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Steif, schnell und trotzdem flexibel

28.09.2006 | Redakteur: MM

Für Anwendungen in Formenbau und Luft- und Raumfahrt, wo eine sehr hohe Maschinensteifigkeit benötigt wird, ist die Matrix Maschinenreihe der Breton SpA, Castello di Godego, konzipiert. Die...

Italienische Werkzeugmaschinenhersteller haben viel in die Entwicklung von HSC-Maschinen für den Einsatz im Werkzeug- und Formenbau investiert.Einige Fortschritte waren auf der Euromold in Frankfurt/Main zu sehen. Weitere sind für die EMO Mailand in Vorbereitung.Italienische Werkzeugmaschinenhersteller waren in puncto Design immer schon Vorreiter - auch, wenn ihre Maschinen, was Spezifikationen oder Zuverlässigkeit angeht, nicht immer dem letzten Stand der Technik entsprachen. Auf der Euromold in Frankfurt/Main im letzten Dezember haben einige jedoch italienische Hersteller Bearbeitungszentren für den Formenbau ausgestellt, die sich in bezug auf Geschwindigkeit, Produktivität und Zuverlässigkeit im internationalen Umfeld mit den Besten messen können. Und es wird in den Entwicklungszentren Norditaliens eifrig weiter geforscht, um zur EMO in Mailand im Oktober dieses Jahres neue Maßstäbe setzen zu können.An vorderster Front der Entwicklung von Bearbeitungszentren für den Formenbau steht FPT Industrie SpA in S. Maria di Salo in der Nähe von Padua. Die neueste Produktlinie, Dino, setzte bereits bei der Einführung den Wunsch von Formenbauern um, eine Komplettbearbeitung auf einer Maschine durchführen zu können. Nach Meinung von FPT-Geschäftsführer Luigi Gaggero stellt die HSC-Maschine Dino eine optimale Lösung für die Bearbeitung von komplexen Formen dar, unabhängig von dem zu bearbeitenden Werkstoff. Zu den Haupteinsatzgebieten der Dino-Reihe gehört laut Gaggero neben dem Formenbau die Luft- und Raumfahrttechnik.Die Bearbeitungswege sind bis 2800 mm in der X-Achse, 2200 mm in der Y-Achse und 800 mm in der Z-Achse. Weil sich der Bearbeitungskopf komplett aus dem Maschinenraum herausnehmen lässt, kann die Maschine die größten zu bearbeitenden Werkstücke schlucken.Drei verschiedene Fräsköpfe stehen Dino-Anwendern zur Auswahl. Zwei Universalköpfe mit 17- und 18-kW-Antrieben erreichen Drehmomente von jeweils 10,8 und 28,6 Nm. Ein Vertikal-Bearbeitungskopf mit 34 kW Leistung und einem Drehmoment von 163 Nm wird für gröbere Arbeiten eingesetzt. Eine Reihe von austauschbaren Spindeln, die mit 34 000 min-1 bei 17 kW Leistung arbeiten und 10 000 min-1 bei der 34-kW-Variante runden das Angebot ab. Linearantriebe sorgen für hohe dynamische Leistungen mit Geschwindigkeiten bis 10 m/min.Das Steuerungspanel kann links und rechts vom Bearbeitungsraum von dem Bearbeitungspersonal positioniert werden. Ein weiterer ergonomischer Vorteil ist, dass der Bearbeitungstisch mit 650 mm Höhe sehr niedrig ausfällt.Für Anwendungen in Formenbau und Luft- und Raumfahrt, wo eine sehr hohe Maschinensteifigkeit benötigt wird, ist die Matrix Maschinenreihe der Breton SpA, Castello di Godego, konzipiert. Die Entwickler bei Breton haben sich ihre Erfahrung in der Entwicklung von Steinbearbeitungsmaschinen und dem Einsatz von FEM-Software zunutze gemacht um eine optimale Maschinensteifigkeit zu erreichen.Zwei verschiedene Maschinengrößen mit drei interpolierten Bearbeitungsachsen auf der kleineren Maschine und drei oder fünf Achsen auf der größeren Maschine sind verfügbar. Das Matrix-800-Bearbeitungszentrum hat Verfahrwege von jeweils 2500, 2000 und 800 mm in den X-,Y- und Z-Achsen. Die größere Matrix 1300 hat einen Z-Verfahrweg von 1300 mm und bis 8000 mm in der X-Achse. Beide Varianten sind in Portalbauweise konstruiert. Der Eilgang beträgt 40 m/min. Eine breite Palette von Bearbeitungsköpfen steht zur Auswahl, bis hin zu einem drehbaren Kopf (A- und C-Achse) zur fünfseitigen Bearbeitung von Werkstücken.