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Störungen in der Lieferkette beheben

Supply Chain Design für eine effiziente Industrie 4.0

| Autor/ Redakteur: Michael Wallraven / Sebastian Hofmann

Im Industrie-4.0-Zeitalter sind Daten die Basis für effizient gesteuerte, globale Warenströme. Mit ihrer Hilfe können Unternehmen flexibel und agil auf Störungen in der Lieferkette reagieren. Digitale Lösungen ermöglichen optimiertes und komplexes Supply Chain Management. Sie bieten Entscheidungshilfen, um Lieferketten im Bedarfsfall schnell anzupassen. Dabei kommt es vor allem auf die Qualität der Daten an.

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Damit Industrie 4.0 funktioniert, bedarf es reibungslos funktionierender Supply Chains.
Damit Industrie 4.0 funktioniert, bedarf es reibungslos funktionierender Supply Chains.
(Bild: gerenme, Llamasoft)

Der Begriff Industrie 4.0 steht für die vierte industrielle Revolution, die sich durch einen zunehmenden Datenaustausch sowie eine Automatisierung in der Fertigungstechnik auszeichnet. Die Auswirkungen von Industrie 4.0 und der Vernetzung von Maschinen werden oft als Bedrohung der traditionellen Supply Chain betrachtet. Doch neue digitalisierte Supply-Chain-Design-Plattformen können die hohe Störanfälligkeit von Lieferketten dank Industrie 4.0 reduzieren und das Supply Chain Management revolutionieren.

Störanfälligkeit der Supply Chain

Die vielschichtigen Gründe für Unterbrechungen der Supply Chain stellen Logistiker vor große Herausforderungen: Von defekten Maschinen oder Materialien, Explosionen, Naturkatastrophen wie Bränden, Stürmen oder Hochwasser, dem Ausfall von Lieferanten oder auch Mitarbeiterstreiks bis hin zu Handelskonflikten oder Ereignissen wie dem Brexit: All dies sind Beispiele für schwerwiegende Faktoren in der Supply Chain. Aber viel häufiger lösen weitaus weniger dramatische Begebenheiten Ausfälle in der Lieferkette aus: so zum Beispiel menschliche Fehler, die zu Verzögerungen in der Produktion führen und sich auf die gesamte Supply Chain auswirken können.

Starre Prozesse und ungenaue Prognosen der traditionellen Supply-Chain-Systeme lassen zudem wenig Flexibilität zu. Bisher werden die Abläufe der Supply Chain lediglich so festgelegt, dass die prognostizierten Umsätze erreicht werden. Hinzu kommt, dass die meisten Supply Chains historisch gewachsene Silos sind und ein ganzheitlicher Blick auf alle Teilaspekte der Lieferkette fehlt. Dieser fehlende Blick über einzelne Bereiche hinaus sorgt dafür, dass Prozesse nicht verzahnt sind und kein Austausch zwischen einzelnen Teilbereichen stattfindet. Aufgrund dieser Abhängigkeit von unzureichenden Prozessen können Unternehmen nur langsam auf Störungen und Veränderungen reagieren, geschweige denn sich darauf vorbereiten.

„Smart Logistics” dank intelligentem Supply Chain Design

Um Lieferketten an sich ändernde Bedingungen schnell anzupassen und flexibel zu gestalten, bedarf es einer agilen, digitalen Lösung, die die bisherigen unpräzisen Prozesse ersetzt. Diese modelliert, simuliert und testet auf Basis von vielschichtigen Daten unterschiedliche Szenarien, damit Unternehmen auf Supply-Chain-Unterbrechungen vorbereiten sind. Wenn diese Szenarien dann tatsächlich eintreffen, können Unternehmen Entscheidungen unverzüglich treffen und ihr Supply Chain Management sofort entsprechend optimieren. Der hohe Grad an Vernetzung in einer „Smart Factory“ dient hier als Voraussetzung für eine intelligente Logistikkette: Automatisierte Maschinen sind in der intelligenten Fabrik mit dem Internet verbunden, um effizientere und flexiblere Produktionsprozesse zu ermöglichen.

Komplexe, globale Lieferketten sind anfällig für Störungen. Um schnell reagieren zu können und um vorzubeugen, hilft ein leistungsstarkes Supply-Chain-Design.
Komplexe, globale Lieferketten sind anfällig für Störungen. Um schnell reagieren zu können und um vorzubeugen, hilft ein leistungsstarkes Supply-Chain-Design.
(Bild: FabVietnam_Photography, Llamasoft)

Ein Fokus liegt auf der Verarbeitung der Daten

Die aus den vernetzten Systemen resultierenden Daten liefern relevante Informationen für eine reibungslos funktionierende Supply Chain: Von der Werkstatt, der Fabrik bis hin zum Logistik- und Distributionszentrum liefert jedes angeschlossene Gerät wichtige Daten, die in die digitale Version der Lieferkette eingespeist werden können. Es lassen sich sämtliche im Industrie-4.0-Kontext anfallenden Daten für das Supply Chain Design nutzen. Dazu gehören unter anderem der Abnutzungsgrad von Werkzeugen, die Kosten für den Transport einer Ware von A nach B, die Auslastung bestimmter Maschinen und Fabriken, die Kosten und Verfügbarkeit bestimmter Ersatzteile, die Länge von Transportwegen, aber auch externe Faktoren wie Wetterdaten oder Verkehrsinformationen. Die Daten stammen also aus vielen verschiedenen Quellen und sind somit in der Regel sehr heterogen. Ihre Verwendung aus Auswertung hilft, die verschiedenen Silos entlang der traditionellen Supply Chain aufzubrechen und so einen ganzheitlichen Blick auf die Lieferkette zu erhalten. Hinzu kommt, dass gerade globale Ketten – vor allem durch dezentrale Produktionen – immer komplexer werden.

Für eine erfolgreich gestaltete Supply Chain müssen diese großen Datenmengen über Karten, Grafiken oder Dashboards visualisiert werden: Supply-Chain-Design-Plattformen ermöglichen, mit verschiedenen Daten aus unterschiedlichen Quellen digitale Modelle komplexer Supply Chains zu erstellen, Simulationen durchzuführen und Fehler in bestehenden Supply Chains zu identifizieren. So lassen sich „was-wäre-wenn“-Fragen beantworten, die helfen, auf mögliche Störungen vorbereitet zu sein. Das verringert die Risiken entlang der Supply Chain und trägt dazu bei, Prozesskosten zu senken. Gleichzeitig erhöht sich damit auch die Flexibilität in der Supply Chain: Denn Unternehmen müssen heute tagesaktuell auf Ereignisse reagieren, aber auch langfristige Konzepte für ihre Lieferketten erstellen.

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* Michael Wallraven ist Geschäftsführer von Llamasoft in 80539 München, (0 89) 20 60 21-4 01, michael.wallraven@llamasoft.com

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