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Spritzgießen: Arburg deckt mit neun Exponaten breites Anwendungsspektrum ab

| Autor/ Redakteur: Josef Kraus /

Auf der K 2007 in Düsseldort lenkt der Maschinenbauer Arburg (Halle 13, Stand A 13) den Blick der Besucher auf das erweiterte Anwendungsspektrum seiner Spritzgießmaschinen. Dazu wurden einerseits die Ausstattungsoptionen der Maschinen erweitert, andererseits treibt Arburg die Maschinen-, Prozess- und Peripherieentwicklung in Richtung automatische Komplettfertigung weiter voran.

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„Auf der K 2007 präsentieren wir den elektrischen Allrounder 370 A mit dem kleinen Spritzaggregat 70 für die Produktion von Klein- und Mikroteilen“, so Michael Hehl, geschäftsführender Gesellschafter und Sprecher der Arburg-Geschäftsführung.
„Auf der K 2007 präsentieren wir den elektrischen Allrounder 370 A mit dem kleinen Spritzaggregat 70 für die Produktion von Klein- und Mikroteilen“, so Michael Hehl, geschäftsführender Gesellschafter und Sprecher der Arburg-Geschäftsführung.
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Maschinenbauer Arburg deckt mit neun Exponaten auf der K 2007 ein breites Anwendungsspektrum beim Spritzgießens ab. Darunter befindet sich die größte Ausführung des Allrounder-Maschinenspektrums: die Allrounder 920 S mit 5000 kN Schließkraft. Sie wird erstmals mit dem großen Einspritzaggregat 4600 vorgestellt. Das maximale Schussgewicht des Aggregats, das sich auch auf der Maschine Allrounder 820 S einsetzen lässt, liegt bei 2583 g Polystyrol. Im Vergleich zum bislang größten Aggregat 3200 mit maximal 1860 g Schussgewicht (Polystyrol) erweitert der Loßburger Maschinenbauer den Anwendungsbereich der großen Allrounder-Maschinen gleich dreifach entscheidend: in Richtung größerer Spritzgießteile, größerer Kavitätenzahl und höherer Einspritzleistung.

Vier der neun Maschinenexponate am Stand von Arburg gehören zur elektrischen Baureihe Allrounder A (Alldrive). Damit demonstriert man das erweiterte Anwendungsspektrum dieser Maschinen, deren Ausstattung erweitert wurde, wie Michael Hehl, geschäftsführender Gesellschafter und Sprecher der Arburg-Geschäftsführung erläutert: „Neu sind zum Beispiel größere Einbaumaße für größere und komplexere Werkzeuge und die automatisch adaptive Schließkraftregelung für eine höhere Teilequalität. Die zur Rückseite vergrößerte, nach oben offene Schutzhaube bietet nicht nur mehr Platz für Kühl- und elektrische Anschlüsse am Werkzeug, sondern auch für einen komfortablen Werkzeugwechsel. Zudem steht für die Allrounder A jetzt auch das kleine Spritzaggregat 70 für die Produktion von Klein- und Mikroteilen zur Verfügung.“

Spritzgießmaschine Allrounder 470 A mit erweiterten Werkzeugeinbau-Abmessungen

Mit der 1000-kN-Spritzgießmaschine Allrounder 470 A wird eine Baugröße mit erweiterten Werkzeugeinbau-Abmessungen präsentiert. Der lichte Säulenabstand ist auf 470 mm × 470 mm vergrößert. Auf der K 2007 wird diese Maschine als Ausführung zum Zwei-Komponenten-Spritzgießen von Thermoplast-LSR-Formteilen vorgestellt.

