Google+ Facebook Twitter XING LinkedIn GoogleCurrents YouTube

Mediation im Unternehmen

Konflikte lösen, bevor es teuer wird

| Autor / Redakteur: Jochen Lorenz / Claudia Otto

Der wichtigste Effekt besteht darin, dass die menschliche Beziehung zwischen den Beteiligten sich dauerhaft ändert, so dass die künftige Zusammenarbeit von allen ganz neu gestaltet werden kann. Damit kommt Bewegung in blockierte Situationen und von den Beteiligten wird der Druck weggenommen. Ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht mit allen bekannten Risiken bezüglich des zu erwartenden Urteils findet nicht mehr statt.

Mediator nimmt eine neutrale Haltung ein

Und sehr wichtig ist natürlich, dass die Kosten für eine Mediation ganz erheblich geringer sind als die Kosten, die bei Krankmeldungen, Störungen betrieblicher Arbeitsabläufe, Kündigung oder gar Gerichtsverfahren entstehen. Zum Verfahren der Mediation: Die Konfliktbeteiligten und ein Mediator kommen zu einem Gespräch zusammen, wobei der Mediator nicht nur die Aufgabe hat, eine neutrale Haltung einzunehmen, sondern er wird die Streitparteien jeweils unterstützen, indem er bestehende Ungleichgewichte, wie beispielsweise hierarchische Unterschiede, ausgleicht und dafür sorgt, dass jede Seite ihre Sichtweise ausreichend darstellen kann.

Meist stellt sich heraus, dass es nicht nur um ein Thema geht, sondern um mehrere Themen, die geordnet und getrennt werden müssen. Selbstverständlich spielen neben den benennbaren Tatsachen auch immer unterschiedliche persönliche Wertvorstellungen und Gefühle der am Konflikt beteiligten Menschen eine sehr große Rolle. Dies muss der Mediator ständig berücksichtigen. Ein weiterer Aspekt sind die verborgenen Bedürfnisse der einzelnen Teilnehmer.

Verborgen deshalb, weil sie sich hinter vordergründigen Forderungen und Interessen verstecken. Wenn sich zum Beispiel jemand dagegen sträubt, ein neues Arbeitsgebiet zu übernehmen, dann könnte das Bedürfnis sein: Sicherheit, weil er sich im bisherigen Gebiet gut auskennt; oder Schutz vor Stress, weil er vermutet, dass das neue Gebiet mehr Belastung bringen wird; oder es könnte die Nähe zu den bisherigen Kollegen sein, mit denen er sich gut versteht.

Mediator darf Konfliktparteien keine eigenen Lösungen „aufdrücken“

Wenn alle Bedürfnisse herausgearbeitet und für alle sichtbar geworden sind, entspannt sich meist die Stimmung im Raum spürbar, weil gegenseitiges Verständnis bei den Beteiligten aufkommt. Diese veränderte Atmosphäre trägt entscheidend dazu bei, dass jetzt alle gemeinsam nach solchen Lösungsmöglichkeiten suchen können, die den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht werden, denn nur wenn diese Bedingung erfüllt ist, werden die Parteien später zufrieden sein.

Die Aufgabe des Mediators ist es, die Konfliktparteien dabei zu unterstützen, die für sie passenden Lösungsmöglichkeiten selbst zu finden. Er wird jedoch keine eigenen Lösungen von außen „aufdrücken“, die vielleicht für die Beteiligten nicht passen, und er trifft keine Entscheidungen, welche der verschiedenen Lösungsmöglichkeiten letztlich umgesetzt werden sollen.

Ergänzendes zum Thema
 
Mediator hilft bei verhärteten Fronten

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 38524170 / Personalwesen)

Themen-Newsletter Management & IT abonnieren.
* Ich bin mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung und AGB einverstanden.
Spamschutz:
Bitte geben Sie das Ergebnis der Rechenaufgabe (Addition) ein.

Meistgelesene Artikel

Erstes deutsches Exoskelett geht in Serie

Exoskelette

Erstes deutsches Exoskelett geht in Serie

11.01.18 - Der Augsburger Robotikspezialist German Bionic Systems schickt mit seinem German Bionic Cray X das erste in Deutschland entwickelte Exoskelett in Serie. lesen

Yaskawa investiert 7,8 Mio. Euro in seine Robotics Division

Robotics Division

Yaskawa investiert 7,8 Mio. Euro in seine Robotics Division

17.01.18 - Yaskawa nimmt nach neunmonatiger Bauzeit einen neuen Erweiterungsbau in Allershausen in Betrieb. Künftig werden dort Roboter-Schweißanlagen gebaut und kundenspezifische Industrieroboter für europäische Kunden kommissioniert. lesen

Warum 2018 zum Rekordjahr für Maschinenbauer werden kann

Konjunktur

Warum 2018 zum Rekordjahr für Maschinenbauer werden kann

12.01.18 - Das vergangene Jahr kann mit Fug und Recht als turbulent bezeichnet werden. Ungeachtet der vielen Krisen steuerte die deutsche Wirtschaft von einem Erfolg zum anderen. Für 2018 geben Wirtschaftsforscher und Verbände deshalb einen ganz klaren Kurs an: aufwärts. lesen