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Kjellberg Finsterwalde

Plasmaschneidspezialist feiert 85jähriges Jubiläum und präsentiert neue HiFocus-Anlage

30.10.2007 | Redakteur: Jürgen Schreier

Das Geheimnis ist gelüftet. Kjellberg Finsterwalde präsentiert die neue Plasmaschneidanlage HiFocus 440i.
Das Geheimnis ist gelüftet. Kjellberg Finsterwalde präsentiert die neue Plasmaschneidanlage HiFocus 440i.

Finnsterwalde (js) – Seit nunmehr 85 Jahren steht der Name Kjellberg Finsterwalde für Produkte rund um das Schweißen und seit fast 50 Jahren auch für das Plasmaschneiden. Insgesamt 140 Gäste aus 21 Ländern konnten die „Finsterwalder“ zur Festveranstaltung begrüßen. Neben Fachvorträgen, Vorführungen und Betriebsrundgängen war auch die Präsentation eines neuen Produktes angekündigt worden.

Am Morgen des 21. September wurde dieses Geheimnis gelüftet: Die neue Plasmaschneidanlage HiFocus 440i musste sich den kritischen Blicke der Fachwelt stellen. Sie ist mit einem maximalen Schneidstrom von 440 A bei 100% Einschaltdauer die leistungsstärkste und flexibelste Anlage für das Präzions-Plasmaschneiden und Markieren. Möglich ist das Schneiden von 0,5 bis 100 mm – und das, wie der Hersreller betont, „in hervorragender Qualität“. Ein weiterer Pluspunkt ist die hohe Schneidgeschwindigkeit, die zum Beispiel bei 70 mm CrNi-Stahl 400 mm/min beträgt und somit zu einer weiteren Produktivitätssteigerung und damit der Kostensenkung beiträgt.

Solch herausragende ingenieurtechnische Leistungen prägen die 85-jährige Geschichte des Unternehmens. Dies betonte auch Dr. Norbert Pietsch, Vorstandsvorsitzender der Kjellberg-Stiftung, in seinem Festvortrag. Er beschrieb Meilensteine, die von Kjellberg Finsterwalde ganz nach dem Motto „Innovation aus Tradition“ gesetzt wurden.

Begonnen hat alles 1922 mit der Produktion umhüllter Schweißelektroden und der Herstellung von Schweißstromquellen und -automaten. In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war Kjellberg Finsterwalde Weltmarktführer bei der Produktion von Lichtbogenschweißtechnik. Eine der Stromquellen wurde Anfang der 60er für das Plasmaschneiden modifiziert und begründete die Einführung dieser Technik in viele Bereiche der Metall verarbeitenden Industrie.

Plasmabrenner am von-Ardenne-Institut entwickelt

Die Brenner dafür hatte das Institut des Dresdner Forschers Manfred von Ardenne entwickelt. Fortan lieferte das Unternehmen nun Technik sowohl zum Verbinden, als auch zum Trennen. Ende der 90er Jahre fällten die Finsterwalder eine Entscheidung von Tragweite. Zur Sicherung des Unternehmens wurden Forschung und Entwicklung auf das Plasmaschneiden konzentriert. Ergebnis ist die HiFocus-Technologie, mit deren Hilfe das Plasmaschneiden heute in völlig neue Einsatzbereiche der Industrie vordringen kann.

Die enge Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten und Hochschulen ist seit vielen Jahren eine wichtige Voraussetzung für diese erfolgreiche Entwicklungsarbeit im Unternehmen. Einer der Partner hierfür ist Prof. Friedrich Wilhelm Bach von der Leibniz Universität Hannover. Sein Fachvortrag veranschaulichte, dass das Plasmaschneiden nur eins von vielen möglichen Trennverfahren ist, die miteinander im Wettbewerb stehen. Er spannte den Bogen vom Stanzen über die thermischen Trennverfahren bis hin zum Kontakt-Lichtbogen-Metallschneiden.

Plasmascheiden – für viele Anwendungen gut

Erwähnung fanden auch von Kjellberg Finsterwalde wiederentdeckte Verfahren des Plasmaschneidens. Sie eignen sich zum Beispiel hervorragend für das Trennen technischer Textilien, verschiedener Thermoplaste und Faserverbundwerkstoffe, oder finden zunehmend Anwendung beim Zerlegen von Metallen mit großem Luftspalt, Glas, keramischen und Baustoffen sowie Kombinationen dieser Werkstoffe.

Dr. Jörg Müglitz, Anwender der Plasmaschneidtechnik beeindruckte die Zuhörer mit seiner Kompetenz beim Zuschnitt komplexer Rohrkonstruktionen, die durch Plasmaschneiden und Markieren schweißfertig vorbereitet werden. Wichtige Voraussetzung für die Umsetzung dieser computerunterstützten Qualitätsschnitte sind neben den Plasmastromquellen besonders spitze Plasmaschneidbrenner aus Finsterwalde. Im Technikum des Unternehmens wurde das dreidimensionale Schneiden mit Robotern an Atmosphäre und unter Wasser vorgeführt.

Besonders große Aufmerksamkeit fand bei allen in- und ausländischen Gästen auch die Demonstration der aufwändigen Testreihen zur Entwicklung der neuen Verschleißteilgeneration YellowXLife. Ergebnis ist die für Prozesssicherheit und Kostenreduzierung äußerst wichtige Langlebigkeit der Katoden. Verbessert wurde sie nicht nur im Vergleich zum Vorgängersystem, auch gegenüber getesteten Kopien konnten bis zu 100% mehr Zündungen erreicht werden.

In Finsterwalde wird kräftig ausgebaut

Neben dem Blick in die Vergangenheit und der Präsentation von Neuheiten, war diese Veranstaltung eine gute Gelegenheit, um einen Ausblick auf die weitere Unternehmensentwicklung zu geben. Bereits in diesem Jahr beginnen umfangreiche Baumaßnahmen. Die Produktionsstätte für Maschinen wird modernisiert und erweitert, es entsteht ein neues Kundenzentrum und im Nachbarort Massen beginnt der Bau einer neuen Fertigungsstätte für Schweißelektroden.

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