Wirtschaftsvereinigung Stahl

Stahlbranche fordert verlässliche Rahmenbedingungen

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Stahlverband setzt auf Strukturveränderungen in Europa durch den Markt

Der Stahlverbandschef befürchtet eine weitere Erhöhung der Wettbewerbsintensität auf den Märkten 2013. „Bei den nunmehr begonnenen Strukturveränderungen der europäischen Stahlindustrie müssen Marktprozesse immer Vorrang haben. Sie dürfen nicht durch Regierungen und künstliche Marktaustrittsbarrieren aufgehalten oder verzerrt werden“, mahnt Kerkhoff.

Die Europäische Kommission müsse mit dafür Sorge tragen, dass die Anpassung der Angebotsstrukturen unter Beachtung des bestehenden Beihilferegimes erfolge. Unrentable Standorte dürften nicht mit staatlichen Mitteln künstlich am Leben gehalten, temporäre Kapazitätsüberhänge nicht zu dauerhaften Überkapazitäten werden.

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Stahlbranche fürchtet Belastungen durch Energie- und Klimapolitik

In der Energie- und Klimapolitik drohen laut Verbandsmitteilung zusätzliche Belastungen durch den Emissionshandel und das EEG. Hier sei die Stahlindustrie in Deutschland nicht länger in der Lage, einseitige Sonderlasten zu schultern. Nach den jüngsten Plänen aus Brüssel soll die Versteigerung von CO2-Zertifikaten im Umfang von 900 Mio. t auf das Jahr 2020 verschoben oder dem Handelssystem gänzlich entzogen werden – obwohl die Emissionsgrenzen des Handelssystems eingehalten und CO2-Ziele erreicht würden. Trotz Krise und aktuellem Konjunkturverlauf und damit reduziertem Bedarf würden die Stahlunternehmen in der dritten Handelsperiode Emissionsrechte hinzukaufen müssen. „Wenn dann nicht der CO2-Benchmark für Roheisen auf ein technisch realistisches Niveau korrigiert wird und die freie Zuteilung für die von Verlagerung bedrohten Branchen erhalten bleibt, ist die Wettbewerbsfähigkeit der Stahlindustrie massiv bedroht“, warnt Kerkhoff.

Hinzu kämen die jüngsten Vorschläge von Bundesumweltminister Peter Altmaier zur neuerlichen Reform des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes. „Zwar ist es richtig, Subventionen zu reduzieren. Es ist aber falsch, die Belastungen für die Industrie zu erhöhen“, meint der Stahlpräsident. „Die vorliegenden Vorschläge bringen keine nachhaltigen Strompreissenkungen für alle Verbraucher, sondern einen weiterer Kostenschock für die Stahlindustrie. Die EEG-Kosten unserer Branche, die bereits heute bei rund 260 Mio. Euro liegen, würden voraussichtlich um mehr als 50 % steigen, auf dann etwa 400 Mio. Euro. Allein durch das EEG würde damit jeder Arbeitsplatz in der Stahlindustrie um fast 4500 Euro belastet.“

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