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Maschinengehäuse Standardschaltschrank-Teile sparen Kosten bei Maschineneinhausung

Autor / Redakteur: Hans-Robert Koch / Stefanie Michel

Die Einhausung einer Maschine verläuft selten nach Schema F. Sie ist so individuell, zeit- und kostenaufwendig. Es geht auch anders: mit standardisierten Schaltschränken.

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Die Einhausung des Hochvakuum-Lötofens MOV 743 wurde komplett mit dem VX25-Schaltschranksystem von Rittal realisiert.
Die Einhausung des Hochvakuum-Lötofens MOV 743 wurde komplett mit dem VX25-Schaltschranksystem von Rittal realisiert.
(Bild: Rittal)
  • Der Sondermaschinenbauer PVA Tepla hat eine Alternative zu extern angefertigten, kundenspezifischen „Verpackung“ für seine Maschinen entwickelt: die Einhausung mit Schaltschränken.
  • Wenn klar ist, welche Außenkantenmaße die gesamte Anlage hat, wird anhand des Rittal-Schaltschrankrasters die Einhausung mit dem VX25-Schaltschranksystem aufgebaut.
  • Dieses Vorgehen bietet einige Vorteile: Die Standardteile sind günstig und schnell verfügbar, automatisierte Bohrungen sind immer passgenau und die Montagezeit verkürzt sich.

Schaltschränke stehen meist nicht an vorderster Front oder dienen als Blickfang. Sie sind die „Dienstleister“ im Hintergrund und müssen funktionieren, nicht repräsentieren. Ihre Aufgabe ist es, als starkes Rückgrat zu dienen für sichere Steuerungs- und Schaltprozesse bei Maschinen und Anlagen. Im Maschinenbau zeigen Schaltschränke allerdings mehr Gesicht, denn dort tauchen sie auch neben den Maschinen oder als integrierte Maschinenkomponenten in den Anlagen auf – mit ganz neuen Aufgaben. Sie werden mithilfe von Bediendisplays an Türen und Seitenwänden oder dank angekoppelter Bedien- und Tragarmsysteme zu „Assistenten“ des Maschinenbedieners.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit von Schaltschränken zeigt der Sondermaschinenbauer PVA Tepla. In seiner großen, lichtdurchfluteten Fertigungshalle in Wettenberg bei Gießen bestimmen Schaltschränke nahezu das komplette Bild. Sie stehen an vorderster Front und prägen deren Aussehen. Der Vakuum-Spezialist nutzt beispielsweise zur kompletten Einhausung seiner Wärmebehandlungsöfen MOV 743 bereits seit vielen Jahren die Schaltschranktechnik von Rittal – und seit 2019 das neue VX25-Systemprogramm. Den Grund dafür erklärt Martin Kaiser, Geschäftsführer des Steuerungs- und Schaltanlagenbaus und Tochterunternehmens PVA Control GmbH: „Mit dem Schaltschranksystem von Rittal können wir hochindustrielle Fertigungsanlagen in einem schicken Design bauen, sodass sie nicht mehr nach Industrie und Großfertigung aussehen.“

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Statt einzelner Schränke steckt ganze Anlage in Einhausung

„Die Idee, Schaltschränke zur Einhausung einzusetzen, kam uns zufällig“, erklärt Kaiser. Man hatten erfahren, dass ein langjähriger Kunde bereits einen Blechschlosser anfragte, weil er eine optisch ansprechende ‚Verpackung‘ für die Maschine von PVA Control benötigte, um sie in einem Showroom vor Kunden präsentieren zu können. Das war der Moment zur Entwicklung eines neuen Einhausungskonzeptes. Der Ansatzpunkt: die Optik von einzelnen Schaltschränken, welche stets fester Bestandteil der Anlage sind, über die gesamte Anlage und deren Einhausung zu erweitern.

„Wir waren damals überzeugt – und sind es bis heute –, dass die Einhausung einer Maschine mit Schaltschränken in einer Flucht durch ein einheitliches Äußeres eine schöne Optik ergibt, die auch in das Gesamtbild mit anderen Schaltanlagen passt“, so Kaiser. „Dann haben wir es einfach ausprobiert und waren doppelt überrascht: zum einen, weil die technische Umsetzung gut funktionierte, und zu zum anderen, weil wir mit dem Schaltschrankkonzept etwa um die Hälfte günstiger lagen als mit einer extern gebauten Einhausung.“

Standardkomponenten machen Aufbau schneller

Der Grund für die erheblichen Kosteneinsparungen sind deutlich kürzere Montagezeiten. „Wir haben die Einhausung in der Regel in zwei Tagen fertig“, betont der Geschäftsführer. Für PVA Control sind herkömmliche Einhausungslösungen meist individuelle, zeitaufwendige Sonderanfertigungen, die externe Unternehmen anfertigen. Das beginnt etwa mit dem Stellen von Pfosten, dem Anbringen der Beplankung – je nach Anforderung unterschiedlich – und einer anschließenden Pulverbeschichtung. Nutzen die Wettenberger nun die Vorteile eines Schaltschrank-Baukastensystems für den Aufbau ihre Einhausungen, sind sie effizienter und flexibler.

Baukasten mit reduzierter Komplexität

Mit dem VX25-Großschranksystem hat Rittal mithilfe eines übergreifenden, durchgängigen 25-mm-Maßrasters die Komplexität in der Schaltschranktechnik reduziert. Zudem wurde die Anzahl der Gleichteile signifikant erhöht. Das Ergebnis: weniger Teile und damit weniger Lagerfläche. So passen jetzt auch Ausbaukomponenten für die vertikalen Rahmenteile im Dach- und Bodenbereich des Schaltschranks.
Das 25-mm-Maßraster setzt sich bei angereihten Schaltschränken im benachbarten Schaltschrank fort. Dadurch können beispielsweise Schienen über mehrere Schränke hinweg montiert werden. Diese und andere Montagemöglichkeiten können mit dem nun 40 % kleineren Portfolio an Ausbauchassis und -schienen realisiert werden.

Steht die mechanische Konstruktion der Maschine, wird im nächsten Schritt definiert, wie die Anlage insgesamt aussehen soll, wie die Außenkantenmaße und damit die Größe der Einhausung sein sollen. Hierbei greift PVA Control auf die passenden Standardkomponenten zurück und arbeitet mit dem Rittal-Schaltschrankraster der 1000 und 800 mm breiten Schränke. Ziel ist es, die Länge und Breite so aufzubauen, dass eine durchgängige Einhausung mit Türen und Seitenwänden an den Stellen entsteht, wo es notwendig ist. Türen werden dort eingefügt, wo ein Zugang zur Anlage für Serviceeinsätze erforderlich ist. Bei der Einhausung der MOV 743 kommen dabei zwölf Schaltschränke zum Einsatz.

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