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Sembach

Technische Keramik aus Franken in Raumsonde Rosetta

| Redakteur: Jürgen Schreier

Die Raumsonde Rosetta nähert sich dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko.
Die Raumsonde Rosetta nähert sich dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko. (Bild: Sembach)

Die Raumsonde Rosetta ist in den Orbit des Zielkometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko eingetreten und bereitet nun die Landung von Philae vor. Ziel der Mission ist die Erforschung der Kometenoberfläche, unter anderem mit einem Gasanalysator. Dessen Detektor ist aus technischer Keramik der Firma Sembach, Lauf a. d. Pegnitz, hergestellt.

Es werden viele kleine, technische Details sein, die über den Erfolg der internationalen Raumfahrtmission Rosetta entscheiden. Nach zehn Jahren Reisezeit und einer 6 Mrd. km langen Wegstrecke durch das All hat die Raumsonde Rosetta kürzlich den Zielkometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko erreicht - mit an Bord: die Technische Keramik des fränkischen Unternehmens Sembach Technical Ceramics.

Technische Keramik – für den Einsatz im All wie geschaffen

Die Sonde der Europäischen Weltraumagentur ESA inklusive ihrer Landeeinheit Philae ist mit insgesamt 21 wissenschaftlichen Instrumenten bestückt. Bei einem der Instrumente handelt es sich um einen Gas-Chromatograf mit Ionenfallen-Massenspektrometer. Dieser Gasanalysator, genannt Ptolemy, soll die Isotopen-Zusammensetzung der Kometen-Kernoberfläche messen. In Kombination mit zahlreichen Tests und Analysen anderer Messinstrumente gibt Ptolemy Aufschluss darüber, ob Kometeneinschläge für die Entstehung von Leben auf der Erde von Bedeutung gewesen sind.

Technische Keramik findet sich in Geräten zahlreicher Weltraummissionen. Im Deutschen Museum München beispielsweise ist ein Weltrauminstrument der Raumsonde Cassini ausgestellt, das Sembach-Keramik enthält.

Herzstück von Ptolemy ist ein Detektor, bestehend aus Elektronenvervielfacher-Kanälen, den das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) entwickelt hat. Üblicherweise sind die spiralförmigen Kanäle komplett aus schwarzem Bleiglas gefertigt. Die Elektronenvervielfacher-Kanäle von Ptolemy sind dagegen aus einer Kombination von Bleiglas und technischer Keramik hergestellt - der hohle Trägerkörper besteht dabei aus alkalifreiem Sondersteatit (Magnesiumsilicat), dessen Innenraum mit Bleiglas benetzt wurde.

Keramik-Glas-Detektoren haben hohe mechanische Stabilität

„Für den Einsatz von Systemkomponenten in der Raumfahrt bestehen besondere Anforderungen“, erklärt Dr. Fred Goesmann, Physiker in der Abteilung Planeten und Kometen am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. Im Gegensatz zu Detektoren, die ganz aus Glas gefertigt sind, verfügen Keramik-Glas-Detektoren über eine hohe mechanische Stabilität und über eine hohe elektrische Isolationsfähigkeit.

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