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Finanzkrise

Schützt die Einlagensicherung bei Banken und Versicherungen wirklich vor Totalverlust?

12.01.2009 | Autor / Redakteur: Johannes Fiala und Peter A. Schramm / Jürgen Schreier

Die Finanzkrise hat gezeigt, wie schnell sich vermeintlich renditestarke Kapitalanlagen in Rauch auflösen.
Die Finanzkrise hat gezeigt, wie schnell sich vermeintlich renditestarke Kapitalanlagen in Rauch auflösen.

Die Renditeversprechungen Fest- oder Tagesgeld waren traumhaft, die Geldinstiute wirkten seriös. Jetzt aber entpuppen sich die vermeintlichen Topanlagen in Island womöglich als Totalverlust, zumindest aber dprfte eine Entschädigung auf sich warten lassen. Stellt sich also die Frage: Wie ist es eignetlich hierzulande um die Einlagensicherung bestellt?

Anfang der 80er-Jahre kommt eine ältere Rentnerin zum Bankschalter, und legt ihr Sparbuch vor: „Abheben, junger Mann“. Auf die Frage, wie viel: „Alles“. Der Hinweis auf die Vorschusszinsen half nicht. Zehn Minuten später steht sie wieder beim Anlageberater, mit einem Geld-bündel in der Hand. „Anlegen“ sagt sie – „Alles“. Dann erklärt sie den Hintergrund: „Ach wissen Sie, ich wollte nur eben mal nachsehen, ob mein Geld noch da ist!“

Die Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelshäuser (EdW)

Der europäisch verordnete Mindestschutz beträgt 90% der Einlagen, jedoch maximal 20000 Euro. Indes gilt seit dem vormals größten Kapitalanlagebetrugsfall „Phoenix“, mit einem dreistelligen Millionenschaden, diese Einlagensicherung als potentiell überschuldet. Auch manche Bank aus Island winkte Anlegern mit „Traumrenditen“ aufs Fest- oder Tagesgeld – später entpuppte sich die Bankverbindung als Albtraum. Die Entschädigung steht in den Sternen – sie liegt jedenfalls für viele Anleger in ungewisser Zukunft.

Es ist kein Wunder, dass bei Forderungsausfällen die Gerichte beispielsweise Vermögenstreuhänder wie „Inkassomakler“ oder „Berufsbetreuer“ zum Ersatz von Geldverlusten nach entsprechenden Bankpleiten verurteilt haben. Die Konkursabwicklung und/oder die Zahlung des EdW kann viele Jahre dauern, wie die Praxis zeigte.

Entschädigungseinrichtung des Bundesverbandes deutscher Banken (BDB)

Gegen Insolvenz gesichert sind je Kunde 30% des haftenden Eigenkapitals des Bankmitglieds. Diese Absicherung erscheint für die meisten Kunden traumhaft, oder wie mancher meint „sehr tragfähig“. An und für sich ist „geheim“ wie viel Geld durch den Sicherungsfonds des BDB verfügbar ist, und noch geheimnisvoller ist die Frage danach, in was für (Gift?-)-Papieren diese Finanzmittel angelegt sind. Sicher scheint jedoch, dass auch dieses Vermögen potenziell überschuldet sein dürfte. Ein Finanzminister bezifferte das Vermögen öffentlich auf mehr als 4 Mrd. Euro – alleine schon der Pleite der deutschen Dependence der „Lehman Brothers“-Bank wird nachgesagt, dass sich der Anlegerschaden auf über 6 Mrd. Euro beläuft.

Großbanken verlieren Anlegergelder und stehen am Pranger

Zahlreiche Großbanken sind in Anlageskandale und Haftungsklagen verwickelt oder verwickelt gewesen. Dreistellige Milliardenbeträge an Anlegergeldern sollen im deutschsprachigen Raum abgezogen worden sein. In der Schweiz wurden viele Milliarden von Großbanken, insbesondere zu staatlichen Kantonalbanken transferiert.

Der Banker lernt „Geld ist scheu wie ein Reh“. Nicht jeder Kunde akzeptiert es, wenn 25% oder gar 40% Rendite das Ziel des Bankvorstandes sind. Ein Insider zitiert den Leiter einer Innenrevision: „Wir wissen immer noch nicht ganz genau, welche Risiken in unseren Büchern stecken – aber unser Geschäftsmodell ändert sich gerade stark für die Zukunft.“

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