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Energiemarkt

Strompreise für Unternehmen schnellen in die Höhe

| Redakteur: Robert Horn

Die Sorge um einen Kohleausstieg Deutschlands lässt die Strompreise in die Höhe schnellen.
Die Sorge um einen Kohleausstieg Deutschlands lässt die Strompreise in die Höhe schnellen. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Der Aufwärtstrend bei den Strompreisen hat sich auch im Oktober fortgesetzt. Das Marktpreisniveau für Unternehmen zog insbesondere bei längerfristigen Vertragsabschlüssen noch einmal deutlich an.

Gestützt durch hohe Kohlepreise sowie positive Erwartungen zur Konjunkturentwicklung hat sich der Anstieg der Börsenpreise für Strom auch im Oktober weiter fortgesetzt. Dabei waren die Kontrakte für die Lieferjahre 2019 und 2020 insbesondere in der zweiten Monatshälfte deutlich stärkeren Preiserhöhungen unterworfen als das Lieferjahr 2018. Während der mittlere Preis für das Produkt Baseload 2018 gegenüber dem Vormonat um rd. 0,70 €/MWh angestiegen ist, kam es für das Kalenderjahr 2019 zu einem Anstieg um rd. 1,30 €/MWh und für das Kalenderjahr 2020 sogar zu einem Anstieg um rd. 2,30 €/MWh.

Die aktuellen Preise für 2020 liegen damit erstmals in diesem Jahr höher als die Preise für das Frontjahr. Ursächlich für diese Entwicklung sind offenbar Unsicherheiten, dass in den Verhandlungen zu einer möglichen Jamaika-Koalition ein Einstieg in den Ausstieg aus der Kohleförderung beschlossen werden könnte.

  • Ispex-Energiepreisindex: Strompreise für Unternehmen erreichen höchstes Niveau seit knapp 3 Jahren

Als Folge der Börsenpreisentwicklung war im Oktober eine erneute Verschlechterung der Strompreisangebote für Unternehmen festzustellen. Gegenüber dem Vormonat stieg der Ispex-Strompreisindex um rd. 0,10 ct/kWh auf nunmehr 3,908 ct/kWh. Ein derart hohes Preisniveau hatte der Markt zuletzt im vierten Quartal 2014 gezeigt. Gegenüber dem günstigsten Preisniveau des Jahres, das im Mai zu verzeichnen war, beläuft sich der Preisanstieg mittlerweile auf über 0,80 ct/kWh.

Besonders deutlich fällt der Anstieg für längerfristige Verträge aus. Wurden noch im September Verträge mit einer Laufzeit von zwei oder drei Jahren zu günstigeren Konditionen angeboten als Verträge mit einem Jahr Laufzeit, liegt das Preisniveau für das Lieferjahr 2020 inzwischen sogar höher als für das Lieferjahr 2018. Vor diesem Hintergrund tendieren zahlreiche Unternehmen im Moment eher zu kurzen Vertragslaufzeiten.

Die aktuelle Marktpreisentwicklung zeigt erneut, dass eine laufende Marktbeobachtung für die Energiebeschaffung von entscheidender Bedeutung ist. Dennoch richten viele Unternehmen ihre Beschaffung nach wie vor eher nach dem Kalender als nach dem Marktpreisniveau aus und schließen ihre Energielieferverträge jeweils zu einem festen Zeitpunkt im Herbst ab. Angesichts des zuletzt deutlich gestiegenen Preisniveaus müssen diese Unternehmen im kommenden Jahr häufig erhebliche Mehrkosten verkraften. Um entsprechend gravierende Kostenschwankungen für künftige Lieferzeiträume zu vermeiden, ist es für die Mehrzahl der Unternehmen sinnvoll, ausgehend vom aktuellen Vertragspreis oder einer Budgetplanung Marktpreislimits zu definieren, die zur Bestimmung von Einkaufszeitpunkten genutzt werden können.

Gaspreise im Oktober weitgehend stabil

Die Terminmarktpreise für Erdgas blieben im Oktober weitgehend stabil. Insbesondere in den ersten drei Wochen des Monats waren kaum nennenswerte Preisbewegungen zu beobachten. In der letzten Oktoberwoche zeigte sich dann ein Preisanstieg um rd. 0,50 €/MWh. Anders als beim Strom entwickelten sich die Preise für die Kalenderjahre 2018 bis 2020 weitgehend parallel. Nach wie vor liegen die Notierungen für das Lieferjahr 2018 höher als die Notierungen für die Lieferjahre 2019 und 2020.

Ispex-Energiepreisindex: Gaspreise stabiler als Strompreise

Die durchschnittlichen Angebotspreise für Unternehmen gaben im Oktober etwas nach. Der Ispex Gaspreisindex fiel gegenüber dem Vormonat von 1,792 ct/kWh auf 1,758 ct/kWh. Insgesamt zeigt sich der Erdgasmarkt für Unternehmen in diesem Jahr deutlich stabiler als der Strommarkt. Die Preisdifferenz zwischen dem niedrigsten Preisniveau im Juli und dem höchsten Preisniveau im Februar beläuft sich lediglich auf rd. 0,13 ct/kWh.

Für die kommenden Wochen wird überwiegend ein steigender Preistrend erwartet. Unterstützung für die Gaspreise geht derzeit von den Öl- und Kohlepreisen aus. Am Ölmarkt stieg der Preis für Brent in den letzten Wochen erstmals seit Juli 2015 wieder über die Marke von 60,00 US-Dollar pro Barrel und auch die Kohlepreise notieren aktuell auf relativ hohem Niveau. Einen wesentlichen Preisfaktor für die kommenden Wochen stellt aber natürlich auch die Entwicklung der Wetterprognosen für den Winter dar.

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