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Medizintechnik

Medizintechnik-Branche will Image als Kostentreiber loswerden

31.10.2007 | Autor / Redakteur: Lothar Lochmaier / Ulrike Gloger

Christian Erbe, stellvertretender Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Elektromedizinische Technik. „Wir sind Weltmarktführer bei technischen Innovationen, Ein Drittel der Produkte ist jünger als drei Jahre.“ Bild: ZVEI
Christian Erbe, stellvertretender Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Elektromedizinische Technik. „Wir sind Weltmarktführer bei technischen Innovationen, Ein Drittel der Produkte ist jünger als drei Jahre.“ Bild: ZVEI

Berlin (ug) – Bis zu 1,5 Mrd. Euro pro Jahr könnte die Branche im Gesundheitswesen einzusparen helfen, indem nur noch hochwertige Medizintechnik zum Einsatz käme. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Studie der Technischen Universität Berlin sowie der Unternehmensberatung Droege & Comp., die im Auftrag des ZVEI und des Medizintechnik-Branchenverbandes Spectaris erstellt wurde.

Die drei führenden Industrieverbände in der Medizintechnik, ZVEI, Spectaris, sowie der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed), beklagen unisono, die Branche werde von den Entscheidungsträgern in den Krankenkassen und den Ärzten aufgrund der hohen Investitionskosten vor allem als Kostentreiber angesehen. „Dabei sind wir Weltmarktführer bei technischen Innovationen“, betont Christian Erbe, stellvertretender Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Elektromedizinische Technik.

Medizintechnik sorgt für Innovationen

Rund ein Drittel des Umsatzes machen die Unternehmen mit Produkten, die nicht älter als drei Jahre sind. Rund 10% des Umsatzes flössen in die Forschung und Entwicklung, der Innovationszyklus variiere je nach Produkt zwischen drei und fünf Jahren. „Ein Drittel der Produkte ist sogar jünger als drei Jahre“, bekräftigt Ulrich Erbe, Geschäftsführer der Erbe Elektromedizin GmbH.

Mit Hilfe der Studie wollen die Branchenverbände jetzt das Image als Kostentreiber abstreifen. Investitionen in moderne Medizintechnik erlaubten eine frühere Erkennung von Krankheiten, kürzere Operationszeiten und schnellere Heilungsprozesse, so Erbe weiter. „Das ermöglicht kürzere Aufenthaltszeiten der Patienten in Krankenhäusern und damit Einsparungen bei Material- und Personalkosten.“

Hohes Einsparpotenzial durch neue Produkte

Insgesamt zehn Praxisbeispiele sollen das innovative Potenzial der Medizintechnik im Gesundheitswesen dokumentieren. Aufsummiert liege das Einsparpotenzial der zehn Produkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei mehr als 2 Mrd. Euro. BDI-Präsident Jürgen Thumann sieht trotz des positiven wirtschaftlichen Umfelds politischen Handlungsbedarf: „Der Fokus auf Kostendeckelung im Gesundheitswesen bedroht das Innovationspotenzial und die Entwicklung.“

Es sei bedauerlich, dass die Einsparpotenziale in Deutschland nicht in vollem Umfang genutzt würden, ergänzt Ulrich Krauss, Fachverbandsvorsitzender Medizintechnik beim Industrieverband Spectaris: „Ein politisch überreglementierter Gesundheitsmarkt in Deutschland behindert eine schnelle Verbreitung und flächendeckende Nutzung innovativer Produkte.“ Dies habe zu einem Investitionsstau im Krankenhausbereich von rund 30 Mrd. Euro geführt.

ZVEI-Sprecher Christian Erbe fordert die politischen Entscheidungsträger auf, sich nicht weiter lediglich auf die Kostenreduktion durch Einschnitte im Gesundheitssystem zu konzentrieren, sondern die Rahmenbedingungen zur kurzfristigen Realisierung der in der Studie dargestellten Einsparpotenziale zu schaffen. Die Verbände regen dazu die Schaffung einer Koordinationsstelle für die Gesundheitswirtschaft an, um das Vorgehen der Akteure besser abzustimmen.

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