Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Industrie 4.0

Virtuelle Sensorik macht reale Sensoren weitgehend überflüssig

| Redakteur: Peter Koller

Facharbeiter installieren bei Gorenje Sensoren in das Werkzeug einer Umformmaschine, die Bauteile für Haushaltsgeräte presst.
Facharbeiter installieren bei Gorenje Sensoren in das Werkzeug einer Umformmaschine, die Bauteile für Haushaltsgeräte presst. (Gorenje Group)

Die Industrie 4.0 verspricht Maschinen, die durch eingebaute IT intelligent sind und mitdenken. Im Projekt iMAIN ist eine Technologie entstanden, die es erlaubt, Maschinen in bisher unbekannter Qualität und in Echtzeit am Rechner zu überwachen. Kernelemente: Virtuelle Sensoren und mathematische Modelle.

Umformmaschinen müssen einiges aushalten, und das über eine lange Zeit. Fallen die Maschinen aus, ist der Schaden groß. Hinzu kommt, dass die Maschinen meist in eine Prozesskette eingebettet sind: Fällt eine aus, steht die gesamte Produktion still.

Die Maschine der Zukunft weiß, wenn sie ein Problem hat

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz arbeiten daran, dies zu ändern: Maschinen sollen in Zukunft genau wissen, wenn sie ein Problem haben und wann dieses auftritt. Im EU-Projekt iMAIN (www.imain-project.eu) haben die Wissenschaftler den Prototypen einer Technologie entwickelt, die es erlaubt, eine Aussage darüber zu treffen, zu welchem Zeitpunkt eine Anlage oder eine Komponente in naher Zukunft ausfällt bzw. bricht.

Kernstück der Technologie sind virtuelle Sensoren. Diese werden einerseits von den rechnergestützten Simulationsmodellen der Maschine und andererseits über reale Sensoren mit Informationen über die auftretenden Spannungen in einzelnen Bauteilen gespeist. „Anhand mathematischer Modelle und nur weniger wirklich installierter Sensoren können so Spannungsszenarien an der kompletten Maschine realgetreu und in Echtzeit simuliert werden. Das ermöglicht eine vorausschauende Instandhaltung in einer Form, die es bisher noch nicht gibt“, sagt Markus Wabner vom Fraunhofer IWU.

Installation realer Sensoren ist aufwendig und teuer

Manche Hersteller nutzen zwar bereits reale Sensoren. Sich alleine auf diese zu verlassen, hat jedoch Nachteile: Es ist aufwendig und teuer sie zu installieren, sie selbst müssen dauerhaft überwacht werden und sie messen nur Belastungen, die dort auftreten, wo sie installiert sind. Belastungen an anderen Stellen bleiben außen vor. „Aus unserer Sicht sind die virtuellen Sensoren deshalb auch der einzig denkbare Ansatz, ganzheitliche Belastungsszenarien auf wirtschaftliche Weise darzustellen“, so Wabner.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43050644 / Fertigungsautomatisierung / Prozessautomatisierung)

Themen-Newsletter Automatisierung abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Meistgelesene Artikel

Über ein Dutzend Maschinen in Limburg unter Span

Bimatec Soraluce

Über ein Dutzend Maschinen in Limburg unter Span

19.11.18 - Die Bimatec-Soraluce-Technologietage, die vom 12. bis 16. November abgehalten wurden, lockten die Besucher unter anderem mit smarten Maschinenkonzepten bis hin zu automatischen Hilfssystemen zur Vibrationsdämpfung oder wahre Zeitsparer zur Großteileausrichtung. lesen

ZF bekommt Genehmigung für Automatikdrohne

Drohneneinsatz

ZF bekommt Genehmigung für Automatikdrohne

13.11.18 - Als erstes Unternehmen in Deutschland hat ZF die behördliche Genehmigung für automatisierte Drohnenflüge auf einem Werksgelände erhalten. Seit kurzem fliegt ein Drohnen-Prototyp Ersatzteile wie Sensoren oder Steuerkarten vom Zentrallager zu dezentralen Werkstätten. lesen

Mit Leichtigkeit zur Vorzeigemesse

Composites Europe 2018

Mit Leichtigkeit zur Vorzeigemesse

12.11.18 - Nun liegt uns der Abschlussbericht der Composites Europe vor. Wer die Publikumsrenner auf der Messe waren, wie es mit der Branche weiter geht, und wie die Endzahlen aussehen, verrät der folgende Bericht des Veranstalters Reed Exhibitions. lesen