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BASF: Forschung digitalisieren Supercomputer läuft mit voller Kapazität

Redakteur: Beate Christmann

Der Chemiekonzern BASF hat seinen Supercomputer Quriosity in Betrieb genommen. Ab sofort soll den Forschungsabteilungen eine Rechenleistung von 1,75 Petaflops zur Verfügung stehen, um komplexe Simulationen und Modellierungen in kurzer Zeit durchzuführen. Die Entwicklungsdauer neuer Produkte soll sich maßgeblich verkürzen.

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Rechenleistung, die Infrastruktur benötigt: Beim Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen hat der Supercomputer Quriosity seinen Betrieb aufgenommen. Dazu mussten in einem Serverraum extra die Böden verstärkt werden.
Rechenleistung, die Infrastruktur benötigt: Beim Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen hat der Supercomputer Quriosity seinen Betrieb aufgenommen. Dazu mussten in einem Serverraum extra die Böden verstärkt werden.
(Bild: BASF)

Im Ranking der weltweit 500 größten Rechenanlagen belegt er aktuell den 65. Platz: Der Supercomputer Quriosity bietet eine Rechenleistung von 1,75 Petaflops (dabei entspricht 1 Petaflop einer Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde). Davon sollen nun die Forschungsabteilungen des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen profitieren. Denn wie das Unternehmen berichtet, hat Quriosity nach nur einem Jahr der Planung und Realisierung seinen Betrieb aufgenommen und läuft bereits mit voller Kapazität. Auch erste Rechnungen sollen bereits gestartet sein.

Komplexere Simulationen und Platz für Kreativität

„Wir können unseren Forschern nun eine Rechenleistung zur Verfügung stellen, wie kein anderes Unternehmen in der Chemiebranche“, zeigt sich Dr. Martin Brudermüller, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Chief Technology Officer der BASF, überzeugt. Der Supercomputer soll es nicht nur ermöglichen, mehr und komplexere Simulationen und Modellierungen in kürzerer Zeit durchzuführen, er soll zudem auch mehr Spielraum für Kreativität schaffen. Denn Quriosity, wie er von den Mitarbeitern in Folge einer Online-Umfrage getauft wurde, soll eine etwa zehnmal höhere Rechenleistung zur Verfügung stellen, als es bisher bei BASF insgesamt für wissenschaftliches Rechnen der Fall war.

Um den Superrechner in Betrieb nehmen zu können, mussten laut Unternehmensaussage im Serverraum in Ludwigshafen die Böden verstärkt, über 1000 Netzwerkkabel mit einer Gesamtlänge von 15 km verlegt und eine eigene Wasserkühlung installiert werden, die mit bis zu 60.000 l pro Stunde kühlen kann. Mit einer Leistungsaufnahme von 600 kW verbraucht er unter Volllast 600 kWh und erzeugt eine entsprechende Abwärme. Aber nicht nur die Infrastruktur musste stimmen, die Anlage musste auch in die bereits bestehende IT-Struktur integriert werden.

Neue Möglichkeiten wertschöpfend nutzen

Zu den ersten Rechnungen gehören Themen, die eine große Rechenleistungen beanspruchen. Dazu zähen Simulationen von Industriekatalysatoren, Pflanzenschutzmitteln und Materialien. „Bisher konnte man bei Simulationen immer nur sehr wenige Parameter verändern und musste dann das Ergebnis abwarten. Mit dem Supercomputer sind deutlich komplexere Modelle möglich, bei denen deutlich mehr Parameter variiert werden können“, erklärt Projektleiter Dr. Stephan Schenk. Insgesamt könnten nach seiner Vorstellung nicht nur die Entwicklungsdauer signifikant verkürzt, sondern auch bislang verborgene Zusammenhänge erkannt und genutzt werden, um völlig neue Forschungsansätze voranzutreiben.

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