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3D-Metalldruck Software und Testräume sollen Kunden überzeugen

| Autor: Simone Käfer

Gerade in der Additiven Fertigung gehört Kundenberatung zum A und O. Dafür hat sich die deutsche Niederlassung Renishaws ein Konzept überlegt, das künftig auch für die Messtechnik umgesetzt werden soll.

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In solchen Solutioncentern können Kunden von Renishaw die Technik testen, um besser über einen Kauf zu entscheiden. Bei Fragen stehen Mitarbeiter bereit.
In solchen Solutioncentern können Kunden von Renishaw die Technik testen, um besser über einen Kauf zu entscheiden. Bei Fragen stehen Mitarbeiter bereit.
(Bild: Simone Käfer/MM)

Die Performance steigern, Daten auswerten und näher am Kunden sein, sind aktuell die Themen bei Renishaw. Das berichtete Rainer Lotz, Geschäftsführer der deutschen Niederlassung, vergangene Woche auf einer Pressekonferenz. Wie nah das Messtechnikunternehmen an den Kunden rückt, zeigt die Sparte für Additive Fertigung: Sie haben Räume eingerichtet, in denen potenzielle Kunden sich mit den 3D-Druckern (Pulverbettschweißen, SLM) von Renishaw sowie der zugehörigen Software auseinander setzen können. Ein solches Solutioncenter ist auch für das 5-Achs-Koordinatenmesssystem Revo geplant. Die Idee dazu entspringt der Veränderung der Ansprechpartner. Früher ging die Technik meistens an OEMs, doch heute – gerade mit den SLM-Druckern – sei man näher am Endprodukt und damit näher am Kunden. Der Bereich 3D-Druck nimmt bei Renishaw inzwischen bereits 10 % des Umsatzes ein und verdoppele sich jährlich. Lotz gibt die vorsichtige Prognose, dass sich auch weiterhin der Umsatz in diesem Bereich verdoppeln würde. Eine Bremse könnte der Aftersales-Service sein, denn bei der neuen Technik sei der Supportbedarf noch recht hoch, erklärt Lotz.

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Man muss den Drucker nicht gleich kaufen. Renishaw fungiert auch als Lohnfertiger. Derzeit sind fünf Maschinen allein für diese Dienstleistung im Einsatz, neun weitere sind für Beratung und Verkauf reserviert. 2016 hat Renishaw etwa 2000 kg Metallpulver verbraucht und rund 500 individuelle Werkzeugeinsätze gefertigt, mit Stückzahlen bis 400. Ein aktuelles Beispiel sind Fräser für Komet. Diese haben durch das 3D-Druckverfahren nun Platz für zehn Schneidplatten, vier mehr als zuvor. Die Schneidplatten werden nachträglich aufgelötet.

Neben der Kundenbetreuung setzt das Renishaw auch auf Software. „Sie ist für unseren Erfolg genauso wichtig wie Hardware”, ist Lotz überzeugt. Auf der einen Seite steht Software für mehr Genauigkeit, Geschwindigkeit und Flexibilität auf der anderen für eine benutzerfreundliche Bedienung.Diese ist notwendig, da Maschinenbediener heutzutage schneller wechseln und auch schneller eingelernt werden müssen. Aber auch den Automatisierungsgrad verbessert Software. So ist für das Lasermesssystem XM-60 eine automatische Verbesserung geplant: Der Laser soll an die CNC melden, dass eine Ungenauigkeit vorliegt. Die Steuerung sei dann in der Lage, diese zu korrigieren. Interessenten gäbe es bereits, leider sind noch nicht alle Maschinensteuerungen kompatibel.

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Über den Autor

 Simone Käfer

Simone Käfer

Redakteurin für Additive Fertigung und Werkstoffe, MM MaschinenMarkt