Bei Prepregs erprobt Trennmittelfreie Bauteilherstellung mittels Folientechnik

Redakteur: Josef-Martin Kraus

Zur trennmittelfreien Fertigung von Großstrukturbauteilen aus Faserverbundkunststoffen hat das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung (IFAM), Bremen, die Folie Flexplast entwickelt.

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Die Folie Flexplas ersetzt das Trennmittel bei der Herstellung von FVK-Großbauteilen.
Die Folie Flexplas ersetzt das Trennmittel bei der Herstellung von FVK-Großbauteilen.
(Bild: Fraunhofer-IFAM)

Diese tiefziehfähige Folie besteht aus einem elastischen Polymer, auf dem eine flexible, plasmapolymere Trennschicht aufgebracht ist. Selbst bei Dehnungen von 300 % sei ein problemloses Entformen möglich.

Eine Anpassung der Negativ- oder Positivform entfällt

Die Folie lässt sich in einem speziellen Tiefziehverfahren ohne bauliche Änderung sowohl in die Negativ- als auch in die Positivform einbringen. Bereits große CFK-Strukturteile wurden damit in einem Prepreg-Autoklav-Verfahren hergestellt. Im Anschluss daran lassen sich Großbauteile ohne weitere Vorbehandlung lackieren, weil die Trennfolie ein Anbacken der Werkstoffmatrix an der Form verhindert.

Weitere Verfahren, bei denen die Folie vorteilhaft zur Anwendung kommen kann, sind das Handlaminieren und die Vakuuminfusion. Als Zusatzeffekt ermöglicht die Folie ein Inmould-Coating von FVK-Bauteilen. Dazu ist auf der Folie ein Gelcoat aufgebracht, der im Formwerkzeug auf das Bauteil übertragen wird.

Im Rahmen der AVK-Jahrestagung 2012 wurde die Entwicklung der IFAM-Abteilung Plasmatechnik und Oberflächen mit einem Innovationspreis prämiert.

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