Ähnlich wie bei Entwicklungen in Deutschland werden von italienischen Werkzeugmaschinenherstellern immer mehr Linearmotoren eingesetzt (siehe auch MM 47, 2001, Seite 26). Weltweit gehört die Firma Jobs SpA in Piacenza zu den Vorreitern in der Entwicklung von Maschinen mit 3- und 5-achsiger Bearbeitung auf der Basis von Linearantrieben. Sogar beim Blitz, der kleinsten und günstigsten Maschine in der Linx-Reihe, kommen Linearmotoren zum Einsatz.Mit Verfahrgeschwindigkeiten bis zu 70 m/min erreicht das Einsteigermodell eine interpolierte Beschleunigung von 1,5 g. Linearmotoren von Siemens treiben alle drei Hauptachsen an. Der Twist-Bearbeitungskopf bringt eine Leistung von 29 kW bei einer Drehzahl von 24 000 min-1. Automatische Kopfwechsel können mit einer Minibuss-Option vollzogen werden. Für Anwendungen, die eine hohe Leistung erfordern, lässt sich die Blitz mit einer 33-kW-Spindel mit 9 000 min1 bestücken. Die Bearbeitung mit einer Aufspannung spart nach Herstellerangaben bis zu 40% Bearbeitungszeit. Die X-, Y-, Z-Verfahrwege in der Blitz-Reihe betragen jeweils 1700 (2600), 2200 und 900 mm.Mecof SpA, Belforte Monferrato, ist ein weiterer italienischer Hersteller von Bearbeitungszentren, der in jüngster Zeit seinen Platz als Weltmarktführer immer wieder unterstreicht. Lediglich ein Jahr hat die Entwicklung der neuen Fräsmaschinenbaureihe in Portalbauweise für kleinere Anwendungen gedauert. Basierend auf Linerantrieben von Siemens und Indramat, bietet die neue Prima Maschine einen Arbeitsbereich von 1,85 m3. Die Verfahrwege X, Y und Z werden mit 1400, 1650 und 800 mm angegeben. Die Vertikalspindel hat eine Verfahrgeschwindigkeit von 60 m/min und eine Beschleunigung von 1,1 g. Die 3D-Bearbeitungsgenauigkeit liegt nach Fimenangaben unter 20 µm. Verschiedene Spindel, ein automatischer Bearbeitungskopfwechsler und ein Werkzeugwechsler mit 24 oder 38 Plätzen runden die Ausrüstung von Prima ab.Speziell für die Bearbeitung komplexer Werkstücke mittlerer Abmessungen eignet sich das Fräszentrum K197 von Fidia SpA, San Mauro Torinese. Die K197 wird bei der Bearbeitung von Spritzgießformen auch mit tiefer Kavität, im Druckguss- und Schmiedebereich sowie im Luftfahrtsektor eingesetzt. Die Maschine ist im klassischen Fidia-Design realisiert: eine feste Tischkonstruktion, bei der die Linear- und Drehbewegungen auf das Werkzeug beschränkt bleiben. Die Dynamik bleibt somit, unabhängig vom Gewicht des Werkstücks, erhalten. Die Verfahrwege der linearen Achsen sind: X = 1650 mm, Y = 750 mm, Z = 700 mm.Die besondere Konstruktion des Fräskopfes, mit einem Versatz von 75 mm zwischen der Rotationsachse C und der Spindelachse in vertikaler Position, erhöht die Verfahrwege um 150 mm. Der Fräskopf ist mit einer Spindel ausgestattet, die 27 kW Leistung und eine maximale Drehzahl von 24 000 min-1 erreicht. Die Spindel verfügt über die Werkzeugaufnahme HSK63. Der Bearbeitungskopf kann kontinuierlich arbeiten. Es hat jedoch zusätzlich hydraulische Klemmungen für hohe Zerspanleistungen.

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