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Energiespeicher

Solarstrom wird speicherbar

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Einen guten Überblick über den Stand der verschiedenen Speichertechnologien biete die Energy Storage – International Summit for the Storage of Renewable Energies vom 18. bis 19. März 2013. Bereits zum zweiten Mal bringt das zweitägige Event Forschung, Industrie, Energieversorger und Politik in Düsseldorf zusammen, wie es in der Mitteilung heißt.

Experten erwarten baldigen Durchbruch bei Lithium-Ionen-Akkus

Die Hoffnung auf einen baldigen Durchbruch der Lithium-Ionen-Akkus sei nicht unbegründet, denn Batteriehersteller wie die Schweizer Leclanché, Panasonic aus Japan oder Varta aus Hannover wollten die Technik für die Solarenergie weiterentwickeln und starteten deren Massenproduktion. Leclanché zum Beispiel wolle ab diesem Herbst in einer umgerüsteten Magnetbandfabrik im badischen Willstätt 1 Mio. Lithium-Titanat-Zellen pro Jahr produzieren. Das entspreche 20.000 Speichern für Eigenheime.

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Das ist laut Messeveranstalter die Gelegenheit für die Solarmaschinenbauer, ihre Expertise aus der Zellen- und Modulfertigung auch in die Batterieherstellung einzubringen. „Bisher werden für tragbare Elektronik wie Handys oder Laptops nur kleine Akkus gefertigt, doch sind für Hochleistungsanwendungen wie die Energiespeicherung Großbatterien nötig. Hier bietet sich Neueinsteigern ein nahezu unbestelltes Feld“, sagt Thilo Brodtmann, Geschäftsführer des VDMA-Fachbereichs Robotik + Automation. Nachholbedarf sieht er besonders bei der Automatisierung der Batteriefabriken. „Wir brauchen jetzt Innovation in der Produktion, um die Kosten zu senken.“

Maschinenbau kann Effizienz in der Batteriefertigung deutlich steigern

Ansatzpunkte für Neuerungen gibt es aus Brodtmanns Sicht reichlich. So müssten die einzelnen Prozessschritte, vom Walzen der Metallfolien über das Mischen der Chemie und Beschichten der Elektroden bis hin zur Formierung der Zellen, erst noch modifiziert werden. Zudem fehle es bei den Prozessen noch an Schnelligkeit.

„Wir sehen noch viel Manufaktur. Ziel muss auch bei den Großbatterien eine Fertigung im Rolle-zu-Rolle-Verfahren sein“, sagt Brodtmann. Beim Qualitätsmanagement seien ebenfalls noch Verbesserungen möglich. Moderne Messtechnik könne Fehler und Schäden schon während der Herstellung erkennen, doch sei sie bisher kein Standard.

Automatisierer nehmen Markt für Batteriefertigung ins Visier

Die großen Automatisierungsspezialisten wie ABB, Bosch Rexroth, Manz oder Reis Robotics haben den Bedarf erkannt und positionieren sich bereits im aufkommenden Akku-Segment, heißt es. „Wir glauben, dass wir dank unserer Expertise aus der Photovoltaikproduktion auch im Zukunftsfeld der Hochleistungsspeicher gut Fuß fassen können“, sagt Manz-Sprecher Axel Bartmann.

Aber auch kleinere Spieler fänden im Batteriegeschäft ihre Nische. Die hessische Isra Vision zum Beispiel biete für die Akkuproduktion optische Verfahren an, die jeden einzelnen Fertigungsprozess genau abbilden. Kameras würden erkennen, wenn Beschichtungen Defekte und Unebenheiten aufweisen oder winzige Löcher, sogenannte Pinholes, die Separatoren der Batterien beschädigen. „Mit unserer Technik lassen sich in der Produktion Nullfehlertoleranzen erreichen“, verspricht Isra-Manager Martin Lehmköster.

Auf den Batterie-Zug dürften künftig noch viele weitere Zulieferer aufspringen, denn der Speicherbedarf wächst auch in anderen Feldern, glauben die Solarpeq-Veranstalter. Nach der Studie „Zukunftsfeld Elektromobilität – Chancen und Herausforderungen für den Maschinenbau“ von VDMA und der Beratungsfirma Roland Berger werden im Jahr 2020 rund 40 % der neu zugelassenen Fahrzeuge einen elektrischen Antrieb haben. Durch neue Fabriken für mobile Batterien soll ein stattliches neues Geschäftspotential für neue Maschinen entstehen – die Verfasser der Studie stellen für 2020 ein Volumen von 4,8 Mrd. Euro in Aussicht.

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