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Mitarbeiterbeteiligung

Qualifizierte Mitarbeiter gewinnen, motivieren und binden

| Autor / Redakteur: Jürgen Schreier / Jürgen Schreier

Dr. Heinrich Beyer, Geschäftsführer der AGP: „Eine partnerschaftliche Unternehmenskultur schafft Zufriedenheit am Arbeitsplatz, wodurch die Mitarbeiterfluktuation verringert wird.“
Dr. Heinrich Beyer, Geschäftsführer der AGP: „Eine partnerschaftliche Unternehmenskultur schafft Zufriedenheit am Arbeitsplatz, wodurch die Mitarbeiterfluktuation verringert wird.“ (Bild: AGP)

Während eine Erfolgsbeteiligung in vielen deutschen Unternehmen zum guten Ton gehört, ist bei der Mitarbeiterkapitalbeteiligung noch reichlich Luft nach oben. Viele Mittelständler zögern, ihre Beschäftigten zu Mitunternehmern zu machen Allerdings könnten der Fachkräftemangel und das Demografieproblem zu einem Umdenken führen.

Ratesendungen sind nach wie vor ein äußerst beliebtes Fernseh-Unterhaltungsformat und locken allabendlich ein Millionenpublikum vor den Bildschirm. Deshalb steht am Anfang folgende kleine Quizfrage: Wer hat die Mitarbeiterbeteiligung erfunden? Ganz ehrlich: Spontan hätte ich auf Robert Bosch getippt, der ja als besonders sozial denkender Unternehmer in die Wirtschaftsgeschichte eingegangen ist. Weit gefehlt! Es war das große „Trio“ der deutschen Optik: der Mechaniker Carl Zeiss, der Physiker Ernst Abbe und der junge Glaschemiker Otto Schott.

Als die drei sich vor 125 Jahren in Jena zusammentaten, um die besten Mikroskope der Welt zu bauen, konnten sie nicht ahnen, dass sie der erste Bundespräsident der Bundesrepublik – Theodor Heuss – als Vorreiter der sozialen Marktwirtschaft feiern würde. Und dass die Geschichte der Männer aus Jena später sogar zum Vorbild vieler Unternehmensverfassungen werden sollte, ist vor allem Ernst Abbe zu verdanken.

Teilhabe am Unternehmenserfolg

Vom Sohn eines einfachen Fabrikarbeiters zum Gründerzeit-„Kapitalisten“ aufgestiegen, entwickelte er seine eigene Unternehmensphilosophie. Vieles von seinem Gedankengut ist heute Konsens, zu seiner Zeit aber war es geradezu revolutionär.

Angefangen vom Verbot der Kinderarbeit über einen eigenen Pensionsfonds bis hin zur Betriebskrankenkasse machte der Selfmade-Unternehmer vieles anders als die meisten seiner Kollegen. So hatte Ernst Abbe bereits 1896 eine Mitarbeiterbeteiligung bei den Optischen Werkstätten Carl Zeiss in Jena ins Leben gerufen. Ziel war, die Beschäftigten bei guter Konjunktur am Gewinn des Unternehmens zu beteiligen.

Wie gesagt, das war vor über 100 Jahren. Doch wie funktioniert Mitarbeiterbeteiligung heute? Diente diese zu Abbes Zeiten primär dazu, den kargen Lohn aufzubessern, so fasst eine Definition des AGP – Bundesverband Mitarbeiterbeteiligung, der Unternehmen bei der Einführung eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms berät, den Begriff sehr viel weiter. Bei der Mitarbeiterbeteiligung handele es sich um ein unternehmerisches Führungskonzept, das eine partnerschaftliche Unternehmenskultur schaffe, die es allen leicht macht, ihre Ideen, ihre Kraft und ihre Initiative ins Unternehmen einzubringen.

Mitarbeiterbeteiligung verbessert Produktivität und Wertschöpfung

„Eine Vielzahl von personalwirtschaftlichen Forschungen hat in den letzten Jahren die positiven Auswirkungen einer Mitarbeiterbeteiligung auf wesentliche unternehmerische Erfolgsfaktoren wie Produktivität, Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit belegt“, weiß AGP-Geschäftsführer Dr. Heinrich Beyer. Mitarbeiter, die sich in das betriebliche Geschehen einbringen können und betriebliche Entscheidungen mit verantworten, identifizieren sich stärker mit dem Unternehmen, schärfen ihr Kostenbewusstsein und setzen sich für die Verbesserung von Betriebsabläufen ein.

Ergänzendes zum Thema
 
Die wichtigsten Fakten zur Mitarbeiterbeteiligung

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