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Mediation im Unternehmen

Konflikte lösen, bevor es teuer wird

| Autor / Redakteur: Jochen Lorenz / Claudia Otto

Der wichtigste Effekt besteht darin, dass die menschliche Beziehung zwischen den Beteiligten sich dauerhaft ändert, so dass die künftige Zusammenarbeit von allen ganz neu gestaltet werden kann. Damit kommt Bewegung in blockierte Situationen und von den Beteiligten wird der Druck weggenommen. Ein Verfahren vor dem Arbeitsgericht mit allen bekannten Risiken bezüglich des zu erwartenden Urteils findet nicht mehr statt.

Mediator nimmt eine neutrale Haltung ein

Und sehr wichtig ist natürlich, dass die Kosten für eine Mediation ganz erheblich geringer sind als die Kosten, die bei Krankmeldungen, Störungen betrieblicher Arbeitsabläufe, Kündigung oder gar Gerichtsverfahren entstehen. Zum Verfahren der Mediation: Die Konfliktbeteiligten und ein Mediator kommen zu einem Gespräch zusammen, wobei der Mediator nicht nur die Aufgabe hat, eine neutrale Haltung einzunehmen, sondern er wird die Streitparteien jeweils unterstützen, indem er bestehende Ungleichgewichte, wie beispielsweise hierarchische Unterschiede, ausgleicht und dafür sorgt, dass jede Seite ihre Sichtweise ausreichend darstellen kann.

Meist stellt sich heraus, dass es nicht nur um ein Thema geht, sondern um mehrere Themen, die geordnet und getrennt werden müssen. Selbstverständlich spielen neben den benennbaren Tatsachen auch immer unterschiedliche persönliche Wertvorstellungen und Gefühle der am Konflikt beteiligten Menschen eine sehr große Rolle. Dies muss der Mediator ständig berücksichtigen. Ein weiterer Aspekt sind die verborgenen Bedürfnisse der einzelnen Teilnehmer.

Verborgen deshalb, weil sie sich hinter vordergründigen Forderungen und Interessen verstecken. Wenn sich zum Beispiel jemand dagegen sträubt, ein neues Arbeitsgebiet zu übernehmen, dann könnte das Bedürfnis sein: Sicherheit, weil er sich im bisherigen Gebiet gut auskennt; oder Schutz vor Stress, weil er vermutet, dass das neue Gebiet mehr Belastung bringen wird; oder es könnte die Nähe zu den bisherigen Kollegen sein, mit denen er sich gut versteht.

Mediator darf Konfliktparteien keine eigenen Lösungen „aufdrücken“

Wenn alle Bedürfnisse herausgearbeitet und für alle sichtbar geworden sind, entspannt sich meist die Stimmung im Raum spürbar, weil gegenseitiges Verständnis bei den Beteiligten aufkommt. Diese veränderte Atmosphäre trägt entscheidend dazu bei, dass jetzt alle gemeinsam nach solchen Lösungsmöglichkeiten suchen können, die den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht werden, denn nur wenn diese Bedingung erfüllt ist, werden die Parteien später zufrieden sein.

Die Aufgabe des Mediators ist es, die Konfliktparteien dabei zu unterstützen, die für sie passenden Lösungsmöglichkeiten selbst zu finden. Er wird jedoch keine eigenen Lösungen von außen „aufdrücken“, die vielleicht für die Beteiligten nicht passen, und er trifft keine Entscheidungen, welche der verschiedenen Lösungsmöglichkeiten letztlich umgesetzt werden sollen.

Ergänzendes zum Thema
 
Mediator hilft bei verhärteten Fronten

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