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Energieversorgung

Strom wird knapp: VDEW befürchtet Engpässe ab 2012

17.04.2007 | Redakteur: Frank Fladerer

Schauen skeptisch in die Zukunft: Roger Kohlmann (stellvertretender Hauptgeschäftsführer), Werner Brinker (Präsident), Frank Brachvogel (Pressesprecher) (v.l.) – alle VDEW – befürchten Engpässe. Grund ist unter anderem die geringere Ausnutzungsdauer der neuen Kraftwerkstypen. Bild: Fladerer
Schauen skeptisch in die Zukunft: Roger Kohlmann (stellvertretender Hauptgeschäftsführer), Werner Brinker (Präsident), Frank Brachvogel (Pressesprecher) (v.l.) – alle VDEW – befürchten Engpässe. Grund ist unter anderem die geringere Ausnutzungsdauer der neuen Kraftwerkstypen. Bild: Fladerer

Hannover (js) – In Deutschland droht ab 2012 ein Engpass bei der Stromversorgung. Der beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie und die Verzögerung bei der Genehmigung von Kraftwerksneubauten

Hannover (js) – In Deutschland droht ab 2012 ein Engpass bei der Stromversorgung. Der beschlossene Ausstieg aus der Kernenergie und die Verzögerung bei der Genehmigung von Kraftwerksneubauten führen zu einem „dramatischen Druck“ bei den Energieunternehmen. Das erklärte der Präsident des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Werner Brinker, gestern auf einer Pressekonferenz zum Auftakt der diesjährigen Hannover-Messe.

Alleine bis 2012 sind nach einer VDEW-Erhebung neue Kraftwerke mit einer Leistung von rund 39 000 MW geplant, davon entfallen rund 8000 MW auf regenerative Energien. Diese müssten allerdings schnellstens gebaut werden, um die Energieversorgung künftig sicherstellen zu können, so Brinker, der auch für die Folgejahre weiterhin anhaltenden Erneuerungsbedarf sieht.

Bis 2020 müssen nach Angabe des Branchenverbandes, der rund 750 Stromunternehmen vertritt, bis zu 50 000 MW Kraftwerksleistung ersetzt werden – das ist mehr als ein Drittel der derzeitigen Kapazität. „Ob wir das schaffen, ist bereits jetzt fraglich“, so Brinker. Zum einen gebe es im benachbarten Ausland, in dem verstärkt Kraftwerke gebaut werden, Materialengpässe. „In Frankreich ist derzeit kein Blech für Kessel mehr zu bekommen.“

Zum anderen erschwere eine geringere Ausnutzungsdauer der neuen Kraftwerkstypen die Ersatzbeschaffung für die in den kommenden Jahren vom Netz gehenden Kraftwerke. Während Braunkohle- und Kernkraftwerke gut 7000 Stunden im Jahr Strom produzierten, kämen Windkraftwerke lediglich auf 1500 Stunden im Jahr.

Vor diesem Hintergrund müsse ein Energiemix mit Ausgewogenheit zwischen Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit gefunden werden, forderte der stellvertretende VDEW-Hauptgeschäftsführer Roger Kohlmann. „Den einen Energieträger, der alle drei Kriterien ausgewogen erfüllt, gibt es zur Zeit noch nicht“, so Kohlmann weiter. Nur wenn der schwierige Ausgleich gelinge, könne die Stromversorgung gesichert werden.

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