfahren dadurch, dass Rückzahlungsansprüche bei unterschiedlichen Stellen angemeldet werden müssten. ECG hat zur schnelleren Orientierung zwei Energie-Monitore entwickelt: Der erste Kompaktinformation listet die Stromkostenbestandteile 2014 im Detail auf. Der zweite namens Jährlicher Check zeigt Möglichkeiten und Wege zu den Rückerstattungen auf.

Dr. Wolfgang Hahn, ECG-Geschäftsführer, hat einen Praxistipp: „Wenig bekannt ist, dass man bei richtiger Ausnutzung der Bestimmungen seine Energiekosten um bis zu 30 % reduzieren kann. In einem Modellfall aus unserer Praxis konnte ein Unternehmen seine ursprünglichen Energiekosten in Höhe von rund 475.000 Euro um rund 155.000 Euro ganz legal senken. Unsere Empfehlung ist daher: Alle Unternehmen des produzierenden Gewerbes mit einem Energieverbrauch ab 1 Mio. kWh p.a. sollten prüfen lassen, welches Einsparpotenzial bei ihnen konkret vorliegt.“

Fristen für die Befreieung von zusätzlichen Stromkosten laufen bald ab

Eine grobe Schnellprüfung dauere nicht länger als einen Tag und koste nicht mehr als 1000 Euro. In der Regel lassen sich nach Aussage von Hahn die Stromkosten ab dieser Größenordnung wenigstens um 5 % senken. „Im Maximum haben wir schon ein Senkungspotenzial von über 30 % erlebt. Wir gehen davon aus, dass heute erst maximal zwei Drittel aller Unternehmen mit einem nennenswerten Einsparungspotenzial sich dieses Geld auch tatsächlich zurückholen. Die Hauptgründe sind Unwissenheit und der bürokratische Aufwand, der damit verbunden ist“, erläutert er weiter. Wer sich hier entlasten wolle, könne auch einen Energieexperten damit beauftragen. Wichtig sei schnelles Handeln, denn die ersten Fristen würden in Kürze verstreichen.

Ein in 2014 neues Thema sei die Strompreiskompensation. Hiermit soll laut ECG-Mitteilung die Herstellung ganz bestimmter Produkte entlastet werden. Dadurch könne man einen Strompreisnachlass von maximal 4,10 Euro/MWh erzielen. Auch hier gelte es, Fristen einzuhalten: Als letzten Termin muss man sich den 30. Mai 2014 vormerken, bis zu dem zahlreiche Vorarbeiten zu erledigen sind, wie es heißt.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 42552776)