Was nutzen Sie zum Niederzurren?

14.09.2016

Zu Hunderttausenden werden Zurrgurte mit einerzulässigen Zurrkraft (LC) von 2.000 und 2.500 daNin Deutschland und Europa zur Ladungssicherungeingesetzt.

Aber ist eine Differenzierung der Zurrsysteme überhaupt notwendig oder hätteeine Standardisierung Vorteile für den Kunden?

In den landläufig als 4- und 5-t-Zurrgurte bekanntenSystemen werden diverse Spannelemente (Ratschen) und Verbindungselemente (Haken) verbaut. Auch die Gutbandlängen, -dicken und -aufmachungenvariieren, wobei das Gurtband bei nahezuallen Systemen aus Polyester gewebt wird. Derlandläufigen Bezeichnung der Systeme folgend wird das Gurtband mit 4 und 5 Kennstreifen gefertigt. Obgleich die LC-Angabe auf dem Produktlabel in daNals Einheit für eine Kraft erfolgt, hat sich im Markt „kg“und „t“ zur Kennzeichnung der zulässigen Zugkraft durchgesetzt, wobei diese Darstellungsform auch von der zulässigen Zurrkraft in der Umreifung ausgeht,obgleich für das Niederzurren die zulässige Zugkraftim geraden Zug angegeben wird und damit nur die Hälfte der Kraft erreicht wird.

Anscheinend herrscht landläufig die Meinung, dass ein Zurrmittel mit einer LC von 2.500 daN stabiler,besser, haltbarer und sicherer sein muss als ein ähnliches Zurrmittel, das „nur“ mit einer LC von 2.000daN ausgewiesen ist. Diese Kaufentscheidung istnicht grundsätzlich falsch, aber eben auch nicht wirklich richtig!

Die obigen Systeme werden meistens zum Niederzurren eingesetzt. Das Ladegut wird mittels Zurrsysteme auf die Ladefläche gepresst und somit kraftschlüssig gesichert. Die Leistungsfähigkeit für das Niederzurren wird durch die STF (StandardTension Force = normierte Vorspannkraft) dargestellt, und hier überrascht das „2000-daN-System“ durch eine höhere STF-Angabe . Die notwendige Mindestvorspannkraft ist also mit weniger Zurrsystemen und damit schneller und wirtschaftlicher erreichbar. Nicht alle Hersteller differenzieren die Leistungsfähigkeit ihrer 4- und 5-t-Systeme und nahezu ausnahmslos sind die verbauten Spann- und Verbindungselemente auf die höhere Zugkraft von2.500 daN ausgelegt. Lagerhaltung und Fertigungstiefe sind zu teuer. Es bleibt die Frage, was eine komplette Standardisierung an Kostenvorteilen für Kunden und Hersteller zur Folge hätte.