Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Erneuerbare Energien

Modulares Wasserstoffkraftwerk liefert Strom zur richtigen Zeit

| Autor / Redakteur: Annedore Munde / Udo Schnell

(Bild: Biazzi)

Projekte im Energiebereich erfordern eine breit aufgestellte Kompetenzplattform. Ein bundesweites Kooperationsnetzwerk hat sich jetzt das Ziel gesetzt, ein mobiles und modulares Wasserstoffkraftwerk zu entwickeln. Beteiligt sind 21 Partner – Großunternehmen, Mittelständler und Forschungseinrichtungen.

Der Anteil von Strom aus regenerativen Energien soll und wird zunehmen. Doch die Entwicklungen für eine zuverlässige und gleichzeitig flexible Speicherung des fluktuierenden Wind- und Sonnenstroms stecken noch in den Kinderschuhen. Lösung dafür kann zukünftig ein Wasserstoffkraftwerk sein, welches sich sowohl dem anfallenden Energievolumen flexibel anpasst als auch direkt vor Ort verfügbar ist. Möglich wird dies durch die virtuelle Zusammenschaltung verschiedener, auch räumlich getrennter Speicherkomponenten.

Modulares Kraftwerk soll Hunderte Megawattstunden elektrischer Energie aufnehmen

Das modulare Kraftwerk mit einem beliebig skalierbaren Energiespeicher im dreistelligen MWh-Bereich soll im Sekunden-, Minuten- und Stundentakt Strom liefern und aufnehmen – so das Entwicklungsziel. Dadurch wäre die flexible Abnahme von elektrischer Energie aus dem Netz ebenso gewährleistet wie die kurzfristige Bereitstellung von Regelenergie im MWh-Bereich. Eine wichtige Voraussetzung, um die Netze entsprechend den Vorhaben der Bundesregierung auch über das Jahr 2020 hinaus zu stabilisieren und die bestehenden Gas- und Kohlekraftwerke wirtschaftlich zu betreiben.

Das Besondere an dem geplanten Kraftwerk ist das Verfahren der Energiespeicherung: Wasserstoff wird in einem energietragenden Stoff gespeichert, dem sogenannten Liquid Organic Hydrogen Carrier (LOHC). Für das zu entwickelnde Kraftwerk ist dies die Chemikalie N-Ethylcarbazol, auch Carbazol genannt.

Erforderliche Technik ist bekannt und kleintechnisch erprobt

Die Technik der Hydrierung (Addition von Wasserstoff an andere chemische Elemente oder Verbindungen) und Dehydrierung ist bekannt und für Carbazol an der Universität Erlangen-Nürnberg auch kleintechnisch erprobt. Jetzt soll das Verfahren in Kombination mit den notwendigen Anlagen- und Automatisierungskomponenten zur alltagstauglichen Energiespeicherlösung entwickelt werden. Dass dies unter dem Dach des entstandenen Netzwerkes ein großes, aber durchaus realistisches Vorhaben ist, bestätigen die beteiligten Unternehmen.

„Zum heutigen Zeitpunkt kann ein Wasserstoffkraftwerk weder technisch realisiert noch wirtschaftlich gebaut und betrieben werden. Die Unwägbarkeiten, die es technisch und wirtschaftlich auszuräumen gilt, sind zu vielschichtig und interdisziplinär, als dass sie von einer Firma allein gelöst werden können. Deswegen glauben wir, es ist der richtige Ansatz, wenn sich Universitäten und Industrie, kleine und große Unternehmen in Netzwerken zusammenschließen, um sich gemeinsam auf den Weg zu machen“, sagt Kerstin Gemmer-Berkbilek. Sie ist beim Kraftwerksbauer Areva verantwortlich für Technologieentwicklung im Bereich Products & Technology.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 38323270 / Energietechnik)

Themen-Newsletter Betriebstechnik abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Meistgelesene Artikel

Retrofit: Alte Maschinen rüsten für Industrie 4.0

Instandhaltung

Retrofit: Alte Maschinen rüsten für Industrie 4.0

07.03.19 - Viele Betriebe machen Ihre Fertigung nicht nur mit neuen Maschinen, sondern auch durch die Modernisierung alter Anlagen, das sogenannte Retrofit, bereit für Industrie 4.0. Das hat mehrere Vorteile. lesen

So meistern Sie wichtige Telefongespräche

Gut zu wissen

So meistern Sie wichtige Telefongespräche

06.03.19 - Für den ersten Eindruck bekommt man keine zweite Chance. Das gilt insbesondere auch bei Telefongesprächen, in denen ja lediglich die Stimme zu hören ist. Daher sollte man stets gut vorbereitet sein und auf ein paar einfache Tricks zurückgreifen. lesen

Wie der Leichtbau die Spielregeln verändert

Landshuter Leichtbau-Colloquium

Wie der Leichtbau die Spielregeln verändert

15.03.19 - Auch Berlin hat es begriffen: Der Leichtbau eröffnet neue technische Möglichkeiten. Ministerialrat Werner Loscheider vom Bundeswirtschaftsministerium bezeichnete ihn deshalb auf dem 9. Landshuter Leichtbau-Colloquium (LLC) als „Gamechanger“. lesen