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Stahlhersteller

Thyssenkrupp Steel und Tata Steel fusionieren

| Redakteur: Stéphane Itasse

Thyssenkrupp hat sich mit Tata Steel geeinigt, die Stahlaktivitäten in Europa zusammenzuschließen.
Thyssenkrupp hat sich mit Tata Steel geeinigt, die Stahlaktivitäten in Europa zusammenzuschließen. (Bild: Rainer Schroeer)

Thyssenkrupp und Tata Steel haben eine Grundsatzvereinbarung über den Zusammenschluss ihrer europäischen Stahlaktivitäten in einem 50/50-Joint-Venture unterzeichnet. Ziel ist es, einen führenden europäischen Flachstahlanbieter zu schaffen.

Das neue Unternehmen würde einen Pro-forma-Umsatz von etwa 15 Mrd Euro erzielen und etwa 48.000 Mitarbeiter an aktuell 34 Standorten beschäftigen, wie Thyssenkrupp mitteilt. Die Versandmengen des Joint-Ventures würden etwa 21 Mio t pro Jahr betragen.

Zusammenschluss der Stahlunternehmen bis Ende 2018 angestrebt

Thyssenkrupp würde den Geschäftsbereich Steel Europe in das geplante Joint-Venture einbringen. Es ist außerdem beabsichtigt, die Thyssenkrupp Millservices & Systems GmbH, die stahlwerksnahe Dienstleistungen erbringt, in das Gemeinschaftsunternehmen zu überführen. Tata Steel würde seine Flachstahlaktivitäten in Europa einbringen. Das Joint-Venture soll den Namen „Thyssenkrupp Tata Steel“ tragen und über eine Holding mit Sitz in den Niederlanden geführt werden. Die Gesellschaft soll über eine zweistufige Managementstruktur aus Vorstand und Aufsichtsrat verfügen. Beide Gremien sollen paritätisch mit Vertretern von Thyssenkrupp und Tata besetzt werden.

In den kommenden Monaten wird nun eine Due Diligence vorgenommen. Auf dieser Grundlage und auf Basis der Gespräche mit dem Aufsichtsrat streben die Unternehmen für Anfang 2018 die Unterzeichnung eines Vertrages an. Das Closing, also der tatsächliche Vollzug des Zusammenschlusses, könnte dann nach Zustimmung der Fusionskontrollbehörden Ende 2018 erfolgen.

Nach den Worten von Dr. Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender der Thyssenkrupp AG, gibt das Gemeinschaftsunternehmen den Stahlherstellern eine nachhaltige Zukunftsperspektive. „Wir gehen die strukturellen Herausforderungen der europäischen Stahlindustrie an und schaffen eine starke Nummer Zwei. Wir haben mit Tata einen Partner gefunden, der strategisch und kulturell sehr gut zu uns passt. Uns verbindet nicht nur eine klare Leistungsorientierung, sondern auch das gleiche Verständnis von unternehmerischer Verantwortung gegenüber Mitarbeitern und Gesellschaft“, sagte er laut Mitteilung seines Unternehmens.

Gemeinsamkeiten von Thyssenkrupp Steel und Tata Steel sollen Fusion erleichtern

Natarajan Chandrasekaran, Chairman von Tata Steel, sagte: „Die Tata Group und Thyssenkrupp haben nicht nur beide eine lange Tradition in der weltweiten Stahlindustrie, sondern teilen auch ähnliche kulturelle Werte. Die Partnerschaft ist ein bedeutsamer Moment für beide Unternehmen. Unser gemeinsamer Fokus wird nun darauf liegen, ein starkes europäisches Stahlunternehmen aufzubauen. Die strategische Logik des geplanten Joint-Ventures in Europa basiert auf einem sehr soliden Fundament, und ich bin zuversichtlich, dass Thyssenkrupp Tata Steel eine große Zukunft vor sich hat.“

In den Anfangsjahren – beginnend ab dem Closing – wollen sich die Joint-Venture-Partner nach eigenen Angaben darauf konzentrieren, das Gemeinschaftsunternehmen aufzubauen und Synergien zu realisieren. Diese kämen unter anderem aus einer Integration von Vertrieb, Verwaltung, Forschung und Entwicklung, einer gemeinsamen Optimierung von Einkauf, Logistik und Servicecentern sowie einer verbesserten Auslastung der Weiterverarbeitung zustande. Die Joint-Venture-Partner erwarten nach Hochlauf Synergien von 400 bis 600 Mio Euro jährlich.

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