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Flurförderzeuge

Logistikzüge machen Staplern zunehmend den Rang streitig

| Autor / Redakteur: Bernd Maienschein / Bernd Maienschein

(Bild: Bild: Linde-MH)

Wer sägt schon am Ast, auf dem er sitzt? Diese Frage drängt sich beim neuen Logistikzug von Europas größtem Staplerbauer geradezu auf. Doch bei näherem Hinsehen entpuppt sich die Suche nach dem geeigneteren Intralogistik-Transportmittel nicht als Entweder-oder-, sondern eher als Sowohl-als-auch-Entscheidung.

Bereits während der Cemat 2011 hat Linde Material Handling seinen ersten Routenzug, den Linde-Logistikzug, und den Prototypen eines weiteren Zuges vorgestellt. Nach Anwendungsanalysen und intensiven Diskussionen mit Kunden bieten die Aschaffenburger knapp ein Jahr später ein modulares Anhängersystem mit vier Baureihen und drei verschiedenen Baugruppen ihrer Anhänger beziehungsweise Palettenfahrgestelle an (Bild 1).

Im produktionstechnischen Umfeld mit seinen horizontalen und vertikalen Transportprozessen werden insbesondere die vertikalen Warenbewegungen auch künftig vorwiegend mit verbrennungstechnisch oder elektrisch angetriebenen Gegengewichtsstaplern erfolgen.

Kleingebinde in der Produktion fordern die Transportlogistik

Doch was passiert in der Horizontalen? Beim Be- und Entladen von Lkw, dem Verteilen der Ware und der Ladungsgüter sowie deren Einlagerung in Regale oder Blocklager? Oder beim Transport in den Kommissionierbereich beziehungsweise zu den Produktionsstätten oder zu den Supermärkten, wo die Produktionsgebinde vorbereitet werden, um in passender Stückzahl und Konfiguration ans Band angeliefert zu werden?

Der Entwicklung hin zu kleineren, handlicheren Gebindegrößen nicht nur in Handel und Distribution, sondern auch und gerade im Produktionsalltag dürfen sich auch die Fördertechnikanbieter nicht verschließen. In der Produktion geht der Trend weg von großen, massiven Paletten hin zur angepassten Belieferung. Nicht zuletzt deswegen macht das Postulat „staplerfreie Produktion“ wieder die Runde.

Logistikzug löst Stapler im Produktionsumfeld ab

Tobias Zierhut, der den Logistikzug bei Linde verantwortet, sieht das entspannt: „Ein Logistikzug schafft keine staplerfreie Produktion. Aber er verlagert die Staplerprozesse in eine bestimmte Region im Unternehmen.“ Die Stapler sind seiner Meinung nach künftig nicht mehr dort zu finden, wo sich der Logistikzug befindet – im Produktionsumfeld.

Bisher werden große palettierte Stückgutbehälter bandnah oder direkt ans Band angeliefert und dort vom Mitarbeiter im Push-Prinzip im benötigten Umfang an den Produktionsprozess gegeben. Der Monteur setzt die Feinlogistik um. Ganz anders mit dem Logistikzug: Hier funktioniert die Belieferung der Arbeitsplätze getaktet nach Bedarfen im Pull-Prinzip.

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