Igus Testlabor erlaubt Aussage zur Leitungslebensdauer

Autor / Redakteur: Rainer Rössel / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Um die Lebensdauer seiner selbst hergestellten Leitungen verlässlich voraussagen zu können, betreibt ein Spezialist fürbewegte Leitungen in Energieketten ein 2750 m² großes Testlabor. Dies soll die Funktionsfähigkeit der Kombination beweisen.

Firmen zum Thema

Um die Lebensdauer sämtlicher Produkte verlässlich voraussagen zu können, betreibt ein Hersteller von Energieketten und bewegten Leitungen ein Testlabor mit 65 verschiedenen Testständen.
Um die Lebensdauer sämtlicher Produkte verlässlich voraussagen zu können, betreibt ein Hersteller von Energieketten und bewegten Leitungen ein Testlabor mit 65 verschiedenen Testständen.
(Bild: Igus)

Auf heute 65 verschiedenen Testständen werden die Produkte des Unternehmens Igus im Dauerbetrieb auf ihre Belastbarkeit geprüft. Weil es auf die genaue Abbildung der realen Arbeitsbedingungen ankommt, sind Testachsen mit unterschiedlichsten Verfahrwegen und Beschleunigungen oder Witterungsbedingungen vorhanden. Für die Erprobung von großen Energiekettensystemen, wie sie etwa bei Krananlagen zum Einsatz kommen, ist ein Außentestgelände mit einem Verfahrweg von 240 m vorhanden. Dort wurden bereits Komponenten mit 4 m/s und einer Zusatzlast von 8 kg/m auf eine Gesamtleistung von 25.000 km erfolgreich getestet.

Dabei wird diese „Kabelfolterkammer“ nicht zum Selbstzweck betrieben, sondern dient der konsequenten Verbesserung der Konstruktions- und Fertigungsverfahren. Und was hat nun der Kunde davon? Die Sicherheit, dass die ausgewählte Leitung funktioniert. Und dies so gut, dass er eine Funktionsgarantie von bis zu 36 Monaten oder 10 Mio. Hüben erhält. Denn durch die große Anzahl an Versuchen der letzten mehr als 25 Jahre kamen so viele Testergebnisse zusammen, dass eine Sicherheit auf die verbauten Teile garantiert werden kann.

Bildergalerie

Messsystem gegen Aderbruch

Zusätzlich zu den Tests während der Entwicklung neuer Produkte führt Igus eine kontinuierliche Fertigungsüberwachung durch. Dabei werden Leitungen aus der laufenden Produktion nach einem bestimmten Algorithmus entnommen, insgesamt mindestens 20 % der gesamten Fertigung. Diese werden anschließend in der Chargenprüfung bewertet. Dazu gehört neben den bewegten Tests in E-ketten eine komplette Aufbauanalyse nach dem absolviertem Test in der Energiekette. Hierdurch kann sichergestellt werden, dass sich keine schleichenden Fertigungsfehler negativ auf das Biegeverhalten von Leitungen auswirken. Dadurch, dass jede Igus-Leitung anhand ihrer Charge eindeutig identifizierbar ist, kann im Zweifel auch eine Lieferung bei Kunden direkt zurückgerufen werden. Insgesamt absolvieren Chainflex-Leitungen bei Igus über 250 Mio. Zyklen pro Jahr allein bei Chargenprüfungen, was einzigartig am Markt ist.

Nicht die Erkenntnis, dass eine Leitung im Test oder im Realbetrieb gebrochen ist, hilft bei der Aussage, ob eine Konstruktion verbessert werden muss oder nicht, sondern die frühzeitige Erkenntnis, dass eine Leitung zu brechen beginnt. Mit anderen Worten: Wann beginnt die Ermüdung einer Leitung, bevor der Ausfall tatsächlich Schäden verursacht? Denn nur so kann bei der anschließenden Untersuchung noch erkannt werden, wie die Ursache bekämpft werden kann. Um aber die riesigen Messdaten im Labor zu erfassen – bei Igus werden jährlich über 1,4 Mio. elektrische Messungen durchgeführt –, wurde von Igus das System „AutΩMeS“ entwickelt. Dieses vollautomatische Messsystem, das modular an die Bedürfnisse der Versuchsmaschinen angepasst werden kann, überwacht dabei kontinuierlich die elektrischen Eigenschaften der Leitungen und kann so schnell und sicher Abweichungen feststellen: 24 Stunden am Tag, an 365 Tagen im Jahr.

(ID:44423529)