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Metall- und Elektroindustrie

Tarifvertrag soll Ausbildungschancen von Schulabbrechern verbessern

| Redakteur: Jürgen Schreier

Jugendliche ohne Schulabschluss hat der „Tarifvertrag zur Förderung der Beschäftigungschancen“ im Visier. Der Tarifvertrag „Bildungsteilzeit“ verbessert die Weiterbildungschancen in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie. VBM-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt erläutert beide Neuerungen.

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Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie: „Der Jugendliche erlebt die Arbeitspraxis und wird qualifiziert.“
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie: „Der Jugendliche erlebt die Arbeitspraxis und wird qualifiziert.“
(Bild: VBM)

Herr Brossardt, Sie haben mit der IG Metall Bayern einen neuen Tarifvertrag vereinbart, der die Beschäftigungschancen benachteiligter Jugendlicher ohne Hauptschulabschluss stärkt. Warum ist er wichtig?

Brossardt: Wir haben allein auf Bayern bezogen bis zum Jahre 2015 einen Fachkräftemangel von etwa 500.000 Menschen zu verzeichnen. In der Metall- und Elektrobranche ist die Situation zwar nicht ganz so gravierend, aber auch unsere Mitgliedsunternehmen tun sich zunehmend schwerer, entsprechende Fachkräfte zu finden. Das Rückgrat in Bayern für die Fachkräfte ist das duale Ausbildungssystem, das sich durch Realschüler und Hauptschüler mit qualifiziertem Abschluss speist. Darüber hinaus haben circa 4 % Hauptschüler mit einfachem Abschluss Ausbildungsverträge in unseren Mitgliedsunternehmen. Für diese Gruppe haben wir im vergangenen Jahr ein Programm auf die Beine gestellt, das sich „power(me)“ nennt und mit dem seit Projektstart im Frühjahr 2011 über 100 Auszubildende einen Ausbildungsplatz in der Metall- und Elektroindustrie erhalten haben. Nun bleibt die Gruppe an jungen Menschen, die keinen Hauptschulabschluss haben. Zwar zählen sie nicht zu denjenigen, die für einen der anspruchsvollen Berufe in der Metall- und Elektroindustrie die Voraussetzung mitbringen, doch wir wollen einen Weg aufzeigen, auch ihnen in der Metall- und Elektroindustrie eine Beschäftigung zu bieten.

Wie sieht die Tarifvertragsregelung genau aus?

Brossardt: Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass in Bayern 5 % der Jugendlichen die Schule ohne Abschluss verlassen. Zwar liegt Bayern im Ländervergleich sehr gut, doch auch dieser Prozentsatz ist zu hoch. Unsere Regelung sieht zwei Phasen vor. Zum einen geht es um ein klassisches Einstiegsqualifizierungsverhältnis (EQJ), ein Instrument der Bundesagentur für Arbeit. Der Jugendliche tritt in einen Betrieb ein, erlebt die Arbeitspraxis und wird qualifiziert. Die dafür anfallenden Kosten werden von der Bundesagentur für Arbeit erstattet. Diese Phase ist durch eine Erklärung der beiden Tarifpartner im Tarifvertrag abgesichert und dauert bis zu zwölf Monate.

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