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Tiefbohr-Fräszentrum arbeitet jetzt sparsamer und kollisionssicher

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Optimiertes Hydraulikaggregat mit geschlossenem Kreislauf

Der zweite Schwerpunkt liegt auf einem möglichst sparsamen und effizienten Energieeinsatz. Im Zuge des neuen Eco-power-Konzeptes wurde eine ganze Reihe von Verbesserungen umgesetzt. Die TFZ 2L-1000 ist mit effizient ausgelegten Hauptspindel- und Vorschubantrieben ausgestattet. Die verwendeten Asynchronmotoren entsprechen der Wirkungsgradklasse IE2. Bei Bremsvorgängen speisen sie Elektroenergie zurück ins Stromnetz.

Das Hydraulikaggregat wurde optimiert und arbeitet jetzt in einem geschlossenen Kreislauf. Es wird funktionstechnisch energieoptimiert überwacht. Das bedeutet, dass nicht verwendete Einzelfunktionen im Betrieb automatisch abgeschaltet werden. Die Schaltschrankkühlung wurde auf eine energiesparende und umweltschonende Klimatisierungslösung umgestellt, bei der sogar die Rückgewinnung der Wärmeenergie möglich ist. Durch Einsatz eines großflächigen Kühlmitteltanks kann auf Kühlaggregate verzichtet werden. Große pneumatische Antriebe wurden durch effizientere servomotorische Antriebe ersetzt. Das Tiefbohr-Fräszentrum TFZ 2L-1000 wartet auch mit mehreren Sicherheitsoptionen auf. So kann ein sogenannter Maschinenairbag zur Kollisionserkennung integriert werden. Er schützt die Spindel in eventuellen Crash-Situationen mittels einer 3D-Beschleunigungssensorik. Diese kann selbstständig maschinenkritische Situationen erkennen und umgehend darauf reagieren. Bei Kollisionen wird in weniger als 1 ms eine Vollbremsung eingeleitet. Schwere Verformungen und Schäden an Werkzeugen und Bearbeitungsteilen werden so im Ernstfall verhindert.

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Abfrage verhindert sicher Kollisionen

Als zweites Sicherheits-Feature kann die dynamische Kollisionsüberwachung DCM als Softwareoption in die Maschinensteuerung iTNC 530 integriert werden. Sie stellt eine leistungsfähige Funktion zur Verfügung, mit deren Hilfe Kollisionen zwischen Werkzeug und Maschinenkomponenten sowie zwischen Werkzeug und Spannmitteln vermieden werden. Die Kollisionsüberwachung funktioniert sowohl im gesteuerten als auch im Einrichtbetrieb, wenn die Maschinenachsen vom Bediener manuell verfahren werden. Sobald das Werkzeug auf Kollisionskurs ist, werden die Achsbewegungen mit einer Fehlermeldung gestoppt. Das Be-dienpersonal kann sich alle definierten Kollisionskörper der Maschine am Bildschirm anzeigen lassen.

Vor dem Fräsen verhindert eine zusätzliche Sicherheitsabfrage mögliche Kollisionen der Bohr- und Frässpindel mit der Späneschleusenpatrone und den Lünetten. Für die Fräsbearbeitung wird die Späneschleusenpatrone über ein Schnellwechselsystem entfernt, die Kombinationsspindel taucht in eine zusätzliche Abstützung am vorderen Ende der Bohr-Fräseinheit. Die Abstützung nimmt die beim Fräsen wirkenden Querkräfte auf.

Die TFZ 2L-1000 kann mit einer optionalen, schwenkbaren Bohr- und Fräseinheit von -30 bis 15° ausgestattet werden. Sie erlaubt alle Bearbeitungen unter zwei Winkeln, was zusätzliche Flexibilität und Zeitersparnis bringt. Durch das vordere Schwenklager liegt die Reichweite der Bohrbuchse beziehungsweise der Spindelnase 500 mm über der Tischkante. Die Werkstücke können in einer Aufspannung von vier Seiten bearbeitet werden. In Kombination mit dem NC-Rundtisch ist die Bearbeitung unter zwei Winkeln möglich, was den universellen Einsatz des Tiefbohr-Fräszentrums erlaubt.

* Lutz Jakob ist Vertriebsleiter Tiefbohrtechnik im Büro Hamburg der Samag Saalfelder Werkzeugmaschinen GmbH in 22047 Hamburg.

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