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Top 10 Bedrohungen für die Produktion

Eine Studie des VDMA zeigt, dass rund 60 Prozent der Unternehmen in den nächsten Jahren mehr Security-Vorfälle erwarten. Die größte Angst herrscht vor menschlichem Fehlverhalten.

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(Bild: gemeinfrei / CC0)

Rund 60 Prozent der Unternehmen erwarten in den nächsten Jahren eine steigende Anzahl von Security-Vorfällen, stellt die neue VDMA-Studie „Industrial Security“ fest. „Bedrohlich sind Angriffe heute schon. In den meisten Fällen sind Kapitalschäden und Produktionsausfälle die Folge“, berichtet Steffen Zimmermann, Leiter des VDMA Competence Center Industrial Security. „Safety-relevante Vorfälle, bei denen Menschen oder die Umwelt gefährdet werden und die auf einen Security-Vorfall zurückzuführen sind, gab es in den vergangenen beiden Jahren erfreulicherweise jedoch nicht“, berichtet Zimmermann weiter.

Die Top 10 Bedrohungen für die Produktion

Auf Basis der vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) veröffentlichten „Top 10 Bedrohungen für Industrial Control Systems (ICS)“ bewerteten die Studienteilnehmer das Risiko für Ihr eigenes Unternehmen. Im Produktionsumfeld fühlen sich die Teilnehmer vor allem bedroht durch:

  • 1. (1) Menschliches Fehlverhalten und Sabotage
  • 2. (2) Einschleusen von Schadsoftware auf Maschinen- und Anlagen
  • 3. (neu) Social Engineering und Phishing
  • 4. (4,9) Infektion mit Schadsoftware über Internet / Intranet
  • 5. (3) Technisches Fehlverhalten und höhere Gewalt
  • 6. (10) (D)DoS Angriffe
  • 7. (neu) Kompromittierung von Extranet und Cloud-Komponenten
  • 8. (7) Einbruch über Fernwartungszugänge
  • 9. (neu) Internet-verbundene Steuerungskomponenten
  • 10. (neu) Kompromittierung von Smartphones im Produktionsumfeld

(Aktuelle Rangfolge, Rang in Klammern: 2013)

„Da die größte Sorge dem menschlichen Fehlverhalten und der Sabotage gilt, sind organisatorische Schritte wie klar definierte Regelungen und Schulungen als wichtigstes Vorsorgepaket zu nennen, bevor großflächig in Techniklösungen investiert wird“, betonte Zimmermann. Bei vielen Teilnehmern basiert die Einschätzung der Bedrohungslage noch nicht auf einer fundierten Risikoanalyse. Erst knapp 50 Prozent der Umfrageteilnehmer haben dies getan und somit ein deutlicheres Bild über die Bedrohungslage für den Maschinen- und Anlagenpark erhalten.

Zwei von fünf Unternehmen verwenden Security-Standards

Ausbaufähig ist laut dem VDMA die Anwendung von anerkannten Standards zur Industrial Security. Vier von fünf der befragten Unternehmen kennen zwar mindestens einen der vier relevanten Standards, aber nur zwei von fünf Unternehmen wendet diese auch an. Insbesondere die mangelnde Bekanntheit ist ein Hindernis für die Nutzung von standardisierten Vorgaben, vornehmlich bei kleineren Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern.

Kein Gütesiegel gewünscht

Ein Gütesiegel für die „geprüfte“ Security-Qualität von industriellen IT-Systemen, vernetzten Komponenten und Maschinen steht für die Betreiber und Einkäufer aktuell nicht zur Debatte. Nur 3 Prozent der befragten Unternehmen können es sich bisher als „generell verpflichtendes Entscheidungskriterium“ für den Produkteinkauf vorstellen.

Die meisten Teilnehmer erwarten zukünftig weitere Anforderungen an die Industrial Security. Besonders die nationale und internationale Gesetzgebung (66 Prozent), Kunden (64 Prozent) und Standardisierungsorganisationen wie DIN oder ISO werden hierbei als Treiber gesehen. Unterstützung suchen die produzierenden Unternehmen vorrangig bei den Branchenverbänden der Hersteller, Lieferanten und Betreiber von Maschinen und Anlagen (85 Prozent) gefolgt von Zulieferern sowie Industriekonsortien.

Das Competence Center Industrial Security hat im Frühjahr 2017 seine Arbeit aufgenommen. „Nun ist es wichtig, dass die Betreiber vernetzter Maschinen und Anlagen sich in Zukunft nachhaltig mit der Security in der Produktion beschäftigen und Security als einen Nutzen für Verfügbarkeit, Vertraulichkeit und Integrität statt Kostenfaktor sehen“, betonte Zimmermann. Nächste Schritte des VDMA sind ein Projekt zu „Security by Design“ und die Steigerung des Bekanntheitsgrades einschlägiger Standards.

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