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Thyssenkrupp Steel und Tata Steel fusionieren

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Ab dem Jahr 2020 soll zudem das Produktionsnetzwerk zur Integration und Optimierung der Fertigungsstrategie für das gesamte Joint-Venture überprüft werden. Zusätzliche Synergien aus dieser Integration lassen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt laut Mitteilung noch nicht quantifizieren. Die Optimierung wäre auch von zahlreichen externen Faktoren abhängig, unter anderem dem Ausgang der Brexit-Verhandlungen und den daraus resultierenden Auswirkungen. Weitere externe Parameter wären die Entwicklung regulatorischer Rahmenbedingungen, etwa beim Emissionsrechtehandel oder in der internationalen Handelspolitik.

Fusion von Thyssenkrupp Steel und Tata Steel kostet 4000 Stellen

Die beiden Joint-Venture-Partner erwarten, dass zur Realisierung der Kostensynergien im gesamten Gemeinschaftsunternehmen in den kommenden Jahren bis zu 2000 Stellen in Verwaltungsbereichen und möglicherweise bis zu 2000 Stellen in der Produktion abgebaut werden müssen. Dabei gehen die beiden Partner davon aus, dass die Lasten ungefähr hälftig auf die beiden Joint-Venture-Partner entfallen würden, also insgesamt etwa 2000 Stellen auf Thyssenkrupp.

„Wir werden im Joint-Venture keine Maßnahmen angehen, die wir nicht auch im Alleingang hätten umsetzen müssen. Im Gegenteil: Durch das Gemeinschaftsunternehmen fallen die Belastungen für jeden der beiden Partner geringer aus, als sie für beide allein ausgefallen wären“, sagt Hiesinger.

Laut Mitteilung von Thyssenkrupp sprechen fünf Gründe sprechen, dass gerade ein Zusammenschluss der europäischen Stahlaktivitäten mit Tata Steel der bestmögliche Konsolidierungsschritt ist:

  • Größenvorteile: In einem Markt, der sich laufend weiter konsolidiert, sind Größeneffekte ein wichtiger Erfolgsfaktor. Durch den Zusammenschluss der Nummer Zwei und der Nummer Drei in Europa entsteht eine starke neue Nummer Zwei für Qualitäts-Flachstahl mit einer wettbewerbsfähigen Marktposition und Wachstumsperspektive.
  • Komplementarität: Die Geschäfte von Thyssenkrupp und Tata ergänzen sich gut. Thyssenkrupp ist stärker in der Automobilbranche, Tata bei Industriekunden. Die Hauptstandorte Duisburg, Ijmuiden und Port Talbot sind logistisch gut angebunden und beliefern Kunden in verschiedenen, wirtschaftsstarken Regionen. Damit ist insgesamt eine deutlich breitere Abdeckung von Kundenbranchen in ganz Europa möglich.
  • Performance-Orientierung: Die Stahlwerke von Thyssenkrupp und Tata gehören zu den leistungsstärksten in Europa. Dank eines effektiven Kostenmanagements arbeiten beide Hersteller profitabel. Dazu haben die Unternehmen unabhängig voneinander in den vergangenen Jahren Stück für Stück die Voraussetzungen geschaffen: Tata beispielsweise mit der Restrukturierung von Port Talbot und dem Verkauf der Langstahlaktivitäten; Thyssenkrupp mit dem Verkauf von CSA und der Anpassung der Kapazitäten bei HKM.
  • Innovationsstärke: Beide Partner streben eine Qualitäts- und Technologieführerschaft in der europäischen Stahlindustrie an. High-Tech-Stähle sind vielfach die Basis für industrielle Wertschöpfungsketten in Europa und ein wesentliches Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb.
  • Kultur und Kompetenzen: Beide Partner zeichnen sich durch kompetente und engagierte Mitarbeiter aus. Die kulturelle DNA von Thyssenkrupp und Tata ist gleichermaßen geprägt von der Bereitschaft zur Veränderung, um Zukunftsfähigkeit zu sichern. Und beide Unternehmen haben starke Aktionäre in einer Stiftungsstruktur, die Idee und Werte der ursprünglichen Eigentümer fortführen.

Mit Vertragsunterzeichnung (Signing) würde der Geschäftsbereich Steel Europe als „nicht fortgeführte Aktivität“ in der Bilanz ausgewiesen. Mit Abschluss der Transaktion (Closing) würde die 50-%-Beteiligung am Joint-Venture dann „at-equity“, das heißt zum anteiligen Buchwert, bilanziert. Dadurch würden sich mit Wirksamkeit des Joint-Ventures wesentliche Bilanzkennzahlen der Thyssenkrupp AG signifikant verbessern, insbesondere die Eigenkapitalquote und das Gearing (Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Eigenkapital). Gleichzeitig wird für das Stahlgeschäft eine solide finanzielle Struktur geschaffen.

Das geplante Joint-Venture wäre ein weiterer wesentlicher Meilenstein bei der Strategischen Weiterentwicklung von Thyssenkrupp. Mit dem Umbau zu einem starken Industriekonzern verfolgt das Unternehmen vorrangig zwei Ziele: erstens die Abhängigkeit vom stark schwankungsanfälligen Stahlgeschäft zu verringern und zweitens allen Geschäftsbereichen eine optimale Entwicklung zu ermöglichen.

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