Das kleine Einspritzaggregat 70 wird erstmals auf der 600-kN-Maschine Allrounder 370 A gezeit. Auf der Messe ist sie n eine Fertigungszelle zum Spritzgießen von Kleinteilen integriert. Auf der Maschine Allrounder 520 A mit 1500 kN Schließkraft wird dagegen ein Kunststoffteil für medizintechnische Anwendungen spritzgegossen. Auf der größen elektrischen Maschine der Baureihe Allrounder A ist das Produkt ein Verpackungsteil. Dazu wird die 2000-kN-Maschine Allrounder 570 A für das In-Mould-Labeling (IML) aufgerüstet. Ein Merkmal dieser Verpackungsanwendung sei die komplexe Automation.

Spritzgießen von LED-Lichtleisten in einem Schritt

Außer maschinentechnischen Highlights legt Arburg den Ausstellungsschwerpunkt auf der K 2007 auf den Anwendungsbereich. Ziel dabei ist es, Anwendungstrends beim Spritzgießen aufzuzeigen. Dazu gehört für den Schwarzwälder Maschinenbauer die Herstellung montagefertiger Kunststoffteile in einem Arbeitsschritt, was man am Beispiel einer LED-Lichtleiste zeigen will.

Dieses Spritzgießteil wird auf einer Drei-Komponenten-Maschine hergestellt. Zur Anwendung kommt dabei ein elektrisch leitfähiger Spezialkunststoff, so dass die Lichtleiste nicht nur montagefertig, sondern auch funktionsfähig die Spritzgießmaschine verlässt. Daraus resultierten hohe Anforderungen an die Maschine, ans Werkzeug und das Handlinggerät für die Teileentnahme, heißt es – unter anderem das das Umspritzen eines hochempfindlichen LED-Bauteils. Im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts mit dem Spritzgießer Oechsler und weiteren Partnern, wurde diese Lösung geschaffen.

Ein weiteres montagefertiges Bauteil, bei dem Arburg projektbegleitend wirkt, ist ein selbstschmierendes Zahnrad. Es ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts am Lehrstuhl für Kunststofftechnik (LKT) der Universität Erlangen-Nürnberg (Halle 12, Stand B49) und wird im Zwei-Komponenten-Spritzießverfahren hergestellt.

Integrierte Montage ermöglicht Komplettfertigung

Die Komplettfertigung demonstriert Arburg auch anhand automatischer Fertigungszellen, die rund um eine Spritzgießmaschine aufgebaut ist, wie bei der Großmaschine Allrounder 920 S. Sie wird auf der Messe mit dem vertikalen Handlingsystem Multilift V zur automatischen Montage ausgerüstet sein. In einem Spritzgießzyklus werden in dieser Zelle die fünf Einzelteile einer Klappbox spritzgegossen, vom Handlinggerät entnommen und komplett montiert. Die fertige Klappbox wird schließlich zusammengeklappt bereitgestellt.

Weitere Handlinggeräte von Arburg zur Ablaufautomatisierung rund um das Spritzgießen werden in Aktion zu sehen sein: zum Beispiel das horizontale System Multilift H, das bei der Herstellung von Spilenkörpern auf der Maschine Allrounder 370 A die Spritzgießteile entnimmt, zur optischen Qualitätskontrolle an einer Kamera vorbeiführt und schließlich über ein Röhrensystem nach Kavitäten getrennt ablegt.

Anspruchsvolle Anwendung auf einer Golden-Edition-Spritzgießmaschine

Als Exponat darf laut Arburg „selbstverständlich“ die Maschinenreihe Golden Edition auf der Messe nicht fehlen. Kennzeichnend für diese Baureihe sei eine hochwertige Serienausstattung zu einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis. Vorgestellt wird aus dieser Reihe die Maschine Allrounder 720 S Golden Edition, auf dem eine Inhalatorkappe in einem 32fach-Werkzeug spritzgegossen wird. Mit der Herstellung dieses hochwertigen technischen Bauteils, das über zwei Filmscharniere verfügt, werde „die hohe Leistungsfähigkeit und Flexibilität der Maschinenreihe Allrounder Golden Edition deutlich aufgezeigt“.

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