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Schuler / Fachtagung „Mehr Effizienz im Presswerk“

Verfügbarkeit sichern und Produktivität erhöhen

| Autor / Redakteur: Simon Scherrenbacher / Frauke Finus

Im „Smart Press Shop“ versammelt Schuler seine Lösungen zur Vernetzung und Digitalisierung der Umformtechnik.
Im „Smart Press Shop“ versammelt Schuler seine Lösungen zur Vernetzung und Digitalisierung der Umformtechnik. (Bild: Schuler)

Mit Effizienz bezeichnet man gemeinhin die Wirtschaftlichkeit eines bestimmten Systems. Lautet das Ziel also „mehr Effizienz im Presswerk“, dann sind Methoden gefragt, um die Verfügbarkeit von umformtechnischen Anlagen zu sichern und ihre Produktivität zu erhöhen. Welche das im Einzelnen sein können, erfahren Besucher der gleichnamigen Fachtagung am 4. Juni in Sindelfingen – im Folgenden eine Vorschau auf einige ausgewählte Vorträge.

Dr. Robert Vollmer beschäftigt sich seit 2017 beim Pressenhersteller Schuler um die Themen Effizienzsteigerung oder Ressourcenoptimierung. Er hat dort ein System zur Prozessüberwachung von Formhärteanlagen entwickelt – eines der ersten verfügbaren Produkte aus dem „Smart Press Shop“, in dem Schuler seine Lösungen zur Vernetzung und Digitalisierung der Umformtechnik versammelt.

„Nutzwert der Digitalisierung noch nicht ausgeschöpft“

„Die Digitalisierung im industriellen Umfeld bietet viele Möglichkeiten, deren Nutzwert heute noch nicht vollständig ausgeschöpft ist“, sagt Vollmer. „Als führender Pressenhersteller für Komponenten im automobilen Bereich hat Schuler begonnen, diese Potentiale in seinem Smart Press Shop zugänglich zu machen.“ Dreh- und Angelpunkt ist ein Machine Monitoring System (MMS), das sowohl Anlage als auch Produktion im laufenden Betrieb überwacht.

„Bei all diesen Vorgängen müssen Daten aufgezeichnet, vorverarbeitet und zu einem für den Anlagenbetreiber deutlich spürbaren Nutzwert transformiert werden“, erklärt der Maschinenbauer und Wirtschaftsingenieur. „Das MMS erfasst und analysiert Betriebsdaten, um den Betreiber eine solide Grundlage zur Verbesserung der Anlageneffizienz zu geben.“

Produktionsdaten für jedes Bauteil analysieren

Im Hot Stamping Tech Center von Schuler in Göppingen, einem Forschungs- und Vorführzentrum mit einer kompletten Produktionslinie für Formhärte-Teile, ist das System bereits umgesetzt: „Dort sammeln und analysieren wir Produktionsdaten Bauteil für Bauteil, um eine lückenlose Dokumentation über alle relevanten Qualitätsmerkmale erstellen zu können. Dies ermöglicht hohe Qualitätsstandards, eine transparente und schnelle Analyse im Fehlerfall und reduziert so unnötige Stillstandzeiten.“

Doch der Smart Press Shop umfasst noch mehr: „Der digitale Zwilling einer Presse kann alle physikalischen Eigenschaften bereits in der Planungs- und Entwicklungsphase bereitstellen, um Funktionen zu testen oder mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Ein virtuelles Bedienzentrum ermöglicht ein Training von Anlagenbedienern, ohne die eigentliche Produktionsanlage zu blockieren. Und der Smart Assist führt Schritt für Schritt mit Hilfe von Videos und Grafiken durch den Einrichtvorgang einer Presse, optimiert die Bewegungskurven von Stößel und Transfer vollautomatisch und übertragt die Daten an das Gesamtsystem“, zählt Vollmer auf, der vor seiner Zeit bei Schuler bereits als stellvertretender Leiter am Institut Tools & Forming der Technischen Universität Graz und im elterlichen Werkzeugbau Erfahrungen in der Umformtechnik sammelte.

Smarte Lösungen auch für die Zulieferindustrie

Seine Kollegen Max Thieme und Andreas Banzhaf konzentrieren sich in ihrem gemeinsamen Vortrag auf „Smarte Lösungen zur Produktionsoptimierung für die Zulieferindustrie“. Die Kundenanforderungen an kleiner werdende Losgrößen verlangen laut Thieme eine hohe Flexibilität und eine schnelle Reaktionsfähigkeit: „Die gewonnene Zeit aus schnelleren Rüstwechseln wirkt sich beispielsweise auf Losgrößen oder die Produktionskapazität und damit auf die gesamte Prozesskette im Presswerk aus“, ergänzt Andreas Banzhaf. Die Vorteile kurzer Rüstzeiten werden in den Gesamtkontext gesetzt und somit der individuelle Nutzen aufgezeigt: "Weitere Effizienzsteigerungen lassen sich erzielen, indem kurze Rüstzeiten bereits bei Layout-Neuplanungen oder Modernisierungen des Presswerks berücksichtigt werden.“

Herausforderung steigende Variantenvielfalt bei sinkenden Losgrößen

Auch Hans-Peter Kienle beschäftigt sich bei Schuler intensiv mit den Möglichkeiten der Digitalisierung des Presswerks und der Gestaltung digitaler Produkte. Seit 2006 ist er Key Account Manager in der Division Automotive und war zuvor an Forschungs- und Entwicklungsprojekten von Schnellläuferpressen unter anderem zur Produktion von Komponenten für Elektromotoren beteiligt.

„Variable Losgrößen wirtschaftlich realisieren“ lautet der Titel seiner Präsentation: „Steigende Variantenvielfalt und kleiner werdende Losgrößen sind zwei zentrale Herausforderungen, die an die Presswerke der Automobilhersteller und der Zulieferer heute gestellt werden“, sagt auch Kienle. Der studierte Maschinenbauer wird Optimierungspotenziale entlang der gesamten Prozesskette aufzeigen. Dazu gehört eine moderne Platinenfertigung mit Laserschneid-Technologie ebenso wie speziell für kurze Rüstzeiten konfigurierte Pressenlinien und ein effizientes Einarbeiten von Werkzeugen in Kombination mit geeigneten Simulations-Tools.

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