Suchen

Transatlantischer Freihandel

TTIP oder das lange Warten

Seite: 2/6

Firmen zum Thema

Da das Aushandeln der genauen Vertragsbedingungen schon seit Juli 2013 dauert, wird vor allem aus den Reihen der Industrieverbände die Forderung an die US-Amerikaner und Europäer lauter, sich zu einigen, welche Standards gelten sollen, da diese letztlich von weltweiter Bedeutung sein werden. Ansonsten würden andere Global Player eine solche Initiative ergreifen, was zur Folge hätte, dass sich Deutschland als Exportnation anpassen müsste – und nicht umgekehrt. Während aber seitens der Unternehmen in Anbetracht organisierter Protestaktionen gegen das Abkommen häufig noch mit Stellungnahmen gezögert wird – so möchte etwa die Geschäftsleitung der Maschinenfabrik Hermle kein Statement zum Thema TTIP abgeben –, gehen ihre Verbände in die Offensive. Beispielsweise adressiert der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) ganz energisch die Erwartung an die Politik, dass sie die Verhandlungen mit aller Kraft vorantreibt.

Ohne TTIP führen die Hauptstraßen des Welthandels nicht mehr durch Europa

Denn der VDMA setzt große Hoffnungen auf das Freihandelsabkommen: „Ohne TTIP werden die Hauptstraßen des Welthandels langfristig nicht mehr durch Europa führen“, betont VDMA-Präsident Reinhold Festge. Die Maschinenbauer hätten heute Mehrkosten zwischen 5 und 20 Prozent auf sich zu nehmen, weil ihre Anlagen speziell für den amerikanischen Markt umgerüstet werden müssten. Das sei so, obwohl dieselben Maschinen bereits in der EU zum Einsatz kämen. „TTIP wäre ein kostenloses Konjunkturprogramm“, sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann zu den Vorteilen des Freihandelsabkommens.

Bildergalerie

Bildergalerie mit 12 Bildern

Bundesregierung soll Unterstellungen der TTIP-Gegner entgegenwirken

Daher müsse die Bundesregierung auch noch mehr Mut entwickeln, den teils „hanebüchenen“ Unterstellungen der TTIP-Gegner entgegenzutreten. In diesem Sinn hat sich auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) regelmäßig zu TTIP geäußert. „Dabei haben wir auch immer wieder die Forderung zum Ausdruck gebracht, dass der politische Rahmen der Verhandlungen bis Ende dieses Jahres stehen sollte“, unterstreicht Olga Wilde vom BDI.

Sie verweist darauf, dass auch von der Bundesregierung entsprechende Äußerungen zu hören sind, was aber bislang nicht zur Planungssicherheit der Unternehmen beigetragen hat. Deshalb bedauert beispielsweise der Industriedienstleister Wisag, dass er derzeit nicht sagen kann, ob durch TTIP mit einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen in Deutschland zu rechnen ist.

Artikelfiles und Artikellinks

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 43413668)

Das könnte Sie auch interessieren SCHLIESSEN ÖFFNEN