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Automation

Deutsche Industrie profitiert von Chinas Automatisierungswelle

| Redakteur: Jürgen Schreier

Bietet reichlich Automatisierungspotenzial: Elektronikproduktion in China
Bietet reichlich Automatisierungspotenzial: Elektronikproduktion in China (Bild: Steve Jurvetson (Menlo Park, USA))

Eine überwältigende Mehrheit der deutschen Unternehmen mit Chinaerfahrung ist überzeugt, Vorteile aus der für 2015 geplanten stärkeren Förderung der Automatisierung in China ziehen zu können, so eine Fiducia-Studie. Allerdings könnten die hohen Preise deutscher Automationslösungen zum Bremsklotz werden.

Die chinesische Regierung wird die Automatisierung der eigenen Wirtschaft 2015 stärker denn je fördern. Hiervon wird die deutsche Wirtschaft profitieren. Davon sind 81 % der Unternehmen mit Chinaerfahrung überzeugt. Einziges Hindernis: Die Lösungen aus Deutschland sind für den chinesischen Markt häufig zu teuer. Mehr als jede zweite Firma hält die Preise nicht für wettbewerbsfähig. Das zeigt eine Studie der Unternehmensberatung Fiducia Management Consultants und des Chinaforums Bayern. Für den „China Poll“ wurden mehr als 200 in China tätige deutsche Unternehmen befragt.

Entlang der chinesischen Küste sind 30 bis 40 Automatisierungsparks geplant

„In China zeichnet sich eine rasante Entwicklung bei der Automatisierung von Produktionsstätten ab“, sagt Stefan Kracht, Geschäftsführer von Fiducia Management Consultants. „Bis 2017 sind allein entlang der chinesischen Küste 30 bis 40 Automatisierungs- und Roboterindustrieparks geplant. Im südchinesischen Zhejiang wollen gleich 36.000 Unternehmen auf automatische Fertigung umstellen. Weitere gute Nachricht: Deutsche Unternehmen sind als Partner solcher Projekte hochwillkommen.“

Pluspunkte für eine Automatisierungspartnerschaft sammeln Unternehmen aus Deutschland in China vor allem mit ihrer Ingenieurskunst: Fast 90 % sehen in technischen Lösungen „made in Germany“ eine besondere Stärke. Gleichzeitig warnt die Mehrheit der Befragten vor drei Stolpersteinen. Die deutschen Maschinen und Roboter sind für den chinesischen Markt zu teuer (61 %), die bürokratischen Hürden sind zu hoch (58 %) und jedem Zweiten mangelt es in deutschen Firmen am Verständnis für die chinesische Kultur.

Deutsche Automatisierungsunternehmen müssen Schulungsmaßnahmen mit anbieten

Zudem haben viele Industrieunternehmen immer noch Schwierigkeiten bei der Anpassung oder Neuentwicklung ihrer Produkte an den chinesischen Markt. „Kunden aus dem Reich der Mitte besitzen zunehmend mehr Selbstbewusstsein. Sie erwarten, dass Maschinen und Anlagen auf ihre lokalen Bedürfnisse zugeschnitten werden. Dies kann beispielsweise eine abgespeckte Standardversion zu einem günstigeren Preis sein“, weiß China-Kenner Stefan Kracht. Ebenfalls ausbaufähig ist der Kundenservice. Hier ergibt die Studie lediglich Bewertungen im mittleren Bereich.

Mit steigendem Automatisierungsgrad wachsen zudem die Ansprüche an die Qualifikation der Arbeitnehmer. „Rund drei von vier Befragten glauben nicht, dass chinesische Mitarbeiter derzeit über die richtige Ausbildung verfügen, um die Anforderungen einer automatisierten Produktion bewältigen zu können“, sagt Stefan Geiger, Geschäftsführer des Chinaforums Bayern. „Im Rahmen der technischen Aus- und Fortbildung sollten sich auch deutsche Unternehmen einbringen. Externe Schulungen lassen sich beispielsweise zu einem zusätzlichen Serviceangebot ausbauen.“

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