Brain Technology

So verändert künstliche Intelligenz unsere Arbeitswelt

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Mit AR-Brillen gegen Stillstandzeiten

Ein Beispiel: Viele produzierende Unternehmen setzen auf individuelle Anlagen, um perfekt an Produkt und Markt angepasst zu sein. Probleme ergeben sich erst, wenn Schäden auftreten. Denn gerufene Wartungsingenieure sehen die Maschinen meist zum ersten Mal. Die Suche nach Fehlern ist aufwändig und dauert, was teure Stillstandzeiten nach sich zieht. Abhilfe schafft eine mit Display, Kamera und intelligenter Software ausgestattete Brille. Maschinenbauer tragen sie bei Inbetriebnahme der Produktionsanlage. Sie führen vor, was bei Ausfällen zu tun ist, zeigen welche Bauteile anfällig für Schäden sind.

Die Software merkt sich jeden Handgriff und erkennt einzelne Module. Anstatt sich stundenlang durch das Handbuch zu quälen, sehen Wartungsingenieure die Anlage durch die Augen ihrer Kollegen und finden schneller heraus was hakt.

Besserer Kundenservice durch smarte Tools

Selbst die Kommunikation mit Kunden geht mit künstlicher Intelligenz schneller, wie das Start-up OMQ beweist. Das Tool der Berliner wird in Kontaktformulare auf Firmenwebsites integriert. Tippen Besucher Fragen ein, zeigt die Software sofort passende Antwort an. „Durchschnittlich 30 % aller Nachrichten fängt der Self-Service so ab“, rechnet Geschäftsführer Matthias Meisdock vor. Das System scannt Texte, bewertet Schlagworte und zieht sich passende Informationen aus einer Wissensdatenbank. Diese füttert das Service-Team des Unternehmens bei Implementierung mit gängigen Frage-Antwort-Kombinationen.

Neue Anliegen landen samt Textbausteinen beim Support-Mitarbeiter und werden anschließend zur Datenbank hinzugefügt. Das spart Zeit und Geld. Marktriesen wie die Deutsche Bahn und Spezialmaschinenhersteller GEA entlasten ihr Kundenberatungsteam bereits mithilfe der Technologie. Doch nicht jedes Anliegen kann oder soll direkt auf der Website beantwortet werden. Auch dafür hat der Zehn-Mann-Betrieb eine Lösung. „Vertrauliche Themen erhalten einen anderen Sichtbarkeitsfaktor. Sie werden nach wie vor vom Menschen bearbeitet“, sagt Meisdock. Passende Antworten liefert das System trotzdem mit.

Ob im Büro, in der Produktionshalle oder im Kundengespräch: Brain Technology begleitet uns. Sie nimmt Aufgaben ab, vernichtet Jobs und schafft neue. Trotzdem: vom menschlichen Gehirn sind die Programme weit entfernt, beruhigt Wissenschaftler Dengel. „Bewusstes Handeln und Emotionen bleiben dem Menschen vorbehalten – vielleicht für immer.“

* Ronja Gysin ist freie Journalistin aus 73614 Schondorf

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