Schlechtwetterfront Stimmungseinbruch im ostdeutschen Maschinenbau

Quelle: Pressemitteilung

Wie der VDMA nun regsitriert, kippt die bisher positive Einschätzung ostdeutscher Maschinenbauer mit Blick auf die Zukunft spürbar. Hier mehr dazu...

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Noch haben die ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbauer ein Auftragspolster, das etwa bis Ende September reichen wird. Eine VDMA-Umfrage offenbart jetzt aber, dass die Stimmung bereits ins Wanken gerät. Hier die Details.
Noch haben die ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbauer ein Auftragspolster, das etwa bis Ende September reichen wird. Eine VDMA-Umfrage offenbart jetzt aber, dass die Stimmung bereits ins Wanken gerät. Hier die Details.
(Bild: B. Senkelmann)

Die Stimmung im ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbau hat sich im ersten Quartal 2022 deutlich eingetrübt, weiß der VDMA zu berichten. Zwar blickten ostdeutsche Maschinenbauer laut VDMA-Umfrage auf eine überdurchschnittliche Kapazitätsauslastung von fast 90 Prozent und ruhten auch auf einem Auftragspolster von einem halben Jahr relativ sanft, doch bewerteten deutlich weniger als bisher ihre aktuelle Gesamtgeschäftslage positiv. Hinzu kommen die eher negativen Erwartungen an die kommenden Monate und das Gesamtjahr 2022. Die Umfrage erhielten rund 350 Mitglieder des VDMA in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Der Ukraine-Krieg wirkt sich im Maschinenbau so langsam aus...

Rund 69 Prozent der Maschinen- und Anlagenbaubetriebe bewerteten demnach ihre wirtschaftliche Situation mit Blick auf die ersten drei Monate 2022 als „sehr gut“ oder zumindest „eher gut“. Doch am Jahresende 2021 sagten das noch 83 Prozent der Befragten Maschinenbauer. Trotz der oben genannten erfreulichen Tatsachen, beäugten viele den Krieg in der Ukraine kritisch, weil er bereits seine Spuren hinterließe. So sinkt aufgrund der ungewissen Situation die Investitionsbereitschaft der Kunden, heißt es weiter. Auch verstärkt der Krieg die bestehenden Zuliefer- und Logistikprobleme, wobei die Material- und Transportkosten weiter in bedrohliche Höhen geschraubt würden.

Die Neuaufträge hinken dem Umsatz offensichtlich hinterher

Die Unternehmen lasteten im ersten Quartal 2022 ihre vorhandenen Kapazitäten, wie gesagt, zu durchschnittlich 88,9 Prozent aus. Dieser Wert liegt aber einen Prozentpunkt unter dem des Vorquartals und ist der zweithöchste der vergangenen beiden Jahre. Konstant geblieben ist das Auftragspolster, wie der VDMA mitteilt. Es reiche im Branchenschnitt für genau 5,7 Produktionsmonate, also etwa bis Ende September 2022. Dabei berichteten rund 22 Prozent der befragten Maschinenbauer, dass der Auftragsbestand im ersten Quartal 2022 im Vergleich zum Jahresende 2021 zurückgegangen ist. Angesichts der nach wie vor vorhandenen Lieferkettenprobleme liege die Vermutung nahe, dass Neuaufträge nicht mehr Schritt hielten mit den Umsätzen. Die kommenden Wochen müssten nun zeigen, ob das bestehende Auftragspolster dick genug sei.

Nur 46 Prozent der Maschinenbauer sind positiv gestimmt

Die sich vermehrenden Hürden und das fehlende Vertrauen in eine wenigstens absehbare Lösung der bestehenden Probleme dämpften auch die Geschäftserwartungen. So rechneten nur noch 62 Prozent der ostdeutschen Maschinenbauer im zweiten Quartal 2022 mit einer positiven Auftragslage – für das erste Quartal 2022 glaubten daran wohlgemerkt noch 90 Prozent. Gut 38 Prozent der ostdeutschen Maschinenbauer befürchten jetzt aber, dass sich die kurzfristigen Geschäftschancen im Vergleich zu bisher verschlechtern werden, wie der VDMA registriert.

Und zaghaft ist auch die Prognose für das Gesamtjahr 2022: Zwar gehen 46 Prozent der Betriebe für den Rest des Jahres von einer eher guten oder sehr guten Entwicklung der eigenen Geschäftslage aus, doch erwarten rund 54 Prozent eine Verschlechterung der Gesamtsituation.

Der Wille ist da, aber das Fachpersonal fehlt nach wie vor...

Ungeachtet der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung wollen etwa 64 Prozent der ostdeutschen Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau in den nächsten sechs Monagen die Zahl ihrer Beschäftigten halten. Und weitere 26 Prozent der Betriebe möchten auch neue Mitarbeiter einstellen. Das gilt zwar einerseits als ein gutes Signal, das die Zuversicht in der Branche verdeutlicht, dass die Herausforderungen zu meistern sind. Doch bleibe es immernoch schwierig, geeignete Facharbeiter oder Ingenieure zu finden.. Vier von fünf Betrieben haben der Umfrage zufolge Probleme, neue Teammitglieder zu finden. Am stärksten betroffen waren die Neu- oder Nachbesetzung von Stellen in der Produktion, in der Entwicklung und Konstruktion sowie in der Software-Entwicklung, schließt der VDMA mit den Ergebnissen dieser Umfrage.

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