China Market Insider Stromausfälle: Kann sich China jetzt mit Kohle retten?

Autor / Redakteur: Henrik Bork / Melanie Krauß

Im Kampf gegen die andauernde Stromknappheit setzt China jetzt auf Kohle. Doch ausgerechnet mit dem zweitgrößten Kohleexporteur Australien gibt es derzeit Streit. Gerät die Planwirtschaft nun an ihre Grenzen?

(Bild: ©Eisenhans - stock.adobe.com)

Die Stromausfälle und Produktionsstopps in China haben landesweit das Ausmaß einer Krise erreicht. Von Guangdong im Süden über Zhejiang im Osten bis hin zu Liaoning im Norden – 20 von 31 chinesischen Provinzregierungen haben mittlerweile den Strom rationiert, berichtet die South China Morning Post. Viele Industriebetriebe in allen Teilen des Landes sind betroffen, darunter auch Unternehmen der fertigenden Industrie von Stahlproduzenten über Autobauer wie Toyota bis hin zu Chemiefabriken. Mindestens 80 Stahlfabriken in China, darunter in Hebei, Jiangsu und Liaoning, haben im September ihre Produktion reduziert, berichtet das Fachportal Zhouji Kuangshan.

Anders als bei früheren Versorgungsengpässen in der Volksrepublik sind diesmal aber nicht nur Industriebetriebe, sondern auch viele Verbraucher betroffen. In Shenyang in der Provinz Liaoning, wo viele deutsche Unternehmen angesiedelt sind, fielen zeitweise die Straßenampeln aus, was an manchen Orten zu Staus führte. In anderen Teilen Chinas zündeten Ladeninhaber vereinzelt Kerzen an, um öffnen zu können. Manche Besitzer von E-Autos konnten ihre Batterien nicht wieder aufladen.