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Worldsteel/Wirtschaftsvereinigung Stahl

Weltweite Stahlnachfrage wächst, Situation in Europa stabilisiert sich

| Redakteur: Stéphane Itasse

Außerhalb von Europa zeigt sich die Stahlnachfrage robust. In der Eurozone ist sie allerdings in den Krisenstaaten deutlich eingebrochen.
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Außerhalb von Europa zeigt sich die Stahlnachfrage robust. In der Eurozone ist sie allerdings in den Krisenstaaten deutlich eingebrochen. (Bild: Stahl-Online)

Die globale Nachfrage nach Walzstahlerzeugnissen dürfte 2013 um 3,1 % auf 1,48 Mrd. t und 2014 um 3,3 % auf 1,52 Mrd. t wachsen. Wie die Wirtschaftsvereinigung Stahl, Düsseldorf, unter Berufung auf Zahlen des Weltstahlverbands mitteilt, entspricht dies weitgehend den Erwartungen vom April 2013. Im Jahr 2012 hatte der Weltstahlmarkt nur um 2 % zugelegt.

„Trotz der insgesamt verhaltenen Weltkonjunktur bleibt die globale Stahlnachfrage auf Wachstumskurs“, kommentierte Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, der seit 2011 den Vorsitz des Economic Committee von Worldsteel innehat. Allerdings sei das Wachstum sehr ungleich verteilt. Zudem bleibe der Ausblick mit Unsicherheiten behaftet. Zuletzt hätten zwar einige Risiken, etwa in der Eurozone oder in China, relativ an Bedeutung verloren. Dafür sei als Folge der Kapitalabflüsse aus wichtigen Schwellenländern wie auch des US-Haushaltsstreits neue Verunsicherung entstanden.

Starke Unterschiede bei der Stahlnachfrage zwischen den Regionen

Kerkhoff weist in der Mitteilung darauf hin, dass die Entwicklungen 2014 erneut sowohl zwischen den als auch innerhalb der Regionen stark differieren. „Wir erwarten auf der einen Seite ein etwas verlangsamtes Wachstum auf dem chinesischen Stahlmarkt als Folge des von der Regierung wieder stärker forcierten Strukturwandels zu Lasten der Investitionen und damit auch der Stahlnachfrage. Auf der anderen Seite stehen die Zeichen in den reiferen Märkten auf Erholung.“

Dies gelte für den US-amerikanischen Markt angesichts gesunkener Energiekosten, eines sich erholenden Immobilienmarkts und niedriger Lagerbestände bei Händlern und Verarbeitern. Auch in der EU sei eine leichte Aufwärtsbewegung möglich, ausgehend allerdings von einem sehr niedrigen Niveau. Aktuell liege die EU-Stahlnachfrage knapp 30 % unter dem Level von 2006, in Italien seien es 50 %, in Spanien sogar 60 %.

Politik verunsichert die Stahlindustrie in Deutschland

In den Ausblick von Worldsteel sei auch eine Prognose der Wirtschaftsvereinigung Stahl zur Entwicklung des deutschen Stahlmarktes eingeflossen: Der zufolge werde die Stahlnachfrage in Deutschland in diesem Jahr um 1,6 % zurückgehen. Die Prognose beruhe auf der Annahme einer leichten Erholung im zweiten Halbjahr 2013 als Folge niedriger Lagerbestände bei Händlern und Verarbeitern. Für 2014 erwartet die Wirtschaftsvereinigung Stahl ein Wachstum von rund 3 %. Das Vorkrisenniveau von 2006 würde hierzulande dann nur noch um 3 % unterschritten.

Trotz dieser relativ robusten Mengenkonjunktur bewegten sich die Stahlunternehmen in Deutschland aus Sicht von Kerkhoff weiter in einem schwierigen Marktumfeld, das von einem intensiven Preiswettbewerb als auch nach wie vor hohen Rohstoffkosten geprägt sei. „Vor dem Hintergrund der anhaltenden Strukturkrise auf dem europäischen Markt braucht die Stahlindustrie in Deutschland mehr denn je stabile wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen“, forderte er.

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