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Arbeitsschutz

Fachkraft Arbeitssicherheit wandelt sich zum Sicherheitsmanager

| Autor / Redakteur: Robert Weber / Robert Weber

Die Helligkeit, die Hitze und der Funkenschlag machen eine hochwertige persönliche Schutzausrüstung unerlässlich. Darauf muss die Fachkraft Arbeitssicherheit ein Auge werfen. (Bild: Wolfgang Bellwinkel DGUV)
Die Helligkeit, die Hitze und der Funkenschlag machen eine hochwertige persönliche Schutzausrüstung unerlässlich. Darauf muss die Fachkraft Arbeitssicherheit ein Auge werfen. (Bild: Wolfgang Bellwinkel DGUV)

Die Europäische Union fordert von den Unternehmen mehr Eigenverantwortung bei der Arbeitsplatzsicherheit. Auf die Fachkraft für Arbeitssicherheit kommt eine neue Rolle zu. Nur kommunikative und kooperativ eingestellte Sicherheitsexperten werden erfolgreich sein, sind sich Fachleute sicher.

Wer hätte das gedacht? Wenn es um Arbeitsschutz in deutschen Industrieunternehmen geht, dann hat auch die Europäische Union ein Wörtchen mitzureden. Das wird bei der neuen Rolle der Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa) schnell deutlich.

Verantwortung der Unternehmen beim Arbeitsschutz wächst

Denn die EU will bis 2020 in allen Mitgliedsstaaten ein einheitlich hohes Schutzniveau erreichen, erklärte Dr. Ralf Brauksiepe, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, auf einer Fachtagung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Die Brüsseler Entscheider setzen dabei nicht auf Gesetze, sondern auf den strategischen Arbeitsschutz auf nationaler Ebene.

Was heißt das für die Unternehmen? Deregulierung, sprich mehr Eigenverantwortung bei den Firmen sowie stärkere Kontrollen durch die staatlichen Aufsichtsbehörden, berichtet der Fachmann.

Fachkräfte für Arbeitssicherheit erhalten mehr Spielraum

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung hat darauf bereits reagiert. Mehr Spielraum für die eigenverantwortliche Gestaltung des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes räumt die DGUV Vorschrift 2 Betriebsärzten und Fachkräften für Arbeitssicherheit ein.

Im Kontext dieser Entwicklung ist die neue Sifa-Ausbildung zu sehen, die von Wieland Wettberg, BAuA, vorgestellt wurde. Das Ausbildungsmodell steht und die Umsetzung wird geplant. Voraussichtlich 2014 sei mit der Einführung zu rechnen, so Wettberg.

Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen sei auch die Stellung der Sifa in Stabsfunktion infrage zu stellen, erklärte Dr. Klaus Große, Verband Deutscher Sicherheitsingenieure e.V. (VDSI). Große brach eine Lanze für den Wandel der Fachkraft zum Manager für Sicherheit und Gesundheit.

Diese Perspektive unterstützte Dr. Ulrich Winterfeld, ehemaliger Projektleiter und Initiator der Langzeitstudie über die Wirksamkeit der Sifa-Tätigkeit. Nur kommunikativ und kooperativ eingestellte Fachkräfte, die von ihrer Mission überzeugt seien und vom Management unterstützt würden, hätten eine gute Chance, Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz im Betrieb wirkungsvoll umzusetzen.

Drei wichtige Zusatzaufgaben für die Fachkraft für Arbeitssicherheit

Die Sichtweise der International Security Academy (ISA) geht noch darüber hinaus. Sicherheit im Unternehmen sei ganzheitlich für alle Ressorts koordiniert umzusetzen, so ISA-Vorstand Michael Sigesmund. Dies schließe Bereiche wie den Umwelt-, Brand- oder Objektschutz in den Aufgabenbereich ein. Nur so ließen sich Risiken wirtschaftlich und effizient verringern.

Bereits heute gebe es laut einer Umfrage der ISA nur noch wenige Fachkräfte in Stabsfunktion. So habe die Sifa durchschnittlich drei Zusatzaufgaben und sei als „Einzelkämpfer“ oft überlastet oder schon längst zum Manager geworden. Sigesmund forderte deshalb dazu auf, über sinnvolle Varianten der Sifa-Position in Unternehmen nachzudenken.

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