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Friction, Wear and Wear Protection 2008

Rund 250 internationale Verschleißschutzspezialisten trafen sich

29.04.2008 | Redakteur: Josef-Martin Kraus

Prof. Alfons Fischer von der Universität Duisburg– Essen, Prof. Kirsten Bobzin von der RWTH Aachen und Dr. Peter Paul Schepp von der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde, Frankfurt/Main (v.l.n.r) freuen sich über die gute Resonanz auf dem internationalen Symposium „Reibung, Verschleiß und Verschleißschutz“ in Aachen.
Prof. Alfons Fischer von der Universität Duisburg– Essen, Prof. Kirsten Bobzin von der RWTH Aachen und Dr. Peter Paul Schepp von der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde, Frankfurt/Main (v.l.n.r) freuen sich über die gute Resonanz auf dem internationalen Symposium „Reibung, Verschleiß und Verschleißschutz“ in Aachen.

Aachen (jk) – Als großen Erfolg bezeichnet der Veranstalter, die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e. V. (DGM), Frankfurt/Main, das diesjährige Symposium zum Thema „Reibung, Verschleiß und Verschleißschutz“. Erstmals in englischer Sprache unter dem Titel „Friction, Wear and Wear Protection“ vom 9. bis 11. April in Aachen veranstaltet, konnte die Teilnehmerzahl der vorangegangenen Tagung 2004 in Fürth von 150 auf 250 gesteigert werden.

„Damit hat sich einmal mehr bewiesen, dass der Themenkomplex als außerordentlich wichtig erachtet wird und die ‚Reibung, Verschleiß und Verschleißschutz’ zu den anerkanntesten Fachforen zählt,“ unterstreicht Dr. Peter Paul Schepp, Geschäftsführer der DGM. Durch vollständige Präsentation in Englisch habe die Zusammenkunft noch einmal an Internationalität gewonnen, so Schepp: „Mit Ausnahme Australiens waren Teilnehmer aus allen Erdteilen vertreten.“

Deutschland bildete bei der Friction, Wear and Wear Protection nach wie vor die stärkste Fraktion. Dies spiegelte, den Experten gemäß, die Menge und das hohe Niveau neuer Forschungs- und Entwicklungsergebnisse hierzulande wider. „Aus Deutschland kommen immer noch die besten Werkzeugmaschinen und die besten Autos“, betont Professor Alfons Fischer vom Institut für Produktentwicklung (IPE) an der Universität Duisburg-Essen und Vorsitzender des Programmkomitees der „Wear“: „Dies soll auch so bleiben!“

Und so legt der Wissenschaftler dar, dass in Aachen zwar nicht der „Superstar der Tribologie“ präsentiert wurde, dafür aber fundierte Lösungen mit guten Reibungskoeffizienten. Aus hervorragend funktionierenden Verbindungen zwischen Grundlagenforschung einerseits und den Fertigungen in der Industrie andererseits sei der Weg zu belastbareren Werkstoffen geebnet, ist Fischer überzeugt.

Reibung und Verschleiß sind wichtige Kostenfaktoren

Wie wichtig die Themen Reibung und Verschleiß sind, macht auch Professor Kirsten Bobzin deutlich. Die Leiterin des Instituts Oberflächentechnik (IOT) an der RWTH Aachen und – gemeinsam mit Alfons Fischer – ebenfalls Vorsitzende des Wear-Programmkomitees hebt hervor, dass das Bruttonationaleinkommen der Industrieländer durch Reibung und Verschleiß in enormer Größenordnung belastet wird: „Allein in Deutschland entstehen jedes Jahr Produktionsmehrkosten in Milliardenhöhe.“

Daher lohnt es sich, genauer hinzusehen, inwieweit Werkstoffe widerstandsfähiger gemacht und mechanische Prozesse optimiert werden können. Der Blick ins Detail, in den Mikrokosmos der Werkstoffentwicklung, so wie er heute möglich ist, weist laut Fischer den Weg zum großen Ganzen: „Nanotechnologien sind auf dem Vormarsch, sie halten Einzug in nahezu alle tribologischen Bereiche.“

Stand der Forschung eindrucksvoll demonstriert

Rund 120 Vorträge anerkannter Spezialisten, ergänzt um eine Posterausstellung zu 40 verschiedenen Themen, repräsentierten auf der Friction, Wear and Wear Protection den aktuellen Stand von Forschung Technik und demonstrierten realistische Perspektiven. „Werkstoffwissenschaften haben Zukunft“, ist sich Kirsten Bobzin gewiss. Sie appelliert an eine Verstärkung der Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet, um Probleme wie Energieverluste und Materialvergeudung intensiv anzugehen: „Angesichts Ressourcenknappheiten und weiter steigender Preise für Rohstoffe können wir uns beides bald nicht mehr leisten.“

Außerdem kann sich Bobzin ein Güte- oder Sparsamkeitssiegel – „ähnlich dem blauen Engel für umweltschonende Produkte“ – für Maschinen vorstellen, aber auch ein Unterrichtsfach Werkstoffkunde, das bereits an den Schulen gelehrt wird. Dazu Bobzin: „Auf diese Weise wird das allgemeine Bewusstsein für die Wichtigkeit der Werkstoffe geschärft und das Interesse bei Nachwuchswissenschaftlern geweckt.“ Diese dürfte, so die Professorin, ein zukunfts- und krisensicherer Job erwarten.

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