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Hannover Messe 2019 Software sicherer machen

| Redakteur: Stéphane Itasse

Mit der Digitalisierung vieler Lebensbereiche wird auch die Softwaresicherheit immer wichtiger, um Menschenleben nicht zu gefährden und wirtschaftliche Schäden zu vermeiden. Dazu zeigt die Universität Kiel eine Neuerung auf der Hannover Messe vom 1. bis 5. April 2019.

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So sieht es aus, wenn die G2-Technik nach Fehlern sucht.
So sieht es aus, wenn die G2-Technik nach Fehlern sucht.
(Bild: CAU Kiel)

Viele betroffene Bereiche sind sicherheitsrelevant, zum Beispiel autonomes Fahren, Industrie 4.0, Medizintechnik oder Luft- und Raumfahrt. Um ein hohes Sicherheitsniveau der Software zu gewährleisten, werden neue Methoden benötigt, wie die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) mitteilt. Das Kieler Forschungsteam um Prof. Dirk Nowotka vom Institut für Informatik stellt deshalb sein neues Verfahren namens G2 auf der Messe vor.

Datenabhängigkeiten automatisch analysieren

Gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe entwickelte Nowotka ein Verfahren zur vollautomatischen Analyse von Datenabhängigkeiten in parallelen und komplexen Programmen. „Diese Technologie bietet die Möglichkeit, komplexe Software in einer bisher nicht erreichten Genauigkeit umfassend zu analysieren. Zudem findet G2 Fehler in Systemen, welche durch einfaches Testen bisher nicht erkannt werden konnten. Die dabei verwendeten Algorithmen heben die Untersuchung von Datenabhängigkeiten auf eine neue Stufe“, erläutert der Forscher.

Software besteht heutzutage aus der Integration vieler einzelner Module, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Ob und auf welchem Wege zwei Module miteinander kommunizieren, ist aus dem Programmcode aufgrund der hohen Komplexität nur mit großem Aufwand nachvollziehbar.

Das Wissen über alle möglichen Datenabhängigkeiten zwischen Modulen ist jedoch Voraussetzung für die Entwicklung zuverlässiger Softwaresysteme. „Das Softwareverhalten unter Laborbedingungen zu beobachten reicht nicht aus, um mit Sicherheit alle Datenabhängigkeiten zu erfassen“, weiß Nowotka. „G2 berechnet die Datenabhängigkeiten zwischen den Modulen, indem es den Programmcode analysiert. Eine Ausführung der Software ist dabei nicht notwendig.“

Analyse komplexer Software mit vertretbarem Aufwand

Damit lassen sich auch komplexe Softwareinnovationen mit hohen Sicherheitsanforderungen zu einem vertretbaren Aufwand analysieren, wie die Universität mitteilt.Das Analysesystem wurde im Rahmen von Forschungsprojekten mit Industriebeteiligung in den Bereichen Automobil, Industrieanlagen und Luftfahrt bereits erprobt.

Die CAU ist nach eigenen Angaben zum dritten Mal auf der Hannover Messe vertreten. Die Wissenschaftler aus dem Norden stellen dieses Jahr 17 Forschungsprojekte vor.

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel auf der Hannover Messe 2019: Halle 2, Stand C07

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