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Instandhaltung

Ultraschallanalyse in der Cloud

| Redakteur: Beate Christmann

Messergebnisse, die mit dem Ultraschall-Spion von Richard-Chambers erhoben wurden, können ab sofort über die App In-CTRL in ein cloud-basiertes Programm für Verlaufsvergleich und -analyse hochgeladen und verwaltet werden.
Messergebnisse, die mit dem Ultraschall-Spion von Richard-Chambers erhoben wurden, können ab sofort über die App In-CTRL in ein cloud-basiertes Programm für Verlaufsvergleich und -analyse hochgeladen und verwaltet werden. (Bild: Richard-Chambers)

Die Ultraschalltechnik kommt in der Instandhaltung bereits seit längerer Zeit zum Einsatz. Zur Auswertung erhobener Messungen gibt es nun eine App. Sie ermöglicht die Datenübertragung in ein cloudbasiertes Programm für Verlaufsvergleich und -analyse direkt vor Ort.

Vor allem in Produktionsbereichen mit lauter Geräuschkulisse hatte es die präventive Instandhaltung schwer: Zum Auffinden von Leckagen musste sie sich entweder auf unkonventionelle Diagnosemethoden wie die Hörprobe mit Schraubenzieher oder den Seifenlaugentest verlassen, oder in teure Geräte zur Infrarot- beziehungsweise Schwingungsdiagnostik zu investieren. Ein Invest, das nicht jedem Unternehmen leicht von der Hand geht.

Als Alternative bewährt sich seit geraumer Zeit in allen Bereichen der Industrie ein Gerät, das auf Ultraschallbasis arbeitet: der Ultraschall-Spion, der in Deutschland von Richard-Chambers vertrieben wird. Durch eine neue App für Android-Mobilgeräte wurden die Möglichkeiten der Datenerhebung und -auswertung erweitert. Um die Effizienz und Lebensdauer etwa von Motorlagern und Getrieben festzustellen, können deren Ultraschall-Betriebsgeräusche aufgenommen und zur Bewertung in die In-CTRL-Cloud hochgeladen werden. Dadurch sind sofortige Reparaturen und die Überprüfung ihrer Wirksamkeit direkt vor Ort möglich, anstatt die Daten erst übertragen und im Büro auswerten zu müssen.

Charakteristische Geräusche warnen vor Ausfällen

Der Einsatz der Ultraschall-Technik ist besonders für sich bewegende, mechanische Komponenten wie Lager, Getriebe, Motoren oder Kompressoren geeignet. Bereits im Anfangsstadium können dabei fehlerhafte Bauteile, Gasleckagen, schadhafte Dichtungen oder mechanische Schäden anhand charakteristischer Geräusche identifiziert werden. Hervorgerufen werden diese durch Reibung, Stöße, Verwirbelungen und elektrische Entladungen. Zwar tritt beispielsweise Reibung teilweise ganz natürlich auf, doch wird diese zu groß, kommt es zu Problemen, im schlimmsten Fall mit der Folge eines Produktionsstillstands. „Deshalb sollte auf möglichst gleichbleibende Rahmenbedingungen geachtet werden, damit Schwankungen in den Messwerten nicht etwa auf eine andere Geschwindigkeit oder Belastung zurückgehen“, erklärt Richard Chambers, Geschäftsführer des Unternehmens Richard-Chambers. Würde das berücksichtigt, ließen sich Veränderungen sehr viel früher, schneller und einfacher erkennen als dies mit Infrarot- oder Schwingungsanalyse möglich sei. Kostspielige Reparaturen fielen so im besten Fall gar nicht erst an und unvorhergesehene Ausfälle würden vermieden.

Abgleich mit früheren Aufnahmen zeigt Entwicklung

Der Ultraschall wird direkt vom Handgerät abgenommen und über das Smartphone in ein cloudbasiertes Programm für Verlaufsvergleich und -analyse hochgeladen. Die Aufnahme wird als Datei gespeichert, so dass der Upload – falls weder WLAN noch eine schnelle mobile Datenverbindung zur Verfügung stehen ‒ automatisch bei nächster Gelegenheit durchgeführt werden kann. Wurde der Vorgang erfolgreich abgeschlossen, erscheint ein Graph auf dem Display, der die Informationen der Aufnahme mit den früher angelegten Audiospuren und zuvor festgelegten Grenzwert vergleicht. So weiß der Nutzer noch bevor er wieder im Büro ist, wie die neue Messung einzuordnen ist. Wird die kritische Schwelle überschritten, sendet das Programm dem Zuständigen eine automatische E-Mail-Benachrichtigung. Nach entsprechenden Gegenmaßnahmen, etwa einer Reparatur oder dem Einbau eines Ersatzteils, sollte der Erfolg umgehend durch eine weitere Messung überprüft werden.

Durch die optionale Verwendung von Bluetooth als Systemergänzung kann die Verbindung vom Spion zum Kopfhörer beziehungsweise zum Tablet auch kabellos hergestellt werden. Der maximale Abstand beträgt dabei bis zu 10 Meter. So können etwa Azubis statt bei der Schulung nur den Ausführungen des Meisters zuzuhören, auch direkt nachvollziehen, wovon die Rede ist. Oder zwei Kollegen können gemeinsam die Untersuchung vornehmen, was bei einer Kabelverbindung in vielen Fällen schwierig bis unmöglich war.

Datenrechte bleiben beim Kunden

Die In-CTRL-App für Android-Geräte kann kostenfrei im Google-Play-Store heruntergeladen und als Abonnement genutzt werden. Ein geeignetes Kabel zur Verbindung des Spions mit dem Smartphone wird auf Anfrage zugeschickt. Je nachdem an wie vielen Testpunkten gemessen werden soll und wie viele Nutzer mit dem System arbeiten, gibt es verschiedene Versionen der Software. Der Zugang zu In-CTRL erfolgt direkt über den Standard-Webbrowser und ist durch einen persönlichen Login gesichert. Über den Account können die Standorte und Testpunkte eingerichtet und jederzeit aktualisiert werden. Die Rechte an den Daten verbleiben jeweils beim Kunden, In-CTRL verwaltet sie lediglich.

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