Automation 2017

Trends bei Datennetzen und in Fertigungsprozessen

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Datenanalyse für eine bessere Bedienerführung nutzen

Daten analysieren und zu Optimierungen nutzen: Dieses Megathema spiegelt sich nicht nur in Sicherheitsthemen wider. Ein weiterer Vortrag widmet sich der Frage, wie dank integrierter Datenanalyse und -fusion eine verbesserte Benutzerführung von Bedienerassistenzsystemen möglich ist. Sie können dazu beitragen, Kosten, die durch fehlerhafte Teile oder Prozesse in der Montage entstehen, zu senken. Entscheidend in diesem Prozess sei die Frage, welche Daten zur Analyse herangezogen werden, wie sie miteinander in Beziehung gesetzt werden und wie eine entsprechende Handlungsempfehlung gewonnen werden könne.

Zu Lösungswegen werden Dipl.-Ing. Benno Lüdicke, Dipl.-Inf. Christoph Legat und David Renaud von Assystem referieren. Eine Fragestellung lautet beispielsweise, wie sich mit Datenanalysen fehlerhafte Teile sicher identifizieren und damit vermeiden lassen. Hierzu sei es zunächst notwendig, die Prozessparameter zuverlässig aufzunehmen. Anhand der Analyse der Daten lasse sich die Abweichung quantifizieren und qualifizieren. „Auf dieser Erkenntnis basiert die Entscheidungsfindung – in manchen Fällen liegt eine Nachbearbeitungsempfehlung auf der Hand, in anderen Fällen bietet sich ein Werkzeugwechsel an, um die Nachbearbeitungskosten zu senken“, berichtet Lüdicke.

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Vorausschauende Instandhaltung im Kontext von Industrie 4.0

Instandhaltungsprozesse automatisieren, mehr Effizienz in die Maschinenwartung bringen und schließlich eine vorausschauende Instandhaltung ermöglichen: Wie sich dieses Ziel Schritt für Schritt erreichen lässt, zeigt ein aktuelles Forschungsprojekt der Sybit GmbH in Kooperation mit dem Schweizer Technologiekonzern Bühler. Dessen Maschinen, die für Wartung und Instandhaltung eine hohe Expertise erfordern, sind weltweit im Einsatz. Entsprechend aufwendig sei der gesamte Wartungsprozess, erst recht wenn bei ungeplanten Stillstandszeiten sofortiger Support gefragt sei.

Um den Reise- und den damit verbundenen Zeitaufwand für Servicetechniker zu reduzieren, werde man im ersten Schritt Augmented-Reality-Brillen einsetzen. „Der Servicefachmann kann vom Büro aus weltweit Maschinen in Augenschein nehmen und zudem den Maschinenbediener vor Ort bei Wartungsschritten anleiten“, erläutert Dr.-Ing. Jesko Elsner, Forschungsleiter der Sybit GmbH, Radolfzell. Das bilde den Einstieg in eine effiziente Ferndiagnose, die Geld, Zeit und Aufwand spare. Durch die Kombination aus menschlicher Expertise, der visuellen Wahrnehmung durch die AR-Brille und den Daten, welche die Sensoren der Maschine permanent liefern, ist eine erfolgreiche Fernwartung möglich, so der Forschungsleiter. Viele Probleme ließen sich bereits auf diese Weise beheben, zudem sei es durch die Ferndiagnose viel effizienter, einen potenziellen Ersatzteilbedarf zu erkennen und die benötigten Teile schneller zu versenden.

Doch das Unternehmen Sybit geht mit dem Projekt deutlich über den einzelnen Wartungsfall hinaus: Daten aus verschiedenen Instandhaltungssituationen werden gesammelt und automatisch vom System ausgewertet. So ergebe sich ein Muster häufiger Wartungsfälle, auf die man somit künftig noch schneller und systematischer reagieren könne – bis hin zu einer vorausschauenden Wartung. Damit könne man die notwendigen Wartungsintervalle noch exakter prognostizieren und somit ungeplante Stillstandszeiten weiter reduzieren. „Daraus können sich in Zukunft ganz neue Geschäftsmodelle für den Maschinenhersteller ergeben, etwa in der Kombination aus Wartungsservice und garantierten Produktionszahlen anstatt des reinen Verkaufs einer einzelnen Maschine“, so Elsner weiter. MM

* Oliver Schönfeld ist Journalist in 48301 Nottuln

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